Aufbruch - Kapitel 6 - Ortis
Shownotes
Ana und ihre Kollegen fordern von Geoffrey Carlson Beweise für seine Behauptungen, die ihr physikalisches Weltbild erschüttern. Carlson schildert daraufhin die Geschichte der Ortis.
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00:00:02: Nach einem ausgiebigen Frühstück, das seltsam geschmacklos an ihr vorbeigegangen war, traf sich Anna um neun Uhr wieder mit ihren vier Kollegen im Hörsaal.
00:00:16: Das unglaubige Staunen des gestrigen Tages hing noch immer wie ein schwerer Nebel im Raum und war fast körperlich greifbar.
00:00:23: In ihren Gesichtern war der Zweifel am scheinbar unmöglichen tief eingezeichnet – doch gleichzeitig quälte sie die dunkle Ahnung!
00:00:30: dass Jeffrey Carlson keineswegs von Fantastereien, sondern von Tatsachen sprach.
00:00:34: Wenn das alles stimmen sollte, so dachte Anna nun schon zum hundertsten Mal – dann würde nichts auf dieser Welt so bleiben wie es einmal war!
00:00:42: In diesem Moment wurde das Undenkbare plötzlich denkbar, während ihre geliebte Physik und die wunderbar präzise Relativitätstheorie von Albert Einstein vor ihrem geistigen Auge zu einem Scherbenhaufen zerbrach.
00:00:53: Diese Erkenntnis traf sie hart, beinahe noch furchterregender war der Gedanke….
00:00:58: Wir sind nicht allein im Universum.
00:01:01: Doch eine andere Anna, jene Nüchterne und stets skeptische Stimme in ihrem Inneren meldete sich wieder zu Wort und fragte ob nicht doch alles nur eine gewaltige Inszenierung sei!
00:01:10: Wenn dem so wäre, welchen Grund gäbe es dann für eine Täuschung von so monumentalen Ausmaßen?
00:01:16: Sie spürte wie ihre Hände feucht wurden und ihr Puls sich beschleunigte.
00:01:21: Mit einer Stimme die fester klingen sollte.
00:01:23: als sie sich fühlte wandte sie sich an Jeffrey der erst vor einigen Sekunden den Raum betreten hatte.
00:01:29: Ich brauche jetzt endlich handfeste Beweise.
00:01:32: Erzählen Sie uns die ganze Geschichte, ohne weitere Umschweife!
00:01:36: Wie kamen wir hierher?
00:01:37: Wer erbaute diese Station und aus welchem Grund geschah dies?
00:01:41: Welche Rolle spielt die Superintelligenz Demeter in diesem Gefüge?
00:01:46: Los reden sie schon, forderte Anna mit einer wachsenden kaum noch zu bändigenden Ungeduld.
00:01:51: Carson nickte kaum merklich als hätte er in stoischer Ruhe auf diese fordernden Worte gewartet.
00:01:58: Kurz zu Demeter, sie ist das komplexe Produkt einer hochentwickelten interstellaren Zivilisation – aber lassen Sie mich die Ereignisse von Anfang an schildern!
00:02:07: Er nahm einen Schluck Wasser, stellte das Glas mit einer beinahe rituellen Behutsamkeit ab und begann schließlich eine Erzählung, welche die Grundfesten ihrer Wirklichkeit für immer verändern sollte.
00:02:17: Vor rund elftausend Jahren wurde unser Sonnensystem von den Ortes besucht, einem Volk dass die interstellare Raumfahrt in Perfektion beherrschte.
00:02:25: Damals befanden sie sich in einem verzweifelten, bereits mehrere Jahrzehnte andauernden Krieg mit dem Volk der Bashur.
00:02:32: Ein kaum hörbares technisch wirkendes Siren erklang im Raum.
00:02:37: Eine brillante Holografie materialisierte sich seitlich von Jeffrey und projizierte eine detailreiche dreidimensionale Sternenkarte in die Luft.
00:02:45: Niemand im Saal wagte zu fragen wie diese komplexe Projektion überhaupt gesteuert wurde?
00:02:51: Die Baschur waren die Aggressoren in diesem Konflikt, technologisch zwar weniger entwickelt als die Ortes – dafür aber vollkommen gnadenlos in ihrem Vorgehen.
00:03:00: Die Ortes hingegen waren von Natur aus friedliebend, da ihnen jegliche Formen von Gewalt instinktiv verhast war.
00:03:07: Genau diese ethische Disposition machte sie jedoch schwach in einem Vernichtungskrieg gegen ein Volk, dessen gesamtes gesellschaftliches System einzig auf Dominanz und Zerstörung beruhte.
00:03:18: Carson hielt inne und ließ seinen Blick schwer durch den Hörsaal wandern.
00:03:22: In der darauf folgenden, drückenden Stille hörte Anna nichts außer ihrem eigenen hemmenden Herzschlag.
00:03:28: Um der drohenden Auslöschung zu entgehen, schufen die Ortes schließlich Roboter gesteuerte Kampfschiffe.
00:03:34: Diese gewaltigen Flotten konnten den Krieg zwar hinaus zögern – aber eine endgültige Entscheidung vermochten sie nicht herbeizuführen!
00:03:41: Der Grund war simpel — Die Maschinen gehorchten der friedfertigen Logik ihrer Erbauer Denn auch ihnen fehlte das raubtierhafte, skrupellose Denken der Bashur.
00:03:51: Ashok beugte sich mit einem nachdenklichen Ausdruck vor und flüsterte heiser – die Schwäche der Ethik!
00:03:57: In ihrer tiefsten Verzweiflung fuhr Carlson mit belegter Stimme fort, entdeckten die Ortes schließlich das Potenzial des Homo Sapiens.
00:04:05: Wir waren in ihren Augen junge, aggressive und höchst flexible Wesen, die voller Neugier-und ungebändigtem Kampfgeist steckten.
00:04:13: Wir waren das ideale Werkzeug, um jene taktischen Lücken zu schließen, die sie aufgrund ihrer Natur selbst nicht füllen konnten.
00:04:20: Eine zweite Projektion sprang mit leisem Knistern an und zeigte schematische Silhouetten sowie blinkende Datenkolonnen.
00:04:25: mit dem Hinweis Ganymed – Werftensektor.
00:04:29: Von der Erde entführten Sie damals Tausende Kinder von Stämmen, die ihnen durch eine besondere Mischung aus Intelligenz- und Aggressivität aufgefallen waren.
00:04:37: Jedes dieser Kinder erhielt in der Folge einer Ausbildung wie sie selbst in der heutigen Zeit auf der Erde, in dieser Intensität nicht denkbar wäre.
00:04:45: Im Alter von nur sechzehn Jahren wurden die am besten geeigneten ausgewählt und zu hocheffizienten Raumsoldaten geformt.
00:04:52: Der Plan sah vor dass Sie mit eigens für Menschen konstruierten Kriegsschiffen aktiv in den blutigen Kampf eingreifen sollten.
00:04:59: Bei diesen Worten stockte Anna der Atem Menschen hierauf Ghanimet Und das bereits in der Jungsteinzeit.
00:05:07: Ludwig flüsterte erschüttert.
00:05:09: Sie wurden schlicht als Krieger geholt.
00:05:12: Ungefähr in einem Alter von fünfundzwanzig Jahren kamen die menschlichen Söldner schließlich zu ihrem ersten Einsatz, sagte Carlsen.
00:05:20: Mit lediglich zweihundertfünf Schiffen attackierten sie eine überlegene Flotte der Bashur von fünfhundertvierzig Einheiten und sie schlugen sie vernichtend.
00:05:29: Er machte eine längere Pause und preste die Lippen zusammen, als müsste er sich mühsam zum nächsten Satz zwingen.
00:05:36: Doch der Triumph der Menschen wurde für die Ortes schnell zum absoluten Schrecken.
00:05:40: Die Flotte der Menschen machte keinerlei Gefangene!
00:05:44: Sie zerstörten systematisch jedes einzelne Baschurschiff, ohne die geringste Rücksicht auf deren verbliebene Kampffähigkeit zu nehmen.
00:05:51: Sogar die wehrlosen Rettungsboote wurden gnadenlos vernichtet.
00:05:55: Es war eine Grausamkeit, die für das Wesen der Ortess vollkommen unvorstellbar war.
00:06:01: Sie nahmen die Schuld an diesem Kriegsverbrechen auf sich – denn sie fühlten dass sie sich an der noch unreifen Menschheit versündigt hatten.
00:06:08: Niemand im Raum sprach ein Wort, sogar das stetige Summen der Lüftung schien für einen kurzen Herzschlag auszusetzen.
00:06:16: Das, sagte Makiko schließlich mit belegter Stimme ist wohl der Preis für Experimente an einem unterentwickelten Volk.
00:06:24: Carsten nickte langsam.
00:06:26: Genauso isst es!
00:06:28: Die zivile Regierung der Ortes war über das Ausmaß der Gewalt zu tiefst entsetzt.
00:06:33: Die menschlichen Söldner wurden daraufhin auf einem fernen, erdähnlichen Planeten ausgesetzt, damit ihre Entwicklung unberührt von äußeren Einflüssen weitergehen konnte.
00:06:42: Die Menschen auf der Erde durften nach dem Willen der Ortess keinesfalls mit ihren Hochgebildeten aber brandgefährlichen Artgenossen in Kontakt kommen.
00:06:50: Die Anlage auf Ghanimet ließen sie jedoch zurück – konserviert als Vermächtnis für eine ferne Zukunft.
00:06:57: Für uns!
00:06:58: Demeter wurde in dieser Zeit zur stillen ewigen Wächterin über die Menschheit.
00:07:03: Carlson atmete tief ein, während sein Gesichtsausdruck noch düsterer wurde.
00:07:08: Und dann kam schließlich das Ende.
00:07:11: Dreiundzwanzig Jahre lang erreichten Demeter noch sporadisch Nachrichten aus der Ferne.
00:07:16: Dann kamen der letzte endgültige Bericht.
00:07:19: Alle siebenunddreißig Heimatsysteme der Ortes waren gefallen.
00:07:22: Ein interstellarer Völkermord folgte.
00:07:25: Die Stille die nun im Raum herrschte war so dicht und schwer dass niemand mehr zu Atmen wagte.
00:07:31: Um die genaue Position des Sonnensystems nicht preiszugeben, fügte Carlson leise hinzu.
00:07:36: Kappte Demeter damals sämtliche Überlichtverbindungen.
00:07:39: Seit elftausend Jahren ist sie nun vollkommen allein und wir sind es mit
00:07:43: ihr.".
00:07:44: Noch ein Wort zu Demeter!
00:07:46: Sie war auch für die Ortes etwas ganz Besonderes und wurde nicht von ihnen erbaut.
00:07:51: Wer sie tatsächlich erschaffen hat und aus welchem Grund sie einst nach Ghanimet kamen darüber bewahrt die Superintelligenz leider bis heute behalig ihr Schweigen.
00:08:00: Zurück in ihrem Apartment setzte sich Anna sofort an den Computer.
00:08:04: Sie war erschöpft, aber gleichzeitig getrieben von einem inneren Feuer der Erkenntnis.
00:08:09: Demeter – wer hat dich wirklich erschaffen?
00:08:13: Das will ich dir nicht sagen!
00:08:15: War die prompte und abweisende Antwort.
00:08:18: Wie kamst du ursprünglich auf den Jupiter-Mond Ghanimet?
00:08:22: Darüber darf ich dir leider keine Auskunft geben….
00:08:25: Es war nicht so, dass Anna Jeffrey die Geschichte nicht geglaubt hätte... Aber sie wollte die Ablehnung von Demeter persönlich hören, in der Wagenhoffnung – in der Struktur der Antwort vielleicht einen versteckten Hinweis zu entdecken.
00:08:37: Doch dieser Versuch war kläglich gescheitert!
00:08:40: Demeter, wer gab dir eigentlich deinen Namen?
00:08:43: Nun klang Demeters Stimme plötzlich weich und klar, ganz anders als zuvor, fast so, als wäre sie eine völlig andere Entität….
00:08:51: Hallo Anna!
00:08:52: Jeffrey Carson gab mir diesen Namen... In der griechischen Mythologie war Demeter die Göttin des Lebens und Carlson glaubte fest daran, dass dieser Name meiner eigentlichen Aufgabe entspräche.
00:09:04: Wikipedia fragte Anna Spötisch.
00:09:07: Ein winziges Zögern folgte als müsse die SI die Ironie erst verarbeiten.
00:09:11: dann antwortete Demeter sanft Wenn du meinen Sinn für Humor testen willst Ja ich empfinde unter gewissen Umständen sogar Freude bei einem gelungenen Scherz Aber ich werde ganz sicher nicht mit dem minderwertigen Soundchip in diesem primitiven Computer kichern, denn das wäre unter meiner Würde.
00:09:27: Anna lachte über diese trockene Antwort – kurz und echt!
00:09:31: Vielleicht so dachte sie bei sich, vielleicht empfindet diese Maschine wirklich etwas?
00:09:37: Das wollte ich dich auch noch fragen….
00:09:39: In meinem Apartment befindet sich ausschließlich Technik die dem aktuellen Standard der Erde entspricht.
00:09:44: Ist das überall auf der Station so…?
00:09:47: Wer hat all diese markenlosen Geräte hergestellt?
00:09:51: Alle Bewohner können sich jederzeit Ortestechnologie einbauen lassen, sofern sie es ausdrücklich wünschen.
00:09:57: Nur die Neuankömmlinge sollen sich anfangs wie zu Hause fühlen – darum die vertraute irdische Technik!
00:10:03: Alle Geräten werden direkt hier auf Ganymed in den automatisierten Produktionsanlagen hergestellt.
00:10:09: Erklär mir den Überlichtflug.
00:10:11: Wechselt Anna schlagartig das Thema um die Superintelligenz?
00:10:17: Wenn das alles stimmt, dann ist unsere gesamte Physik ein einziger Irrweg, was sich schlicht noch immer nicht glauben kann.
00:10:24: Nein!
00:10:25: Erwiderte Demeter mit einer stoischen Ruhe.
00:10:28: So wie Newtons Gravitationstheorie nicht grundsätzlich falsch war, sondern lediglich einen kleinen Teil des größeren Ganzen darstellt.
00:10:36: Euch fehlt schlicht die notwendige Mathematik für die Vereinigung der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik – und vor allem fehlt euch.
00:10:46: Anna runzelte die Stirn und versuchte, die Begriffe einzuordnen.
00:10:50: Fünftes Continuum?
00:10:52: Das kenne ich bisher nur aus billiger Science-Fiction!
00:10:56: Das soll es in der Realität wirklich geben.
00:10:59: Stell dir die bekannte Raumzeit in vier Dimensionen einfach als ein flaches Blatt Papier vor.
00:11:04: Beginnt Demeter ihre Erläuterung.
00:11:07: Zwei Punkte sagen wir Nairobi auf der Erde und Ganimeth hier im All liegen auf diesem Papier weit voneinander entfernt.
00:11:14: Ein zweidimensionales Wesen müsste den mühsamen Weg direkt auf der Fläche zurücklegen, aber wenn wir das Blatt einfach falten.
00:11:22: Auf dem Bildschirm erschien die grafische Darstellung eines gefalteten Blattes und ein Lichtpunkt sprang augenblicklich von einem Ende zum anderen.
00:11:31: Dann sind diese beiden Punkte plötzlich unmittelbar benachbart.
00:11:35: Genau das geschieht im fünften Continuum Wir falten die Raumzeit und die Reise ist kein Flug sondern ein Sprung in absoluter Nullzeit.
00:11:44: Anna hielt für einen Moment den Atem an, doch das Bild war ihr viel zu einfach.
00:11:49: Mit dieser banalen Erklärung kannst du vielleicht neugierige Grundschüler zufrieden stellen – aber sicher nicht mich, schnaubte sie, zutiefst enttäuscht von dieser Oberflächlichkeit!
00:11:58: Es tut mir leid, Anna, aber genauere wissenschaftliche Details darf ich dir nicht nennen.
00:12:04: Das verbietet mir meine grundlegende
00:12:05: Programmierung.".
00:12:07: Dann erkläre mir wenigstens wie so ein Sprung in der praktischen Anwendung abläuft... oder unterliegt das auch einer strikten Sperre.
00:12:16: Doch, dass darf ich dir erläutern", kam es ungerührt von Demeter zurück.
00:12:21: Dann änderte sie plötzlich ihren Tonfall und sie klang wie eine erfahrene Dozentin die einer Studentin eine bahnbrechende Erkenntnis erklärt.
00:12:28: Folgendes ist zu beachten.
00:12:30: Erster Schwerkraft is der größte Feind.
00:12:33: Starke Gravitationsfelder von massereichen Planeten oder Sternen verzerren die sprichwörtliche Straße des Kontinuums.
00:12:40: Wir müssen daher zwingend Mindestabstände einhalten, was ungefähr zehn Lichtminuten zu einem Planeten mit der Masse der Erde und ungefähr eine Lichtstunde zu einer Sonne vom Typ eines G-Sterns bedeutet.
00:12:51: Zweiter wir brauchen Schwung für den Übergang.
00:12:53: Mindestens fünf Prozent der Lichtgeschwindigkeit sind für den Sprung nötig – ideal sind jedoch zehn Prozent!
00:12:59: Mehr Geschwindigkeit ist nicht sinnvoll, da das Risiko von Kollisionen im Normalraum steigt und es keinerlei Vorteile.
00:13:08: Dritte Reichweite und notwendige Pausen.
00:13:11: Theoretisch sind Sprünge über fünfhundert Lichtjahre möglich, in der täglichen Praxis jedoch nicht praktikabel.
00:13:17: Der Standard bei den Ortes waren Sprüngel von etwa sechzig Lichtjahren.
00:13:22: Die energetische Aufladung der Systeme dauert danach etwa zwölf Stunden.
00:13:26: Das ergibt unterm Strich eine Reisegeschwindigkeit von fünf Lichtjaren pro Stunde.
00:13:31: Vierter die Navigation ist sehr komplex.
00:13:34: Sie dauert oft mehrere Stunden und erfordert eine Mathematik die du heute noch nicht kennst.
00:13:39: Da jedoch bereits während der Aufladephase gerechnet wird, entsteht effektiv kein Zeitverlust für die Reise.
00:13:46: Fünfter Fehler sind absolut tödlich!
00:13:48: Wer versucht zu nah an großen Massen zu springen kann im fünf D Continuum buchstäblich verwehen.
00:13:54: Im besten Fall kommt man lediglich weit vom Kurs ab – im schlimmsten Fall endet die Existenz des Schiffes.
00:14:00: Anna schluckte schwer und merkte wie ihre Kehle trocken wurde.
00:14:04: Das waren keine Wagen Science-Fiction Begriffe mehr sondern knallharte, praktische Anweisungen.
00:14:10: Es fühlte sich an wie eine nüchterne Bedienungsanleitung für ein Fahrzeug das schneller als das Licht fliegen konnte.
00:14:17: Der Wunsch diese neue Physik in ihrer Gänze zu begreifen hatte sich in diesem Moment ins Unendliche gesteigert.
00:14:24: und Wie steht es um die Kommunikation?
00:14:27: Funktioniert diese ebenfalls über Licht?
00:14:29: schnell wollte sie wissen Ja aber normalerweise nur bis zu einer Distanz von Achtzig Lichtjahren.
00:14:36: Für größere Strecken braucht es zwangsläufig Relé-Stationen.
00:14:40: Sowohl der fünf D-Funk als auch die Sprünge selbst lassen sich zu dem Orten, dozierte demeter weiter.
00:14:47: Stellest dir wie eine Spur im Wasser vor!
00:14:49: Der Funk hinterlässt eine feine Rinne in der Raumzeit, die bis etwa zehn Lichtstunden weitortbar ist.
00:14:55: Sprüngel sind sogar noch auffälliger und bleiben bis zu einem Radius von etwa eins Komma Fünf Lichtjahren um Staat und Ziel nachweisbar.
00:15:02: Je länger der Weg des Sprungs desto stärker wird die zurückbleibende Spur.
00:15:07: Widerstieg ein heißer Zorn in Anna hoch, denn die bildhafte – fast schon gönnerhafte Sprache Demeters enthielt nur kühne Behauptungen ohne auch nur einen Hauch eines wissenschaftlichen Beweises.
00:15:18: Themenwechsel Ab wann dürftest du in der Neuzeit Kontakt zu den Menschen aufnehmen?
00:15:23: Das geschah ab dem zweiundzwanzigsten Juli nineteenhundertneun und sechzig.
00:15:28: Anna horchte sofort auf und überlegte kurz Einen Tag nach der ersten Mondlandung.
00:15:35: Genau!
00:15:36: Erst als genügend fundamentale Bedingungen erfüllt waren, durfte ich den Kontakt suchen.
00:15:41: Die Menschheit musste sowohl die Relativität als auch die Quantenmechanik grundlegend verstehen.
00:15:47: Ein signifikanter Anteil der Bevölkerung musste zudem in Freiheit leben und die wichtigste Hürde – ihr musstet erstmals einen anderen Himmelskörper aus eigenem Antrieb betreten.
00:15:58: Anna schwieg für eine Weile, als wartete sie förmlich auf tiefergehende Erklärung.
00:16:03: Da diese jedoch nicht kam, fuhr sie leise und nachdenklich fort.
00:16:07: Aber du sprachst vorhin von noch einer weiteren
00:16:10: Bedingung.".
00:16:11: Ja", antwortete Demeter, und zum ersten Mal klang ihre sonst so unerschütterliche Stimme seltsam unsicher.
00:16:17: Es ist eine Bedingungen die kein Mensch aktiv beeinflussen kann – und sie ist es, die mir große Sorgen bereitet!
00:16:24: Doch mehr dazu hörst Du heute Nachmittag von Jeffrey.
00:16:27: Anna sah kurz auf die Uhr zwölf Uhr fünfundvierzig.
00:16:31: Ein flaues Hungergefühl mischte sich nun mit einer bleierenden Müdigkeit.
00:16:36: Zeit fürs Mittagessen.
00:16:38: Wir sprechen später weiter.
00:16:41: Natürlich entgegnete Demeter prompt Ich stehe dir jeden Tag zur Verfügung.
00:16:47: Anna lächelte matt, während sie sich vom Computer abwandte.
00:16:51: ich hoffe doch sehr du meinst damit Erdentage.
00:16:54: Doch Demeter schwieg und gab keine Antwort mehr.
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