Aufbruch - Kapitel 9 - Orientierung

Shownotes

Ana und vier weitere Rekruten beginnen ihre Ausbildung auf der Station Demeter auf Ganymed. Unter der Leitung von Manuela Juarez erhalten sie Einblick in die gigantische Infrastruktur der Anlage.

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00:00:00: Kapitel neun Orientierung, sechzehntel September zwei tausend sieben und sechzig.

00:00:06: Der erste Ausbildungstag auf Ghanimet.

00:00:10: Anna fühlte sich wie eine Studentin am ersten Tag an der Uni ein Hauch von Unsicherheit aber zugleich Vorfreude auf das neue Eine Mischung aus Lampenfieber-und Neugier die ihr in den Fingern kribbelte.

00:00:23: Heute begann die umfassende Schulungen für die Neuankömmlinge.

00:00:26: Sie umfasste alle Aspekte des Lebens und Arbeitens auf der Station.

00:00:31: Punkt Achtu-Dreißig traf Anna in der Arxford Street Nr.

00:00:34: I ein, einem hellen technisch hochgerüsteten Seminarraum dessen Wände aus einem attierten Metall zu bestehen schienen.

00:00:42: Die anderen vier Azog, Makiko, Linn und Ludwig erschienen fast gleichzeitig Jeder für sich in die neue Routine des Basisalltags eintauchend.

00:00:53: Man begrüßte sich mit einem knappem Nicken fast verschwörerisches Zeichen einer wachsenden Vertrautheit, die sich in der Absurdität ihrer Situation entwickelt hatte.

00:01:04: Der Eingangsbereich öffnete sich zu einer Halle.

00:01:07: Wandleuchten warfen gleichmäßige Lichtkegel auf matte Panäle.

00:01:12: Leitstreifen zogen sich als farbige Linien am Boden entlang und verschwanden in Seitengängen.

00:01:18: Hinter Glasflächen glitten Wartungsdrohnen vorbei – lautlos!

00:01:22: Nur das kurze Blinken ihrer Statuselz verriet dass sie mit irgendeiner Aufgabe beschäftigt waren.

00:01:29: Kurz darauf betrat eine etwa vierzigjährige Frau den Raum.

00:01:33: Ihr Auftreten war souverän und Energiegeladen, ihr langes schwarzes Haar fiel ihr in einem dichten Vorhang bis zur Talie als die den Raumabschritt vereinzelte Stimmen verhalten als das System die Raumakustik anpasste und Nebengeräusche dämpfte.

00:01:50: Guten Morgen!

00:01:51: Begrüßte Sie die Gruppe mit einer tiefen, warmen Stimme die den Raum mühelos ausfüllte.

00:01:57: Ich bin Manuela Juarez.

00:02:00: Anna dachte unwillkürlich, sie sieht aus wie eine indigenne Kriegerin aus dem Geschichtsbüchern meines Vaters – stolz, kraftvoll direkt in ihrer Ausstrahlung aber nicht einschüchternd sondern einladend!

00:02:15: Willkommen im Inneren dem schlagenden Herzen dieser Station begann Manuela und breitete die Arme aus als umarme sie die gesamte Anlage.

00:02:25: Ich bin verantwortlich für Versorgung, Instandhaltung und vor allem dafür dass ihr euch nicht hoffnungslos verehrt.

00:02:33: Sie grinste – und kleine Fältchen um ihre dunklen Augen zeichneten sich dabei ab.

00:02:39: Hier verlaufen sich selbst die Roboter.

00:02:41: Glauben sie mir!

00:02:43: Ein schematischer Grundriss flammte an der Wand auf.

00:02:47: Sektorenfarben glitten über die Oberflächen während ein leises Klicken der Projektor Optik die Animation begleitete.

00:02:55: Ihr leichter, trockener Humor wirkte sofort ansteckend und lockerte die angespannte Stimmung.

00:03:01: Sie erklärte, dass die tägliche Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung- und Alltagsbedarf größtenteils von dem ihr das Robotern erledigt werde meine fleißigen Robotersklaven – wie sie es Flapsich nannte!

00:03:13: Nur wenn etwas von menschlicher Bauart repariert werden musste, etwas, das Feingefühl oder Intuition erforderte, griff sie persönlich ein.

00:03:23: Das bringt mit sich, dass ich mich hier unten in diesen Gängen besser auskenne als jeder andere.

00:03:30: Die Gruppe erhielt von ihr einen verschlüsselten Datenlink.

00:03:34: Anna gab ihn auf ihrem Terminal ein und starte gebannt auf den Bildschirm der sich nun mit einem detaillierten dreidimensionalen Modell füllte.

00:03:43: Und ja, ergänzte Manuela schmunzelt und musterte die überraschten Gesichter der Greenhorns.

00:03:49: Der Tennisplatz ist nicht prehistorisch.

00:03:52: Der wurde erst vor fünf Jahren auf ausdrücklichen Wunsch unserer Bewohner gebaut.

00:03:56: Auch wir sehnen uns manchmal nach irdischer Normalität!

00:04:01: Dann kam der Moment, der ihr den Atem raubte – ein weiterer Link, dem Manuela teilte, enthüllte hundertneinzig kugelförmige Raumschiffe die regungslos im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter schlummerten.

00:04:15: Vier Forschungsschiffe, onehundertneunundachtzig Schlachtschiffe alle im Tarnmodus für irdische Teleskope unsichtbar.

00:04:24: Mit unserer aktuellen irdischen Technik lachte Manuela auf eine Weise, die keinen Zweifel an der Überlegenheit.

00:04:50: Zerstörung, das hatte sie immer abgestoßen.

00:04:54: Und nun sah sie hundertneunundachtzig gewaltige schlafende Kriegsmaschinen und Sie könnten schon bald der gesamten Menschheit gehören!

00:05:02: Ein Fluch oder ein Geschenk fragte sie sich – und eine Welle der Beklemmung mischte sich mit ihrer Faszination.

00:05:10: Sie verschränkte die Finger bis die Knöchel weiß wurden und lockerte die Hände wieder.

00:05:16: Manuela grinnste breit als lese sie ihre Gedanken.

00:05:21: Und Anna hier, sagte sie in die Runde und deutete mit dem Kinn in ihre Richtung – ist eine von Dreihen, die bald mit einem dieser Forschungsschiffe das All erkunden dürfen!

00:05:32: Atastra Kinder.

00:05:35: Manuela hob einer Augenbraue.

00:05:37: Fragen dazu?

00:05:39: Wollte sie in einem nüchternen Tonfall wissen.

00:05:42: Anna errötete leicht, als sich alle Blicke zu ihr umdrehten.

00:05:46: Doch in den Augen der anderen lag kein Neid, kein Misstrauen nur aufrichtiger Respekt und vielleicht ein Funkenbewunderung.

00:05:54: Sie war nicht zufällig ausgewählt worden sie war geeignet.

00:06:00: Dann kündigte Manuela den praktischen Teil der Orientierung an Orientierungsläufe Zuerst in Gruppen später allein das Ziel.

00:06:10: Ebene Eins Sektion Eins Soshemptendocs Nr.

00:06:14: X ein scheinbar beliebiger Lagerraum direkt unter dem großen Plenarsaal.

00:06:19: Die Anzeige wechselte in eine isometrische Karte.

00:06:23: Bodenpfeile in gelb markierten Fluchtwege.

00:06:26: Blaue Linien führten zu Logistikpunkten Grüne zum medizinischen Stationen.

00:06:32: Neben den Wegkreuzungen standen kurze alphanumerische Codes an der Wand.

00:06:37: Kein Navi Kein Trecker, nur euer Kopf, eure Augen und euer räumliches Gedächtnis, sagte Manuela lachend und klatschte in die Hände.

00:06:46: Ich warte am Ziel!

00:06:48: Viel Spaß – und nicht

00:06:50: verlaufen!".

00:06:52: Die ersten beiden Tage tasteten sie sich im Team durch das Sterile aber komplexe Labyrinth aus Gängen, die sich alle glichen.

00:07:00: Demeter überwachte sämtliche Bewegungen in den Hauptkorridoren, medizinische Notfälle Unfälle oder auch einfach nur Orientierungslosigkeit konnten erkannt und behoben werden.

00:07:11: Nur die privaten Wohnbereiche, betonte Manuela mehrmals würden nicht überwacht.

00:07:17: Das Private sei privat.

00:07:20: Anna war dennoch skeptisch.

00:07:22: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolllorin?

00:07:26: Wer überwagt Demeter?

00:07:28: Dachte sie aber sie behielt den Einwand für sich.

00:07:32: Die Gänge hatten unterschiedliche Oberflächen.

00:07:35: Manche Wände fühlten sich kühl und glatt an, andere waren mit feiner Riffelung versehen.

00:07:41: An Kreuzungen hörte man das Fernesoren der Lastenaufzüge.

00:07:46: Einmal vibrierte der Boden kurz – die Ursache blieb im Verborgenen.

00:07:51: Am dritten Tag folgte der Alleinlauf.

00:07:54: Anna war nervös, ihr Mund war trocken.

00:07:57: Sie hatte in den letzten Tagen viel über sich ihre Wünsche und Ziele nachgedacht.

00:08:03: Nach wie vor war Xiao der liebste und wichtigste Mann in ihrem Leben.

00:08:07: Doch gleichzeitig wollte sie die einzigartigen Möglichkeiten nutzen, die ihr von der Stiftung geboten wurden.

00:08:14: Sie wird eine von drei Menschen sein, die als erste nach elftausend Jahren wieder das Sonnensystem verlassen.

00:08:21: Sie würde im wahrsten Sinne des Wortes zu den Sternen fliegen können – und sie wird Ika Pegasi erforschen dürfen!

00:08:28: Sie durfte als Historikerin die Geschichte einer interstellaren Zivilisation kennenlernen.

00:08:35: Und irgendwann, das war ihr am wichtigsten – würde sie die Physik der Ortes studieren und verstehen!

00:08:41: Doch jetzt schob Anna diese Gedanken weg um sich voll auf ihre Aufgabe konzentrieren zu können.

00:08:48: Sie hatte in den letzten Tagen aufmerksam aufgepasst.

00:08:51: Wegmarken, Strukturen in den Wänden kleine kaum sichtbare Hinweise die nur dem geschulten Auge auffielen.

00:08:59: Sie blieb häufiger stehen, legte die Hand an die Wand schloss kurz die Augen und suchte nach Wiedererkennungsmerkmalen.

00:09:07: ein schmaler Kratzer in Hüfthöhe eine Reparaturnummer halb überlackiert Ein Geruch nach Schmieröl an einer Wartungsnische.

00:09:17: Ihre innere Karte wurde genauer.

00:09:20: sie erreichte das Ziel ohne einen einzigen Umweg.

00:09:23: ihr Herz pochte vor Erleichterung und Stolz.

00:09:27: Am Abend meldete sich Jeffrey per Kurznachricht auf ihrem Terminal.

00:09:31: Herzlichen Glückwunsch!

00:09:33: Orientierung bestanden.

00:09:36: Mit einem virtuellen Schmunzeln fügte er hinzu, sie haben drei Tage frei.

00:09:42: Essen Sie gut – diesmal nicht aus dem Tiefkühler.

00:09:46: Der Speisesaal in Sektor sieben erwartet sie.

00:09:50: Anna war fassungslos.

00:09:52: Bisher hatte sie von den Fertigmenüs aus ihrem Kühlschrank in ihrem Apartment gelebt, während täglich in drei Gemeinschaftsküchen gekocht wurde.

00:10:01: Der Speisesaal war ein großer, erstaunlich lebendiger Raum mit langen Tischen und dem vielstimmigen Gemurmel von dutzenden Gesprächen.

00:10:09: Aus der Küche wehte Wärme, Gewürzduft – das helle Klappern von Porzellan war zu hören!

00:10:16: Wenn die Tür zum Lager aufschwang sah man stabilweise frische Produkte in transparenten Boxen.

00:10:22: Hier lernte sie an Karlovis kennen, früher Sternekoch in Prag.

00:10:27: nun daher über eine der Großküchen von KA.

00:10:30: Das Essen das er servierte war schlicht göttlich Eine Explosion von Aromen die sie fast vergessen ließ wo sie war.

00:10:39: Sie nutzte die freien Tage um die Basis zu erkunden.

00:10:43: Sie schwamm viele Bahnen im Schwimmbecken dessen blaues Licht sich in der gewölbten Decke spiegelte, joggte durch die mit künstlichem Sonnenlicht gefluteten Parks in der Kugelmitte und blätterte in echten – gebundenen Büchern in der stationseigenen Bibliothek.

00:10:58: Einem Ort der Stille, der nach Altem Papier- und Lederroch.

00:11:02: Sie schrieb erneut lange Briefe an Xiaoh und Christine.

00:11:06: Noch immer hatte sie keine Antwort erhalten!

00:11:09: Die Zeitverzögerung der Kurierflüge zur Erde, so hatte man ihr gesagt Betrage mindestens eine Woche.

00:11:16: Am dritten freien Tag begegnete sie zufällig Julia Andretti und Ken Morgan im Speisesaal.

00:11:23: Die beiden standen an einem Automaten für Heißgetränke.

00:11:27: Julia deutete auf die Getränkeauswahl, ken schüttelte den Kopf und lachte leise.

00:11:33: Als Sie Anna bemerkten, wechselten sie einen raschen Blick – freundlich aber prüfend!

00:11:39: Anna wurde eingeladen sich zu ihnen zu setzen.

00:11:43: Bald darauf wurde ein Tischtennis-Match im Sportbereich vereinbart.

00:11:47: Sie lachten, fluchten über verfehlte Bälle, schummelten ein wenig mit Aufschlägen und wurden dabei langsam aber sicher Freunde.

00:11:56: Die lockere ungezwungene Art der beiden war balsam für Annas Seele.

00:12:01: Anna bemerkte rasch das.

00:12:02: Julia & Ken mehr Verband als nur die gemeinsame Mission.

00:12:07: Kleine, flüchtige Berührungen verstohlene Blicke wenn sie glaubten Niemand sähe hin, ein gemeinsames Lachen das länger anhielt als nötig.

00:12:17: Eine Liebe die gerade erst entstand und sich zaghaft bahnbrach verborgen unter dem eisigen Panzer des Jupitermons.

00:12:24: Anna lächelte in sich hinein Als sie das Paar beobachtete wie es sich nach dem Match über die Regeln stritt.

00:12:31: Vielleicht war's genau das was gar nie mehr trotz all der Technik und des unermesslichen Wissen so besonders machte.

00:12:38: Es war nicht nur eine Festung der Vernunft sondern auch ein Ort des menschlichen, der Gefühle, der Freundschaft und auch der Liebe.

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