Aufbruch - Kapitel 7 - Gefahr

Shownotes

In einer unterirdischen Station auf dem Jupitermond Ganymed werden Ana und ihre Kollegen von Geoffrey Carlson über ihre künftige Mission informiert.

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00:00:01: Gefahr.

00:00:02: Zehnter September, zwei Tausend Sieben und Sechzig.

00:00:06: Es war kurz vor vierzehn Uhr als Anna mit dem Aufzug erneut die Zweiundzwanzig Stockwerke nach oben fuhr während in den Gängen eine fast greifbare Stille herrschte.

00:00:16: Nur das monotone Suren des Lifts und irgendwo ein gedämpftes regelmäßiges Klicken durchbrachen Die Lautlosigkeit, die über der Station lag.

00:00:25: Ein leichter Schauer lief Anna über den Rücken Denn sich vollkommen allein in den Korridoren dieser weitläufigen unterirdischen Anlage auf dem Jupiter-Mont Ghanimet zu bewegen, löste ein seltsames, beklemmendes Gefühl der Isolation in ihr aus.

00:00:40: Oben angekommen betrat sie wieder den Hörsaal, bemerkte jedoch sogleich mit Tiefen bedauern dass die imposante Kuppel nun undurchsichtig war und den Blick auf das äußere verwährte.

00:00:51: Die Landschaft Ghanimets war in ihren Augen eine paradoxe Komposition faszinierend und schrecklich zugleich, doch von einer berauschenden Schönheit geprägt.

00:01:01: Auch das bloße Wissen sich auf oder besser gesagt in einer gewaltigen Eisschicht von achthundert Kilometer dicke zu befinden – die auf einem dunkeln Meer aus flüssigem Wasserschwamm war für den menschlichen Verstand kaum vorstellbar und tief furchteinflößend!

00:01:16: Sie nahm wieder in der ersten Reihe Platz wo ihre vier Kollegen bereits schweigend anwesend waren... Um Punkt vierzehn Uhr trat Jeffrey Carlson durch eine Seitentür in den Saal, stellte einen abgewetzten Ordner auf das Pult und begann ohne jede Umschweife zu sprechen.

00:01:33: Karlsungs Haar war grau milliert und seine Stirn von Tiefenfalten durchzogen – was ihm das Aussehen eines Mannes verlieh, der zu viel gesehen hatte!

00:01:42: Er wirkte nicht wie ein klassischer Redner, eher wie ein Professor, der seine Studentin allein durch die Aura seines Wissens zu Fesseln vermochte….

00:01:50: Die Worte schienen ihm meist leicht, über die Lippen zu gehen.

00:01:54: Doch manchmal stockte er plötzlich – nur um dann wieder mit einer überraschend festen und überzeugenden Stimme fortzufahren.

00:02:01: Anna registrierte jede dieser Nuancen akribisch!

00:02:04: Und sie beschlicht das unheimliche Gefühl, dass hinter dieser unscheinbaren Erscheinung weit aus mehr Verborgen lag als sein bescheidenes Auftreten vermuten ließ….

00:02:14: Er trank einen bedächtigen Schluck Wasser und legte den Stift mit fast zwanghafter Präzision parallel zur Kante des Puls, was wie ein tief verwurzeltes Ordnungsritual wirkte.

00:02:24: Dann erst hob er langsam den Blick.

00:02:26: Wie ich von der Superintelligenz Demeter erfahren habe, begann er mit ruhiger Stimme – haben sie die Zeit genutzt und sich bereits informiert!

00:02:35: Da sie jedoch sehr unterschiedliche Fragen gestellt haben und ich über ihren genauen Wissensstand nicht im Bilde bin fahre ich mit meinen Ausführungen sofort, als hätten sie noch keine Gelegenheit gehabt, mit Demeter zu sprechen.

00:02:48: Jeffery blickte nacheinander jeden der fünf eindringlich an um ihnen Raum für Fragen zu ermöglichen doch die Gruppe verharte in bleierner Stummheit.

00:02:58: Daher fuhr er mit seinem Vortrag fort.

00:03:01: Demeter muss sich an ihre streng programmierten Regeln halten jene Eharnengesetze die Sie auch dann nicht verletzen könnte wenn sie es aus eigenem Antrieb wollte.

00:03:11: Wer diese Regeln für die Superintelligenz festlegte, entzieht sich unserer Kenntnis.

00:03:16: Wir vermuten jedoch – es waren die Ortes selbst!

00:03:19: Ich werde diese Gesetze nun in einer vereinfachten Form schildern.

00:03:24: Für die komplexen Details wenden Sie sich bitte später wieder an Demeter.

00:03:28: Erstens.

00:03:29: Demeter muss unter allen Umständen versuchen, die Menschheit vor Gefahren zu beschützen, Ausgenommen davon sind jedoch ausdrücklich selbstverschuldete Katastrophen wie Kriege oder die schleichende Umweltzerstörung.

00:03:45: Der verheerende Asteroideneinschlag vor etwa sechsundsechzig Millionen Jahren, der eine globale Umweltkatastrophe auslöste und das Ende der Dinosaurier besiegelte, wäre von Demeter verhindert worden.

00:03:57: Ein leises, verunsichertes Murmeln ging durch die Reihen.

00:04:02: Ashok schob nervös die Brille höher – obwohl sie bereits korrekt auf seiner Nase saß während Makiko für einen Moment fassungslos den Atem anhielt.

00:04:11: Anna erinnerte sich augenblicklich an eine erschreckend realistische Dokumentation, die sie einst in einem Museum gesehen hatte – Ein stummer nachhalt verheerender apokalyptischer Gewalt der ganze Kontinente in Flammen setzte.

00:04:25: Wenn Demeter damals existiert hätte, dachte sie bei sich und verscheuchte den beunruhigenden Gedanken hastig aus ihrem Kopf.

00:04:33: Zweitens Ein direkter Kontakt zu den Menschen ist der Superintelligenz strengstens verboten, solange die Menschheit nicht politisch unter einer einzigen Flagge vereint ist.

00:04:44: Als notwendige Einigung gilt hierbei eine offizielle Weltregierung.

00:04:49: Entsprechend ihrer Programmierung ist sie erst dann verpflichtet, dieser Weltregierung ihr gesamtes Wissen und die gewaltigen Anlagen auf Ghanimet zu übergeben.

00:04:58: In ihren gigantischen Datenbanken liegt das gesamte kulturelle Erbe sämtliche naturwissenschaftliche Erkenntnisse, technisches Wissen inklusive hochkomplexer Baupläne, ihre gesamte Geschichte von den Anfängen als Steinzeitkultur bis hin zum interstellaren Volk, ihre Kunstwerke, ihre Literatur und vieles mehr.

00:05:18: Dieses unvergleichliche Geschenk – den wohl größten Schatz der gesamten Menschheitsgeschichte müssen wir hüten und dürfen ihn niemals missbrauchen.

00:05:28: Carlson hob für einen Moment den Kopf.

00:05:33: Im Saal war nun nur noch das hektische Kratzen einiger Stifte auf Papier zu hören.

00:05:39: Anna spürte, wie in ihr das vertraute Kribbeln einsetzte – dass sie immer dann befiel, wenn eine Aufgabe so gewaltig und spannend war, dass jede andere Verpflichtung dagegen verblasste.

00:05:50: Wie bereits erwähnt musste Demeter zum Schutz unserer geheimen Position alle über lichtschnellen Ordungssysteme abschalten, weshalb sie vom Universum derzeit genauso viel oder so wenig sieht wie wir selbst!

00:06:03: Dieses sogenannte Erstkontaktgesetz hat jedoch eine entscheidende Notfallklausel.

00:06:08: Sollte der Menschheit eine existenzielle Gefahr drohen, die sie nicht selbst verschuldet hat ist die Superintelligenz verpflichtet diese Gefahr mit allen Mitteln zu beseitigen und falls Sie dazu die Hilfe von Menschen benötigt ist es ihr erlaubt Einzelpersonen oder auch ganze Gruppen gezielt zu kontaktieren und in Ihr Handeln einzubeziehen.

00:06:28: Aber auch für diese Ausnahmeregelung muss die Menschheit gewisse Mindestanforderungen erfüllen, über die Demeter sie im weiteren Verlauf noch genauer informieren wird.

00:06:38: Da wir diese Bedingungen aber zum jetzigen Zeitpunkt alle erfülle, existiert unsere Organisation überhaupt erst!

00:06:46: Wir haben zugestimmt demeter bei ihrer Mission zu helfen und im Gegenzug ihre Unterstützung Denn Demeter braucht uns zwingend als Piloten für ein Raumschiff.

00:07:00: Warum braucht sie uns dafür?

00:07:03: Warf Anna impulsiv ein?

00:07:05: Könnte Sie nicht einfach ein unbemanntes Schiff los schicken oder verfügt sie etwa über keinerlei autonome Einheiten?

00:07:14: Eine ausgezeichnete Frage Frau Toureille antwortete Carlsen mit einem kurzen Nicken.

00:07:20: Zuerst einmal Ja, Demeter verfüge über solche Schiffe.

00:07:25: Dass dennoch biologische Wesen benötigt werden, liegt in der fast schon Paranoidenvorsicht der einprogrammierten Regeln begründet.

00:07:33: Es ist der Superintelligenz strikt untersagt – unbemannte Raumschiffe oder Sonden mit Überlichtantrieb in die Galaxie zu entsenden!

00:07:42: Die Boardcomputer dieser Schiffe sind zwar fortschrittliche KI-Systeme aber sie sind nicht annähernd mit einer Superintelligence wie Demeter vergleichbar.

00:07:51: Sie sind brillante Rechner aber denkbar schlechte Improvisateure.

00:07:56: Die Gefahr, dass ein solches System durch einen unvorhergesehenen Fehler eine fatale Fehlinterpretation oder gar feindliche Einwirkung die Position unseres Sonnensystems preis gibt war den Schöpfern von Demeters Programmierung schlichtweg zu groß.

00:08:11: Deshalb braucht es eine biologische Besatzung, die über Intuition, Kreativität und den Instinkt verfügt in völlig unbekannten Situationen das Richtige.

00:08:22: Nun aber zu der Gefahr, die die eigentliche Ursache der geschilderten Problematik ist.

00:08:27: Die aktuelle Bedrohung kommt aus dem Doppelsternsystem HR-Achttausendzweihundertzehn – vielen auch bekannt unter dem Namen IK Pegasi.

00:08:36: Erdische Astronomen sind zwar felsenfest davon überzeugt, dass eine Supernova in ein Hundertfünfzig Lichtjahren Entfernung der Erde nicht gefährlich werden kann!

00:08:45: Zudem gehen sie in ihren Modellen davon aus, dass sich I.K Pegasi erst in Millionen von Jahren zu einer Supernova entwickelt – was dann keinerlei Auswirkungen mehr hätte, da unser Sonnensystem bis dahin weit gewandert sein wird.

00:08:59: Demeter allerdings sieht das völlig anders.

00:09:02: Ihrer präzisen Analyse nach wird sich Stern A schon in kürze explosionsartig ausdehnen woraufhin Stern B unweigerlich in eine Supernova vergeht.

00:09:11: Die tödliche Strahlung dieser Explosion wird als sogenannte Gammablitz die Erde treffen.

00:09:17: Und dieser wird so gewaltig sein, dass unser Heimatplanet trotz der Distanz von ein Hundertfünfzig Lichtjahren in höchster Gefahr schwebt.

00:09:25: Anna konnte sich nicht länger zurückhalten und verlieh ihren starken Zweifeln mit fast schon erboester Stimme-Ausdruck.

00:09:32: Ist sich Demeter da wirklich ganz sicher?

00:09:35: Sodom sind die irdischen Astronomen nun auch wieder nicht!

00:09:38: Und meines Wissens gibt es bisher nicht den leisesten Hinweis darauf, dass Ika Pegasi demnächst zur Supernova wird.

00:09:45: Von der enormen Distanz will ich hier gar nicht erst reden!

00:09:50: Frau Torei – dann sprechen sie doch einfach selbst mit Demeter.

00:09:54: Vielleicht wissen die Astronomen der Erde tatsächlich mehr als die Superintelligenz?

00:09:59: Lautete Karlsungs-Spöttische fast schon herablassende Antwort.

00:10:04: Nun zur drängenden Zeitachse fuhr er ohne Unterbrechung fort.

00:10:09: Das Licht braucht von IK Pegasi etwa einhundertfünfzig Jahre bis zur Erde.

00:10:15: Explodiert das System am heutigen Tag, trifft uns das vernichtende Strahlungspaket ziemlich genau um das Jahr zweitausendzweihundertsebzehn.

00:10:24: Der frühestmögliche Termin für diese Explosion ist laut Demeter bereits jetzt – der Wahrscheinlichste liegt nach ihrer Rechnung im Jahr zweitausenddreihundertsiebenundzwanzig.

00:10:34: Falls dieses System aber tatsächlich heute explodiert, haben wir lediglich noch ein Hundertfünfzig Jahre Zeit.

00:10:41: Und diese kurze Zeit müssen wir unbedingt nutzen!

00:10:44: Alle interstellar reisenden Völker benutzen die hochentwickelte Technologie der energetischen Schutzschirme.

00:10:51: Diese Schirme sind meist von kugelförmiger Gestalt – bestehen aus reiner Fünf-D Energie und umhüllen einen Raumschiff oder bei Bedarf auch einen gesamten Planeten.

00:11:01: Man kann den Energieschirm auf bestimmte Frequenzbänder abstimmen, im Akutfall auf harte Röntgen oder Gammaphotonen anschließend auf intensive UV-Strahlung.

00:11:11: Im absoluten Extremfall könnte er sogar so eingestellt werden dass er jede einfallende Strahlung vollständig absorbiert oder reflektiert.

00:11:20: Das alles gehört zur Standardtechnologie der Ortis was für uns zwar fantastisch klingen mag aber mit Demeters Bauplänen durchaus umsetzbar ist.

00:11:30: Ohne diesen Schutz, so befürchtet die Superintelligenz könnte jedes organische Leben das diesem Blitz ausgesetzt ist, ausgelöscht werden.

00:11:39: Ein leises schmerzerfülltes Einatmen ging durch die Reihen.

00:11:44: Makiko preste die Lippen so fest zusammen dass sie weiß anliefen.

00:11:49: Linda Carlson mit einem starren Blick an und sagte mit tonloser Stimme wir wollen die genauen Daten sehen alle wirklich alle ohne Ausnahme.

00:12:00: Carson nickte verständnisvoll.

00:12:03: Natürlich, auch da darf ich sie wieder direkt an Demeter verweisen!

00:12:08: Ich nehme an, Frau Toureille brennt schon förmlich darauf, genaueres aus ihrem Fachgebiet zu erfahren.

00:12:14: Doch bevor Sie sich nun allzu große Sorgen machen – wir werden definitiv etwas unternehmen.

00:12:20: Die Supernova selbst können wir zwar nicht verhindern, denn nicht einmal die Ortes hätten dazu die Macht besessen….

00:12:27: Doch Zivilisationen auf interstellarem Niveau schützen ihre bewohnten Planeten und Monde routinemäßig mit den bereits erwähnten Schutzschirmen.

00:12:36: Diese bieten sogar einen verlässlichen Schutz gegen schädliche Fünf-D-Einflüsse.

00:12:42: Wird die auftreffende Belastung jedoch zu groß, bricht der Schirm unweigerlich zusammen – weshalb er umso stabiler ist, je mehr Energie ihm zur Verfügung steht!

00:12:52: Damit habe ich auch schon die grundlegenden Defensivsysteme der Raumschiffe, der Ortess und der Baschur skizziert.

00:12:59: Auch unbewaffnete Handelsschiffe benötigen zwingend derartige Schutzschirme.

00:13:04: Wenn ein Schiff mit der Standardgeschwindigkeit von zehn Prozent der Lichtgeschwindigkeit fliegt und auf gewöhnliche Materie mit einer Masse von beispielsweise nur zehn Gramm trifft entspricht die freigesetzte Energie bereits einer taktischen Atombombe von ungefähr einen tausend Tonnen TNT.

00:13:20: Unser Ziel ist daher klar definiert.

00:13:23: Wir müssen die Erde und alle bis dahin bewohnten Himmelskörper des Sonnensystems mit solchen Schutzschirmen versehen.

00:13:30: Dafür brauchen wir die Ortestechnologie, und die erhalten wir laut Gesetz nur dann, wenn wir eine geeinte Weltregierung haben.

00:13:38: As hoch hob erstaunt Die Augenbrauen.

00:13:41: Politik als zwingende Voraussetzung für Technik.

00:13:45: Konsequenter und radikaler geht es wohl kaum.

00:13:49: Als erste konkrete Maßnahme planen wir eine Expedition direkt zum System HR-Achttausendzweihundertzehn.

00:13:57: Wir müssen vor Ort prüfen, ob Stern B bereits explodiert ist und falls dies noch nicht geschehen ist werden wir alle verfügbaren Daten sammeln um unsere Berechnungen weiter zu verfeinern.

00:14:09: Carlson atmete einmal tief und schwer durch ehe er mit ernster Mine fortfuhr.

00:14:14: sie haben jetzt genau drei Tage Zeit sich bei Demeter jede nur gewünschte Information zu holen.

00:14:20: Im Computer Ihres Apartments finden Sie zudem meine E-Mail-Adresse.

00:14:25: Wir können auch jederzeit per drei D Videokonferenz sprechen oder sie suchen mich einfach persönlich auf.

00:14:32: Meine Adresse hier lautet Mandela Street IV.

00:14:36: Nach Ablauf dieser drei Tage werde ich Sie um eine endgültige Entscheidung bitten.

00:14:42: Sollten Sie sich dazu entschließen, werden sie entsprechend ihrer Fachrichtung in unsere Struktur integriert.

00:14:49: Die Bezahlung wird mehr als großzügig sein, aber ich vermute stark, dass dies nicht ihr Hauptmotiv für diese Aufgabe ist!

00:14:57: Wir müssen Lösungen für ihre Familien und Freunde finden – damit diese nicht fälschlicherweise glauben, Sie wären verstorben.

00:15:05: Sie dürfen ….

00:15:06: nein….

00:15:06: sie sollen ausdrücklich Kontakt aufnehmen.

00:15:14: dass sie im geheimen Auftrag ihrer Regierung für zwei bis drei Jahre unabkömmlich sind.

00:15:19: Briefe oder E-Mails werden zuverlässig weitergeleitet, wobei das Briefgeheimnis stets gewahrt bleibt.

00:15:26: Telefonate sind jedoch nur sehr eingeschränkt möglich – denn von Ganymed aus wäre das aufgrund der Lichtlaufzeit von dreißig bis fünfzig Minuten schlicht nicht sinnvoll.

00:15:36: Telephonieren können Sie daher nur von der Erde oder aus Ihrem Orbit!

00:15:41: Und dafür müssen sie sich rechtzeitig für den nächsten planmäßigen Flug anmelden.

00:15:46: Solche Flüge finden regelmäßig statt, mindestens einmal pro Woche.

00:15:51: Das Fluggerät kennen Sie bereits Es ist einer der Jets mit denen Sie hergebracht wurden.

00:15:57: Diese Jets sind in Wahrheit als konventionelle Flugzeuge getarnte Raumschiffe die eine Geschwindigkeit von bis zu zehn Prozent Lichtgeschwindigkeit erreichen können.

00:16:07: Er machte eine kurze Waage-Geste zur Decke als legen die gewaltigen Maschinen direkt über ihren Köpfen.

00:16:14: Anna sah unwillkürlich nach oben und stellte sich lebhaft die Jets vor, die dort oben im ewigen Eis verborgen auf ihren Einsatz warteten.

00:16:23: Karlsungs Stimme klang gegen Ende merklich leiser, während er seinen Blick noch einmal forschend durch die Reihen wandern ließ.

00:16:31: Er ein privater Erdaufenthalt wird ihnen jedoch nur in Ausnahmefällen möglich sein.

00:16:36: Sollten sie sich irgendwann dazu entscheiden ... nicht mehr für uns arbeiten zu wollen, während der rote Kreis noch nicht öffentlich bekannt ist, werden ihre Erinnerungen an diese Zeit unwiderruflich gelöscht.

00:16:48: Das ist ein Eingriff – der erheblich schwerwiegender ist als das bloße Vergessen einzelner Tage!

00:16:55: Sollte der Rote Kreise jedoch eines Tages seine Geheimhaltung aufgeben wird ihr Gedächtnis vollständig wiederhergestellt.

00:17:02: Er reuspernte sich kurz, als wolle er einen Klos im Hals lösen.

00:17:06: dann schloss er formell.

00:17:08: Das war es für heute.

00:17:09: Ich danke Ihnen für Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und hoffe inständig, dass jeder für sich – aber letztlich auch für uns alle die richtige Entscheidung treffen wird!

00:17:19: Ohne viele Gästen, beinahe unscheinbar in seiner gesamten Art verließ er den Saal.

00:17:25: Die fünf Neuankömmlinge blieben allein zurück und schwiegen eine gefühlte Ewigkeit lang.

00:17:31: Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach... Denn sie alle waren von den Worten Karlsungs und der schieren Tragweite der Situation tief beeindruckt.

00:17:40: Schließlich durchbrach Lynn mit belegter Stimme die Stille.

00:17:44: Was für eine Frage stellt sich uns hier eigentlich?

00:17:47: Natürlich bleibe ich hier.

00:17:49: Demeter ist ein Wunder, Und Ich will unbedingt verstehen wie diese Superintelligenz im Detail funktioniert.

00:17:56: Ihre Stimme war deutlich leiser als sonst Beinahe atemlos vor purer Faszination.

00:18:02: Ludwig hob eine Augenbraue, während ein flüchtiger Schatten eines Lächelns über sein Gesicht huschte.

00:18:09: Wenn wir die einmalige Chance haben zu lernen und dabei auch noch die Erde zu retten, wüsste ich beim besten Willen nicht wie man da guten Gewissens nein sagen sollte.

00:18:19: Anna fühlte sich momentan förmlich erschlagen von der schieren Fülle an Informationen war zugleich aber von einer tiefen Entschlossenheit beseelt.

00:18:28: Ich will auch bleiben Aber was ist mit Xiao?

00:18:31: fragte sie leise, fast schon zaghaft in die Runde.

00:18:35: Ihre Hände lagen dabei flach auf den Oberschenkeln um das verräterische Zittern zu verbergen dass sie erfasst hatte.

00:18:42: Linn wurde so gleich Totenblass.

00:18:45: Ich kann je unmöglich verlassen.

00:18:48: wir sind immerhin verlobt.

00:18:50: Sie balte unbewusst die Hände zu fäustern und Staate verloren auf dem sterilen Boden.

00:18:55: Azhok zog sein Mobiltelefon aus der Tasche starte kurz auf das dunkle Display und legte es dann wieder hin, völlig unentschlossen darüber was er in dieser Situation nun tun sollte.

00:19:07: Auch die anderen dachten in diesem Moment unweigerlich an ihre Familien und ihr altes Leben.

00:19:13: Anna gestand sich schließlich ehrlich ein dass es ihr nicht nur um die noble Rettung der gesamten Menschheit ging sondern auch um die ganz persönliche unvergleichliche Chance das Sonnensystem zu erkunden eine völlig neue Physik zu begreifen und das Vermächtnis einer fremden Zivilisation zu studieren.

00:19:30: Diesem gewaltigen Sog, dieser brennenden Neugier konnte sie sich schlichtweg nicht entziehen – und sie spürte instinktiv, dass es den anderen in ihrem Inneren ganz ähnlich ging.

00:19:41: Sie atmete tief ein, gab sich einen Ruck-und-Rief fast schon zu laut!

00:19:46: Wir müssen unsere persönlichen Interessen jetzt zurückstellen….

00:19:49: wir wurden für würdig befunden an der Rettung der gesamten Menschheit mitzuwirken.

00:19:55: Deshalb werde ich

00:19:56: bleiben.".

00:19:57: Noch während sie sprach, erschrak sie förmlich über das Pathos ihrer eigenen Worte – eigentlich lag es ihr Fern-, derart feierlig oder gar heroisch zu klingen und sie wusste genau dass sie ihre wahren egoistischeren Beweggründe in diesem Moment verschwiegen hatte.

00:20:14: Eine verräterische Schamröte stieg ihr ins Gesicht!

00:20:18: Doch es war bereits zu spät Denn ihre Worte hatten bereits ihre Wirkung auf die Gruppe entfaltet.

00:20:24: Makiko nickte langsam und bedächtig, während Asok kaum merklich die Hand hob als würde er in einer förmlichen Abstimmung sein wichtiges Votum abgeben.

00:20:34: Ja du hast absolut recht, sagte Ludwig nach einer kurzen Pause.

00:20:39: Ich bleibe ebenfalls.

00:20:41: Seine Stimme klang dabei wesentlich fester als Anna es in diesem Moment erwartet hätte.

00:20:47: Lin nickte schließlich ebenfalls sichtlich Umfassung bemüht.

00:20:52: Auch Ashok und Makiko erklärten nacheinander, dass sie bleiben wollten.

00:20:57: Nach einem kurzen andächtigen Schweigen fügte Makiko hinzu.

00:21:01: Dann machen wir es von Anfang an richtig – mit harten Daten, Protokollen und klaren Regeln!

00:21:07: Und vor allem brauchen wir Zeit.

00:21:10: Zeit wiederholte Analyse und blickte sehnsüchtig zur dunklen Kuppel empor hinter deren Undurchsichtigkeit der Riese Jupiter verborgen lag Und handfeste Beweise, ergänzte sie in ihren Gedanken mit grimmiger Entschlossenheit.

00:21:25: Dann fangen wir am besten sofort an uns diese Zeit auch zu nehmen.

00:21:30: Makikos Stimme war jetzt völlig ruhig beinahe sanft.

00:21:34: Ludwig atmete hörbar und erleichtert aus.

00:21:37: Für einen kurzen Moment fühlte es sich so an als hätte die Gruppe gerade einen ersten kleinen aber entscheidenden gemeinsamen Schritt in eine ungewisse Zukunft getan.

00:21:48: Auf dem Weg hinaus blieb Anna noch kurz im Gang stehen.

00:21:52: Die Tür trug eine weitere dieser seltsamen, fast schon profan wirkenden Adressen.

00:21:56: – Queen IIII.

00:21:59: Sie fuhr sanft mit dem Finger über das Schild als könnte sie damit den Ort oder eine Antwort herbei wünschen.

00:22:06: Dann steckte sie das Navigationsgerät ein und machte sich entschlossen auf den Weg Eine endlose Liste von Fragen im Kopf und einen einzigen Namen.

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