Gutar Irin - Kapitel 03 - Gründerzeit
Shownotes
Die auf Agis II ausgesetzten Frauen und Männer versuchen zu überleben.
Transkript anzeigen
00:00:00: Kapitel III.
00:00:01: Gründerzeit, zehnte Juni.
00:00:03: neuntausend zweihundertneuen vor Christi Geburt.
00:00:06: Jahr eins Tag eins Agis Zeitrechnung.
00:00:10: Der Rhythmus dieser nassen Welt zwingt uns in die Knie wenn wir uns nicht unverzüglich anpassen.
00:00:16: Ein lokaler Tag auf Agis miss gerade einmal fünfzehn unserer gewohnten Stunden.
00:00:21: er ist damit um ein volles Viertel kürzer als jener vertraute Zyklus von zwanzig Stunden den die Ort des einst als das Mars unserer Tage festlegten.
00:00:30: Unsere biologischen Uhren, geformt von der fernen blauen Kugel und über achtzehn Jahre lang im Refugium der Ortis Gnadenlos auf jenen Takt konditioniert, rebellieren nun heftig gegen diesen überstürzten Wechsel von Licht-und Schatten.
00:00:43: Eine bleierne ständige Erschöpfung liegt wie ein schweres, nasses Tuch über dem gesamten Lager.
00:00:50: Doch ich weigere mich strikt, diesen Planeten unsere Schwäche spüren zu lassen!
00:00:55: Um hier nicht nur mühsam zu existieren, sondern wahrhaftig zu herrschen müssen wir aufhören vergeblich gegen die Natur von Agis anzukämpfen.
00:01:05: Wir müssen sie uns zueigen machen!
00:01:07: Deshalb habe ich heute einen unmissverständlichen Befehl an alle zwanzigtausend Frauen und Männer ausgegeben.
00:01:13: Ab heute rechnen wir ausschließlich in der Zeitrechnung dieses fremden Sterns.
00:01:18: Ein Agisjahr um fast vierhundertzwölf lokale Tage.
00:01:22: Um die lähmende Erschöpfung zu brechen habe ich den kurzen Tag in exakt fünfzehn Stunden unterteilen lassen.
00:01:29: Nach diesem neuen Takt koordinieren wir ab sofort die Arbeit, die wachen und die notwendigen Ruhepausen in unserer primitiven Zeltstadt.
00:01:37: Da uns die Ortis unsere persönlichen Habseligkeiten nicht abnahmen befinden sich einige technische Geräte in unserem Besitz darunter programmierbare Chronometer.
00:01:48: Diese Umstellung ist weit mehr als eine bloße astronomische Anpassung oder eine einfache Rechenübung für unser Überleben.
00:01:56: Sie ist ein Symbol, ein scharfer endgültiger Schnitt durch unsere eigene Vergangenheit!
00:02:02: Wir durchtrennen damit bewusst die letzten Fäden, die uns noch an unser altes Leben binden.
00:02:20: Sie basierten auf der Zeit der Heimat, überwacht und berechnet von den Systemen der Ortis.
00:02:26: Jene Zeitrechnung ist hiermit erloschen!
00:02:30: Da uns die Ortis jegliche fortschrittliche Technologie entzogen haben, ritze ich diesen ersten Eintrag mit der scharfen Kante eines Steins in die geglättete Rinde eines gefelten Baumes.
00:02:40: Es ist ein primitiver Akt der mich unwillkürlich an den alten Steinschläger Bero aus meiner Kindheit erinnert und doch fühlt es sich paradoxerweise an wie die erste Ware freie Atemzug meines Lebens.
00:02:52: Von nun an zählt allein Agis.
00:02:55: Dies ist der Erste Tag des ersten Jahres Unsa Ja, Jahr eins, Tag neunundfünfzig.
00:03:03: Der Überlebenskampf der ersten Wochen hat sich allmählich in eine harte körperlich-zermürbende aber doch berechenbare Routine verwandelt.
00:03:12: Heute Abend wird in der Mitte unseres kahlgeschlagenen Lagers ein Feuer entzündet werden, nicht allein.
00:03:17: Um die feuchte Kälte der hereinbrechende Nacht abzuwehren, sondern viel mehr als ein weit hinsichtbares politisches Symbol.
00:03:32: Logistiker und Wissenschaftler, deren Geister einst für die lautlose Lehre des ALS und die Bedienung komplexer fünf D-Technologie geformt wurden bedürfen nun dringend einer neuen Struktur um im Schlamm dieses Planeten nicht vollends den Verstand zu verlieren.
00:03:46: Endlich werden wir das militärische Vakuum beenden und eine formale Regierung welln – eine Führung, die den Rhythmus und die unerbittlichen Gesetze unseres neuen Lebens diktiert.
00:03:56: Ich habe mich für einen Amt beworben Genauer gesagt für die oberste Position innerhalb des neuen Führungsrates.
00:04:04: Meine Entscheidung entspringt dabei nicht menschlichen Geltungstrang.
00:04:08: Mein Entschluss resultiert einzig aus einem tiefen, eisernen Pflichtbewusstsein und ernüchternen Erkenntnis dass ich für die anstehenden Aufgaben besser geeignet bin als jeder meiner Kameraden.
00:04:19: Ich betrachte die anderen Offiziere mit großer Genauigkeit.
00:04:24: Viele von ihnen sind brillant Geformt durch die gleichen harten Lehrgänge wie ich selbst.
00:04:30: Doch wenn ich unsere Situation genau betrachte, unsere begrenzten Ressourcen diese feindselige Umgebung dann gelange ich zu diesem Schluss.
00:04:38: Ihnen fehlt die letzte Konsequenz!
00:04:41: Meine Erfolge als Flottenkommandant im fernen Orterssystem und Die Vernichtung der Baschur sind nicht nur ein historischer Verdienst.
00:04:49: Das ist vielmehr der unwiderlegbare Beweis meiner kognitiven und taktischen Überlegenheit.
00:04:55: Als den am besten geeigneten Kandidaten für den zweiten Rat Schluck ich Joryn vor.
00:05:00: Überraschenderweise lehnte er mit der Begründung ab, unsere Freundschaft nicht durch mögliche politische Differenzen gefährden zu wollen.
00:05:08: Dies unterstreicht dass Jorin neben seinen herausragenden soldatischen Fähigkeiten auch einen edlen Charakter besitzt.
00:05:16: Ich habe sowohl in komplexen Simulationen als auch in der blutigen Realität bewiesen, dass ich fähig bin den Tod als kalkulierte Variable zu akzeptieren und sechzig Prozent meiner eigenen Flotte in den sicheren Untergang zu schicken um das Überleben des Ganzen zu erzwingen.
00:05:32: Genau diese Härte benötigen wir jetzt!
00:05:35: Auf dieser nassen Welt Auf der uns das Holz unter unseren primitiven Sägen wegsplittert und das türkisfarbene Licht unsere Augen täuscht, ist kein Platz für schwäche oder zögerliches Abwägen.
00:05:46: In einer Zeit des unerbittlichen Überlebenskampfes in der ein einziger Fehler beim Aufbau unserer Infrastruktur oder bei der Rationierung der Nahrung tausende Leben kosten kann darf man auf irdische Sentimentalitäten oder falsche Bescheidenheit keine Rücksicht nehmen.
00:06:01: Wer heute Abend aus Mitleid, reiner Sympathie oder alter Verbundenheit wählt gefährdet unsere gesamte Existenz.
00:06:09: Die beste Führungskraft muss führen!
00:06:12: Das ist ein Naturgesetz so unumstößlich wie die Schwerkraft.
00:06:17: Ich habe mir diese Position nicht nur durch meine Siege verdient.
00:06:21: ich bin der einzige der alle Voraussetzungen mitbringt diese Aufgabe zu meistern.
00:06:29: Es ist geschehen!
00:06:31: Das Feuer, das in der vergangenen Nacht im Zentrum unseres Lagers brannte, ist zu Asche zerfallen.
00:06:38: Doch was aus seiner Glut geboren wurde wird Bestand haben.
00:06:41: Meine Mitmenschen haben ihre Stimmen abgegeben und dabei die einzig richtige Entscheidung getroffen.
00:06:47: Die Demokratie des Zauderns wie von den Ortes praktiziert, die von endlosen Debatten moralischen Bedenken und tödlichen Kompromissen zerfressen war, haben wir nun endgültig hinter uns gelassen.
00:06:59: Unsere neue Regierung ist keine Bühne für Eitelkeiten, sondern ein Instrument der Effizienz – der hohe Rat.
00:07:07: Neun Mitglieder bilden diese Instanz alle auf Lebenszeit ernannt.
00:07:12: Jeder von ihnen zeichnet für einen spezifischen Ressortbereich unseres Überlebens verantwortlich von der Infrastruktur über die Nahrungsbeschaffung bis hin zur internen Sicherheit.
00:07:22: Die Hierarchie innerhalb des Rates ist dabei klar strukturiert.
00:07:26: Die Rangfolge vom neunten bis zum ersten Rat entscheidet über die jeweilige Autorität.
00:07:31: Sollte ein Konflikt entstehen, entfällt jede weitere Diskussion, denn der erste Rat hat das letzte Wort!
00:07:38: Man hat mir diese höchste Position zu teil werden lassen – ich bin heute formell zum ersten Rad der Republik Agis ernannt worden.
00:07:46: Das Volk hat mich dabei nicht aus bloßer Verehrung gewählt sondern aus dem instinktiven Drang zur Selbsterhaltung.
00:07:53: Sie wissen dass ich die Schiffe der Bashur in Asche verwandelt habe und sie wissen ebenso, das sich mit jedem Hindernis auf Agis dasselbe tun werde.
00:08:03: Die Verantwortung, die ich trage ist enorm!
00:08:06: Das Gewicht der Entscheidungen, die fortan auf mir lasten und überleben oder tot von zwanzigtausend Menschen bestimmen werden würde den Geist eines unvorbereiteten Menschen um ein Vielfaches überfordern.
00:08:18: Doch in mir existiert keine Furcht.
00:08:21: Was ich ihm finde ist eine tiefe, stille Genugtuung.
00:08:26: Endlich besitze ich das formelle Werkzeug um dieses Volk nicht nur am Leben zu erhalten sondern es dauerhaft zu stärken und zu einer Waffe zu schmieden.
00:08:35: Diese Aufgabe erfülle ich mit einer beinahe grimmigen Freude!
00:08:39: Für das historische Protokoll muss sich an diesem ersten Tag meiner Herrschaft noch ein wesentliches Detail ergänzen.
00:08:45: Inmitten all der primitiven Äxte und rohen Eisensägen haben uns die Ortis doch eine Handvoll hochkomplexer Geräte in den Containern zurückgelassen.
00:08:53: Es handelt sich dabei nicht um Werkzeuge, die unser physisches Überleben erleichtern würden sondern um Instrumente der reinen Beobachtung Eine hochaufflösende optische Kamera eine versiegelte Kiste voller unbeschriebener Datenkristalle mehrere holografische Monitore und eine gewaltige energetische Zelle die für tausend Eurer Jahre reicht, hatte der autiesischen Offizier mir kurz vor seinem Abflug mit jener unerträglichen Überheblichkeit mitgeteilt.
00:09:23: Vermutlich dachten die Räte von Ortazis – wir würden damit lediglich unseren eigenen, von Verzweiflung gezeichneten Untergang im Schlamm dieser Insel dokumentieren als ein Mahnmal ihrer eigenen ethischen Überlegenheit.
00:09:36: Doch sie haben sich gründlich verrechnet!
00:09:39: Mit dieser Kamera werden wir nicht unseren Fall sondern unseren unaufhaltsamen Aufstieg aufzeichnen und für die Nachwelt konservieren.
00:09:47: Heute wurde die Wahl des hohen Rats und die Anschließenden von großer Erleichterung geprägten Feierlichkeiten damit dokumentiert.
00:09:55: Der erste Datenkristall zeigt keine gebrochenen Gefangenen, er zeigt den ersten Rat von Agis.
00:10:02: Wir werden alles aufzeichn'en Jeden gefelten Baum, jede erbaute Hütte und jeden technologischen Durchbruch, den wir uns aus dem Nichts zurückerobern.
00:10:11: Wir werden aufbauen, wir werden wachsen und wir werden noch immer hier sein wenn diese Batterie nach tausend Jahren längst tot ist.
00:10:22: Der vulkanische Boden unserer Äquatorinsel ist zweifellos fruchtbar doch er verlangt seinen Tribut in Form von Schweiß, Schmerzen und nun auch Leben.
00:10:34: Seit die Ortes uns in dieser nassen Welt ausgesetzt haben.
00:10:38: unsere ersten Felder die wir mühsam mit unseren primitiven Werkzeugen aus dem kahlgeschlagenen Dschungel gerissen haben, tragen endlich Frucht.
00:10:47: Doch dieser kleine überlebenswichtige Sieg ist teuer erkauft!
00:10:51: In den vergangenen zwei Wochen sind drei Siedler an einer unbekannten Fieberkrankheit gestorben.
00:10:58: Ohne die medizinischen Regeneratoren – die chemischen Synthesegeräte und die Scanner der Ortes waren wir gezwungen hilflos dabei zuzusehen, wie ihre Körper von innen heraus verbrannten und ihre Geister im Delirium versanken.
00:11:11: Wir haben Ihre Leichnahme am Rand der Siedlung verbrannt!
00:11:15: Die aufsteigenden Rauchsäulen unter dem Himmel waren eine stumme Erinnerung daran, dass dieser Planet uns nicht willkommen heißt.
00:11:23: Agis II ist kein friedlicher Garten – die Biosphäre ist ein Feind, der permanent unsere Schwächen
00:11:29: prüft.".
00:11:30: Als erster Rat habe ich unmittelbar nach den Todesfällen den hohen Rat in unserer neu errichteten rohen Holzhalle einberufen.
00:11:38: Trauer ist ein Luxus, den sich nur Zivilisationen in Sicherheit leisten können!
00:11:44: Ich habe unmissverständliche Prioritäten für die gesamte Kolonie gesetzt – Die Konstruktion von Filteranlagen zur Wasserreinigung steht ab sofort über allem anderen.
00:11:54: Die unsichtbaren Feinde im Süßwasser dezimieren uns schneller als jede Waffe.
00:11:59: Direkt im Anschluss folgt die Errichtung massiver, angespitzter Holzpalisaden um unsere Zeltstadt und die Felder.
00:12:07: Das fremdartige Heulen – das Klicken-und Krächzen, dass jede Nacht aus dem dichten Urwald der Insel dringt – beweist uns, dass es hier Raubtiere in nicht geringer Zahl gibt!
00:12:17: Wir haben das Kommando über Kampfraumschiffe geführt.
00:12:21: Wir werden auf diesem Felsen ganz sicher nicht als Beute für primitive Bestien enden.
00:12:26: Meine Entscheidungen wurden vom Rat bestätigt und werden von der Gemeinschaft befolgt.
00:12:31: Ich sehe jedoch den Zweifel, dass wir uns nicht hinter den Wellen verstecken, sondern wie wahre Menschen mit Speeren in den Wald gehen sollten um die Bestien einfach zu jagen.
00:13:03: Als ob Planung, Logik und Struktur eine Schwäche wäre!
00:13:07: Ich bin sofort eingeschritten und habe ihn öffentlich vor den Augen seiner gesamten Arbeitsgruppe und ohne den geringsten Hauf von Emotionen in seine Schranken gewiesen.
00:13:17: Ich tat es zur Schulung seiner schwachen Persönlichkeit.
00:13:26: Ich habe ihm und allen Umstehenden mit schneidender Kälte klargemacht, dass blinder Aktionismus uns genau dorthin zurückbringen würde wo die Ortes uns einst fanden in Lehmhütten am Fluss unwissend und wehrlos.
00:13:39: Wir mögen durch den Verrat wieder die primitiven Werkzeuge unserer Ahnen in den Händen halten aber wir besitzen noch immer den Intellekt und die Disziplin von Sternenfahrern.
00:13:49: ich werde nicht zulassen dass diese Kolonie geistig degeneriert.
00:13:54: Wer seinen Verstand aus falschem archaischem Stolz ablegt und sich wie ein Tier verhält, wird auf Agis auch wie ein Tier sterben.
00:14:02: Thorin hat den Blick gesenkt und seine Axt wieder aufgenommen.
00:14:06: Er hat verstanden.
00:14:15: Der Kreislauf um diesen fremden Stern hat sich zum ersten Mal geschlossen und beginnt nun von neuem.
00:14:22: Wenn ich von den Stufen unseres neuen Regierungsgebäudes auf die Siedlung blicke, ist die Bilanz dieses ersten Jahres beachtlich.
00:14:29: Aus dem Chaos des Verrats und dem kahlgeschlagenen Dschungel haben wir eine funktionierende Struktur geformt.
00:14:36: Jeder einzelne der knapp zwanzigtausend Einwohner hat inzwischen ein festes Dach aus Holz über dem Kopf.
00:14:43: Das Klima in diesem Äquatorgürtel ist milde und wird von den stetigen Sebrisen des Ozeans reguliert.
00:14:49: Heizungen in den Quartieren sind erfreulicherweise unnötig!
00:14:53: Wie wir aus den alten Datenbanken der Ortis wussten, besitzt Agis II zwei Jahreszeiten und polare Eiskappen – doch hier auf unserer vulkanischen Insel bemerken wir davon nichts.
00:15:04: Wir haben nicht nur einfache Unterkünfte errichtet.
00:15:08: In der Mitte des Lagers steht ein massives, steinernes Regierungsgebäude für den hohen Rat.
00:15:13: Ein Monument unseres eisernen Willens auf einer Welt die uns eigentlich vernichten sollte.
00:15:18: Ebenso haben wir bereits eine Schule gebaut.
00:15:22: Wir werden nicht zulassen dass die nächste Generation das hart erarbeitete Wissen vergisst und zu wilden Jägern degeneriert.
00:15:29: Unsere Versorgungslage stabilisiert sich.
00:15:33: Die erste Ernte des autiesischen Saatguts war überaus ergibig Und wir beginnen langsam, die einheimische Flora und Fauna zu erforschen.
00:15:41: Der nächste Schritt wird sein – die wilden Herdentiere, die wir im dichten Dschungel der Insel beobachtet haben, einzufangen und zu zähmen um unsere Versorgung mit tierischen Proteinen dauerhaft zu sichern.
00:15:53: Doch wir dürfen uns nicht von dem zufriedenstellenden Anblick unserer Ecker täuschen lassen!
00:15:58: Wir leben noch immer in primitiven Verhältnissen.
00:16:05: Unsichtbarer Feind.
00:16:07: Unsere Insel ist nur eine von drei großen Landmaßen auf dieser Wasserwelt.
00:16:12: Irgendwann werden wir setüchtige Schiffe konstruieren müssen, um die Ozeane zu überwinden und die Ressourcen der beiden größeren Kontinente und die Vielzahl der kleinen Inseln zu erschließen.
00:16:23: Ab dem morgigen Tag – den Beginn unseres zweiten Jahres werde ich die Forschungsarbeit im hohen Rat zur allerhöchsten Priorität erklären.
00:16:32: Wir müssen den Weg vom rohen Holz zurück zum Stahl und zur Energiequelle finden.
00:16:37: Wir müssen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen!
00:16:40: Es gibt jedoch einen entscheidenden, wahrhaftigen Sieg an diesem vierhundertzwölften Tag zu verzeichnen.
00:16:46: Die ersten Kinder, die fernab der Erde auf Arges gezeugt wurden haben das Licht dieser Welt erblickt.
00:16:53: Sie tragen nicht die Last der Mentalschulungen in sich und kennen die Ketten der Ortis nicht – sie sind frei.
00:17:00: Sie sind die ersten wahren Bürger von Agis und wir werden diese Welt für sie erobern.
00:17:06: Ja zwei, Tag eins Gestern während der großen Abschlussfeier unseres ersten Jahres ereignete sich ein Zwischenfall.
00:17:15: Es war nichts politisches kein Aufstand und keine fehlerhafte Logistik Die in die offiziellen Protokolle des Rates gehören würde.
00:17:24: es war etwas das ich tief in mir selbst abspielte.
00:17:28: Es lässt mich zutiefst verwirrt und was weitaus schlimmer wiegt, wütend über meine eigene mangelnde Kontrolle zurück.
00:17:35: Es war die Begegnung mit einer jungen Frau kaum zwanzig Sommer alt.
00:17:39: sie bewegte sich durch die Menge der feierenden Siedler als wäre sie nicht Teil dieser Feier sondern das Zentrum.
00:17:45: Ihr Name ist Selin Heda.
00:17:48: Im flackern Licht unserer Feuerstellen wirkte ihr Gesicht fast zu ruhig für diesen Ort.
00:17:53: es war ein Ausdruck der auf den ersten Blick vollkommen unschuldig schien Als wären das Trauma unserer Entführung, die brutale Mentalschulung und unsere Verbannung nach Agis spurlos an ihr vorbeigegangen.
00:18:05: Ihr Haar war schwarz wie die tiefe Agis Nacht und viel in weichen Wellen auf ihre Schultern.
00:18:11: Ihre Haut besaßt die warme lebendige Farbe von gerüstetem Getreide.
00:18:16: Doch als sie den Kopf leicht neigte und mich ansah, erkannte ich sofort!
00:18:20: Sie zeigte keinerlei Scheu und auch nicht jene Unterwürfigkeit, die mir sonst von fast jedem in dieser Kolonie entgegen gebracht wird.
00:18:28: Es war nicht einmal Neugier im gewöhnlichen Sinne – es war eher ein stilles präzises und prüfendes Interesse als würde sie mich einordnen!
00:18:38: Ich kenne das Verhalten von Menschen nur zu gut.
00:18:40: ich sehe Angst, Hunger, blinde Hoffnung, Loyalität, Unterwürdigkeit und Verehrung doch das was Selin ausstrahlte war anders.
00:18:51: Ihr Blick mandelförmig und von einer irritierenden Klarheit verwahlte genau einen Herzschlag zu lange auf mir, als hätte sie nach kurzer Prüfung beschlossen, dass sich ihr diese Zeit wert sei!
00:19:03: Und dann lächelte sie.
00:19:05: Es war kein breites Lächeln nicht kokett oder berechnend.
00:19:09: es war ein kleines fast beiläufiges höfliches Lächelen wie man es auch einem gewöhnlichen Fremden schenkt.
00:19:16: Genau das machte es so faszinierend.
00:19:19: Es ließ sich nicht greifen.
00:19:21: Sie trat zu mir und sagte etwas völlig Belangloses über die Rede des neunten Rates, als spreche sie lediglich über die Briesen, die vom Ozean zu uns herüber wehten.
00:19:31: Aber in der Art wie sie die Worte setzte lag eine natürliche Selbstverständlichkeit, die nicht zu ihrem Alter passen wollte.
00:19:39: Sie schien den Menschen bis in ihr Innerstes zusehen.
00:19:43: Vor allem wusste sie genau wann man schweigen muss um das Gegenüber aus der Reserve zu locken.
00:19:49: Als ich hier antwortete, hörte ich meine eigene Stimme und erkannte sie kaum wieder.
00:19:54: Die Tonlage war falsch zu hastig, zu scharf.
00:19:58: Ich hatte plötzlich das beunruhigende Gefühl mich vor ihr verteidigen zu müssen.
00:20:03: Seit diesem Moment beobachte ich mich selbst wie einen Fremden.
00:20:08: Meine Atmung ist unregelmäßig Mein Puls beschleunigt sich Und mein Körper schüttet Adrenalin aus als stünde ich inmitten einer Raumschlacht.
00:20:17: Dabei stehe ich lediglich zwischen Menschen, höre alte Lieder und atme den beißenden Holzrauch ein.
00:20:23: Es ist lächerlich und eines ersten Rates unwürdig!
00:20:27: Und dennoch die Vorstellung sie nicht wiederzusehen ist ein Verlust, den ich mir nicht erlauben darf.
00:20:34: Ich muss lernen diese gefährliche Irrationalität in mir zu kontrollieren.
00:20:40: Ein Erster Rat darf keine Schwäche zeigen am allerwenigsten gegenüber jemandem dessen Gesicht so vollkommen ist und unschuldig scheint.
00:20:48: Sollte sie diese Unschuld lediglich als Maske tragen, dann ist Selin Heda die gefährlichste Frau der ich jemals begegnet bin oder aber sie ist tatsächlich die einzige, die mich wirklich sieht.
00:21:00: Ich werde meine Autorität nutzen und dafür Sorge tragen dass wir einander wieder begegnen.
00:21:06: Ja zwei Tag onehundertfünfundvierzig.
00:21:10: Die letzte Lieferung der Ortis ist heute auf unserer Insel eingetroffen.
00:21:15: Es gab keine wehenden Banner, keine feierlichen Reden hochrangiger Räte und keine falschen Versprechungen mehr.
00:21:22: Ein einziges schweres Transportschiff durchbracht die Atmosphäre von Agis, setzte am Rand unserer Siedlung auf und überbrachte eine Lapidare – fast schon bürokratisch formulierte Mitteilung.
00:21:33: Die aktuelle Kriegslage erlaube keine weitere Unterstützung mehr.
00:21:37: Wir sind nun völlig isoliert und ab sofort die einzig rechtmäßigen Besitzer dieser Welt.
00:21:43: Als erster Rat der Aguren diesen Namen haben wir uns in den letzten Monaten selbst gegeben, wurde ich zum Schattel gebeten um ein allerletztes Geschenk entgegenzunehmen.
00:21:53: Es handelte sich um einen unscheinbaren metallisch schimmernden grauen Container.
00:21:59: Nichts an seinem Äußeren ließ auf seinen brisanten Inhalt schließen.
00:22:03: es war ein Medikament Ein genetisches Serum dass den zellulären Alterungsprozess für die Spanne von etwas mehr als neununddreißigagesjahren vollständig aussetzt.
00:22:14: Nach Ablauf dieser Zeitspanne muss die Einnahme wiederholt werden, andernfalls setzt der normale biologische Verfall wieder ein.
00:22:22: Ich liest den Container in Anwesenheit des orthesischen Kommandanten öffnen.
00:22:27: Er bark exakt zweihundertsechsunfünfzig kleine stoßichere Kisten.
00:22:33: In jeder dieser Kisten befanden sich wiederum genau vierundsechzig Serumflaschen.
00:22:38: Das ergibt in der Summe sechzehntausend dreihundertvierundachtzig Einheiten.
00:22:43: Sechzehntausenddreihundert vierundachzig, wir sind jedoch fast zwanzigtausende Aguren!
00:22:49: Die Ortes haben uns nicht einmal genug geliefert um jeden einzelnen meiner Mitmenschen zu versorgen.
00:22:56: Der Preis für diese Unsterblichkeit auf Zeit sei die Seele erklärte der Offizier mit jenem vibrieren Flüstern, dass ich so sehr verabscheue.
00:23:05: Die neuronal Nebenwirkungen des Mittels können verheerend sein.
00:23:08: Schwere Psychosen, irreversible Persönlichkeitsveränderungen und bei einigen Individuen einen vollständiger kognitiver Verfall.
00:23:16: Die statistische Suizidgefahr unter dem Einfluss des Serums liegt bei bis zu einem Prozent.
00:23:22: Das entspräche hat die Stattung von Hundertsechzehn bis dreihundertundzwanzig potenziellen Toten.
00:23:28: Für mich stellt dies keine moralische Tragödie dar, sondern eine akzeptable Verlustquote für das was wir im Gegenzug erhalten.
00:23:37: Auf meine Frage nach dem wahren Motiv für dieses unheimliche Geschenk brach die alte Überheblichkeit des Offiziers für einen kurzen Moment in sich zusammen.
00:23:46: Er antwortete mit einer bestürzenden Nachricht Wir werden den Krieg verlieren!
00:23:51: Guta irin Unsere Flotten brennen.
00:23:55: Wir können unter keinen Umständen riskieren dass die Baschur dieses Mittel auf unsere Heimatwelt erbeuten.
00:24:02: Also geben wir es euch!
00:24:04: Euch, an denen wir uns schuldig gemacht haben, bewahrt es für eure besten, lernt und werdet stark und kehrt eines Tages in eure alte Heimat zurück.
00:24:15: Dann hob das Schattel ab und verschwand für immer in der Tiefe des Als.
00:24:20: Ich stehe nun allein vor diesem Container.
00:24:23: Es ist eine zutiefst zynische Geste denn sie empfinden keine wahre Reue und sie verstecken lediglich ihr gefährliches Erbe bei uns vor dem Bashur.
00:24:32: Dieses Geheimnis wiegt tonnenschwer!
00:24:35: Wenn die Aguren von der Existenz dieses Serums erfahren, wird erneut diejenigen zerfressen – die leer ausgehen.
00:24:43: Es würde die junge Republik Argis in Blut-und Chaos ertränken.
00:24:47: Ich habe den Container versiegeln und unter strengster Geheimhaltung in die Kellergewölbe des Regierungsgebäudes bringen
00:24:54: lassen.".
00:24:55: Vorerst soll niemand nicht einmal die Mitglieder des Hohenrates davon erfahren.
00:25:01: Bewart es für eure besten, hatte der Ortie gesagt.
00:25:05: und genau das werde ich tun!
00:25:07: Ich werde diejenigen auswählen, deren Verstand-und Führungskraft für das Überleben der Aguren absolut unverzichtbar sind.
00:25:24: Seine bloße Existenz vergiftet bereits meine Gedanken.
00:25:28: Das massive, steinane Regierungsgebäude das wir im Zentrum unserer Siedlung als Monument unseres Willens errichtet haben dient nun als Versteck für eine Waffe die gefährlicher ist als jede Flotte der Bashur.
00:25:40: Meine Gedanken kreisen unaufförlich um die unerbittlichen Zahlen Zweihundertsechsundfünfzig Kisten, bestückt mit jeweils vierundsechzig Flaschen ergeben exakt sechzehntausend dreihundertdachzig Einheiten dieses genetischen Wunders.
00:25:55: Ich könnte damit sechziehntausend dreihundertvierundachtzig Menschen jeweils etwas mehr als neununddreißig zusätzliche Argesjahre schenken oder aber ich bündle all diese Zeit und gewähre einer einzigen Person die unvorstellbare Spanne von sechshundert achtunddreißichtausend neunhundertssechs-undsiebzig Eine wahrhaftige Ewigkeit.
00:26:16: Doch die Mathematik vermarkt das moralische Dilemma nicht zu lösen, sie verschärft es lediglich.
00:26:22: Wer verdient ein derart unnatürlich langes Leben?
00:26:26: Sollen es die klügsten unserer Wissenschaftler sein damit Sie die fünf-D Technologie schneller entschlüsseln?
00:26:33: Die stärksten, die unsere Welle gegen die Bestien verteidigen?
00:26:37: oder schlicht meine treuesten Gefährten um eine eigene Machtbasis als erster Rat für Jahrzehnte abzusichern.
00:26:44: Jede Auswahl, ganz gleich wie logisch ich sie auch begründen würde bliebe letztlich reine Willkür und diese Willkühe würde sofort neid heraufbeschwören gefolgt von rasender Gier und schließlich unausweichlich von Mord.
00:26:59: Die Menschen haben den Verrat der Ortess überlebt doch für den Inhalt dieser Ampullen würden sie einander ohne Zögern die Keelen durchschneiden.
00:27:08: Ich habe daher beschlossen das Medikament vorerst verborgen zu halten.
00:27:13: Der Zugang zum Keller des Regierungsgebäudes ist ab sofort versperrt.
00:27:18: Offiziell ließ ich verkünden, dass in den unteren Gewölben akute Einsturzgefahr bestehe.
00:27:24: Es ist eine Lame – fast schon unwürdige Ausrede!
00:27:28: Zweifelos wird sie erstes Misstrauen unter den Aguren sehen.
00:27:32: Aber welche Wahl bleibt mir?
00:27:35: Ich bin zum alleinigen Hüter eines Giftes geworden, das das Potenzial besitzt unsere junge mühsam aufgebaute Zivilisation in Stücke zu reißen.
00:27:44: Ja zwei Tag onehundert fünfundfünfzig – ich habe es getan!
00:27:50: In der Abgeschiedenheit meines Quartiers lange bevor das Licht des neuen Tages am Horizont erschien brach ich das Siegel einer der kleinen stoßsicheren Kisten aus dem verborgenen Keller.
00:28:01: Heute Morgen habe ich mir die erste Ampulle dieses Giftes oder dieser wundersamen Lebensverlängerung selbst verabreicht.
00:28:08: Eine winzige, unscheinbare Fiole gefüllt mit einer Flüssigkeit, die im schwachen Licht weder eine Farbe noch eine greifbare Eigenschaft zu besitzen schien.
00:28:18: Als sich den autiesischen Offizier an der Laderampe des Schattels nach der exakten Dosierung und dem biologischen Parametern für uns Menschen fragte war seine Antwort ein weiterer erschütternder Beweis für die fast arrogante Überlegenheit ihrer Wissenschaft gewesen.
00:28:32: Ich konnte es kaum glauben, als er es als ein intelligentes Serum bezeichnete.
00:28:38: Es ist keine gewöhnliche chemische Mixtur!
00:28:41: Es handelt sich um eine Substanz, die sich der jeweiligen zellulären Struktur und der Körperkonstitution des Empfängers vollkommen anpasst.
00:28:50: Das Medikament ist derart universell konzipiert dass es nicht nur auf die menschliche Biologie reagiert, sondern auch alle tierischen und intelligenten Rassen der bekannten Galaxis angewandt werden kann – sofern diese Kohlenstoffbasierende Organismen sind.
00:29:05: Sie haben den Kot des organischen Lebens selbst entschlüsselt und in eine Flasche gesperrt!
00:29:10: Mir dieses Substanz in die eigenen Adern zu treiben war keine leichtfertige Entscheidung, sondern eine zwingend notwendige.
00:29:18: Bevor ich als erster Rat über das Schicksal Die Zeit und den möglichen Wahnsinn meiner Mitmenschenentscheide muss sich die tatsächliche Wirkung und die Prophezeiten gefahren an mir selbst testen.
00:29:29: Das ist meine Pflicht!
00:29:31: Ich kann meinem Volk kein Heilmittel übergeben, das ich nicht am ihr selbst erprobt
00:29:36: habe.".
00:29:37: Wenn dieses Serum tatsächlich den Geist zersetzt wenn es Psychosen oder den Drang zum Suizid auslöst dann muss ich als Erster diese Agonie erleiden bevor sie die fragile Struktur unserer jungen Republik infiziert.
00:29:50: Ich sitze nun hier, der Puls geht ruhig und ich beobachte meinen eigenen Organismus wie ein fremdes Experiment.
00:29:57: Bisher spüre ich nichts – kein berauschendes Gefühl und keinen Schmerz auch keine besondere Klarheit meines Geistes!
00:30:05: Mein Verstand arbeitet genau wie an jedem anderen Tag.
00:30:10: nur eine einzige nagende Frage bleibt hat er verfall meiner Seele den die Ort ist als Preis für diese Zeit nannten vielleicht schon begonnen?
00:30:19: War die Entscheidung, mir selbst als Erstem dieses Mittel zu verabreichen in Wahrheit kein Akt der Aufopferung sondern bereits der erste Beweis meiner eigenen Gier nach Unsterblichkeit?
00:30:30: Ich werde mich weiterhin beobachten.
00:30:33: Aber ich weiß dass sich soeben einen folgenschweren Schritt gegangen bin, der nicht mehr rückgängig zumachen ist.
00:30:41: Es war eine Vision von einer vollkommenen Klarheit, dass ich nach meinem Erwachen zutiefst überzeugt bin.
00:30:54: Dies ist unsere wahre Bestimmung!
00:30:56: Ich sah die blaue Kugel unserer Erde vor mir nicht länger als ferne Erinnerung auf einem Bildschirm sondern als ein greifbares nahes Ziel.
00:31:06: Wir Aguren dürfen auf dieser nassen Welt nicht einfach nur vegetieren und im Schlamm verrotten.
00:31:12: wir müssen alles daran setzen die Technologie der Sprungtriebwerke zu entschlüsseln um die Rückkehr in die alte Heimat zu erzwingen.
00:31:20: Wenn wir dort ankommen, geschmiedet durch die unerbittliche Härte von Agis und das Wissen der Sterne werden wir ein Imperium errichten!
00:31:28: Ein Reich mächtiger, unbarmherziger und glorreicher als alles was die schwachen Ortes oder die brutalen Bashur jemals in ihrer Geschichte gekannt haben.
00:31:38: Und inmitten dieses brennenden Bildes stand ich selbst.
00:31:42: Ich bin derjenige, der dieses Volk aus der Dunkelheit führen wird.
00:31:47: Mein Verstand, der einst an nichts anderes als an physikalische Gesetze glaubte, gerät nun ins Wanken.
00:31:54: War dies eine Botschaft aus einer Dimension jenseits der Fünf-D-Physik?
00:31:59: Bin ich tatsächlich dazu außerwählt worden nicht nur als erster Rat zu fungieren sondern als Schöpfer eines völlig neuen Zeitalters!
00:32:14: Jede Nacht, sobald ich die Augen schließe entfaltet sich das goldene Reich der Menschheit vor meinem inneren Auge.
00:32:21: Sie sind intensiver geworden – beinahe physisch spürbar und von einer zwingenden Macht!
00:32:26: Ich spüre die Befehlsgewalt über Tausende von Schiffen.
00:32:30: Ich sehe die Erde unter meiner Herrschaft neu aufblühen.
00:32:34: Meine inneren Barrieren brechen unter der schieren Wucht dieser Bilder
00:32:38: zusammen.".
00:32:39: Die Ortes haben stets behauptet, dass Universum sei ein kalter Toder Ort ohne Geister.
00:32:46: Doch sie haben sich geirrt!
00:32:48: Das muss eine höhere Macht sein, Eine unsichtbare Strömung des Schicksals Die direkt zu mir spricht und mir den einzig wahren Weg weist.
00:32:56: Es kann unmöglich bloßer Zufall sein.
00:32:59: Ich beginne die kalte Logik zu verabscheuen.
00:33:02: Sie ist schlicht so klein für das was mir hier offenbart wird.
00:33:06: Jahr zwei Tag onehundertfünfundsiebzig.
00:33:10: Der Traum is nun mein ständiger Begleiter.
00:33:13: Er verlässt mich nicht einmal mehr dann, wenn das Licht des Tages über unsere Siedlung bricht.
00:33:19: Ich sitze im Regierungsgebäude und höre die Berichte über Holzerträge-und Wasserfilter – doch in Wahrheit vernimmt mein Geist nur das fernetosen zukünftiger menschlicher Flotten!
00:33:29: Die Rückkehr Das unbesiegbare Reich Meine unangefochtene Führung.
00:33:36: Ich analysiere meine Gedanken nicht mehr um nach Fehlern zu suchen.
00:33:40: ich zweifle nicht länger.
00:33:42: Was vor fünf Tagen noch wie eine beängstigende Anomalie wirkte, ist jetzt mein festes Fundament.
00:33:49: Es ist kein kindlicher Wunsch nach der Heimat den ich mühsam unterdrücken müsste.
00:33:54: es ist eine absolute Gewissheit Ich werde uns nach Hause führen und niemand weder Mensch noch ein anderes Volk wird mich dabei aufhalten.
00:34:05: Ja zwei Tag onehundert siebenund siebzig Mein Geist wandelt sich.
00:34:10: Die Nächte sind nicht mehr allein von stummen Visionen erfüllt, sondern von einer Stimme.
00:34:16: Sie ist lautlos und doch in meinem Kopf gegenwärtig – klar und von schneidender Deutlichkeit!
00:34:23: Sie flüstert mir Dinge zu als wäre ich lediglich ein Werkzeug in den Händen eines unsichtbaren übermächtigen Meisters.
00:34:31: Heute Nacht trieb sie mich je aus dem Schlaf.
00:34:34: Sie befahl mir, in die kalte Dunkelheit des versperrten Kellers hinabzusteigen um die Ampullen des Serums zu zählen.
00:34:42: Ich gehorchte, ich öffnete Kiste um Kiste und ließ meine Finger prüfend über das kalte Glas gleiten.
00:34:49: Meine Zählung ergab, sechzehntausend dreihundertzweiundachtzig Stück.
00:34:54: Mein Herzschlag beschleunigte sich augenblicklich!
00:34:57: Von den ursprünglichen sechzentausenddreihundertvierundachzig Einheiten hatte ich mir selbst eine einzige initiiert.
00:35:04: Es müssten demnach exakt sechzehntausend dreihundertdreiundachtzig sein.
00:35:09: Ich durchforstete mein Gedächtnis nach einer Erklärung, doch ich erinnerte mich nicht daran eine weitere Ampulle entnommen oder gar vergeben zu haben.
00:35:18: Ein Diebstahl war aufgrund der biometrischen Sicherungen am Container vollkommen ausgeschlossen.
00:35:24: Als sich begann die Möglichkeiten von Verrat und Einbruch zu erwägen sprach die Stimme erneut.
00:35:34: In diesen Sekunden befällt mich Furcht, nicht vor der Stimme selbst sondern vor dem was sie aus mir macht ein bloßes Werkzeug.
00:35:43: Einen Diener einer Macht die ich nicht berechnen kann.
00:35:47: doch währenddich in der Dunkelheit verharte kristallisierte sich aus dieser Furchte eine Strategie heraus.
00:35:52: wenn diese Stimme mir und meinem Volk die endgültige Rückkehr in die Heimat verheißt dann bin ich bereit diesen Wahnsinn zu umarmen Selbst wenn es bedeutet dass ich nicht mehr vollständig ich selbst bin.
00:36:05: Ich werde diesen Wunsch nach der Rückkehr zur Heimat, nicht länger als einfache Hoffnung unter den Aguren belassen!
00:36:12: Ich werde ihn zu einer Ideologie formen, zu einer Religion, der sie blind folgen werden.
00:36:17: Bevor ich den Keller verließ, zwang' ich mich, der Realität ins Auge zu sehen.
00:36:23: Ich habe die Kisten noch einmal nachgezählt – langsam und mich zur Ruhe
00:36:27: zwingend.".
00:36:28: Es sind exakt sechzehntausend dreihundertdreiundachtzig am Pullen.
00:36:33: Mein Geist hatte mir den Fehler lediglich vorgegaukelt, die Stimme testet mich aber ich werde sie beherrschen!
00:36:41: Jahr zwei Tag einhundertneun und siebzig Die Nächte sind mittlerweile zu einem offenen Schlachtfeld in meinem eigenen Kopf geworden.
00:36:51: Das Serum pulsiert im meinen Adern.
00:36:53: es ist ein unsichtbares Feuer dass jedoch nicht zerstörerisch brennt, sondern meinen Fokus auf fast schon beängstigende Weise schärft.
00:37:01: Gestern sah ich das Ziel wieder in vollkommener holografischer Klarheit vor mir – die Heimat!
00:37:07: Ein blaues Juwel im Nichts umgeben von abertausenden Pechschwarzen Schiffen, die allein meinem Befehl gehorchen.
00:37:15: Ich saß auf einem gewaltigen Thron der aus reinem Sternenlicht geschmiedet schien und die Räte der Ortis knieten zitternt und gebrochen vor mir
00:37:23: nieder.".
00:37:24: War es eine Halluzination ausgelöst durch das Gift der Ortis oder war es die unumstößliche Wahrheit der Zukunft, die sich bereits jetzt in mein Gehirn brennt?
00:37:35: Es spielt keine Rolle.
00:37:37: Ich werde dieses Bild zur Realität machen!
00:37:40: Heute Morgen habe ich den hohen Rat in der steinernen Halle einberufen.
00:37:45: Die Zeit des reinen Überlebens und der Holzbearbeitung ist vorbei.
00:37:50: Ich habe neue Dekrete erlassen, die eine massive Umschichtung unserer Arbeitskräfte vorsehen.
00:37:55: Mehr Ressourcen für das Schürfen von Ärzten und die Erforschung der Metallurgie.
00:38:00: Wir müssen die primitiven Äxte hinter uns lassen und Werkzeuge schmieden, die den Grundstein für unsere zukünftige Technologie legen.
00:38:08: Keron – unser Rat für Landwirtschaft zögerte offen!
00:38:12: Er wandte ein dass wir diese Arbeitskräften auf den Feldern bräuchten und sprach von unnötigem Aufwand für Träume, die ihn weiter Ferne legen.
00:38:21: Ich starte ihn so lange an bis er verstummte.
00:38:25: Sein Zögern mag aus der Sicht eines Bauern logisch sein doch aus der Perspektive eines Flottenkommandanten riecht es nach Verrat an unserer wahren Bestimmung.
00:38:35: Wer den Blick auf den Schlamm von Agis senkt Anstatt ihn zu den Sternen zu erheben Der ist ein Feind!
00:38:43: Die Ideologie der Rückkehr duldet keine Zweifler.
00:38:47: Und dann ist da Selin Hedda!
00:38:50: Sie stand heute am Rand des Platzes, als ich das Regierungsgebäude verließ.
00:38:55: Ihre bloße Präsenz lenkt mich von meinen Gedanken ab – sie weckt in mir Gefühle die ich als Soldat und Krieger nicht kenne.
00:39:02: Selin ist stark, analytisch und unfassbar klug vielleicht die Einzige auf diesem Planeten, die mein Verstand und meine Visionen begreifen könnte ohne mich für verrückt zu erklären.
00:39:13: Doch Vertrauen ist ein Luxus, den ich mir in dieser kritischen Phase des Aufbaus nicht leisten darf.
00:39:20: Nicht jetzt!
00:39:21: Da das Sehrung meine Gedanken neu ordnet.
00:39:24: Niemand darf meine Schwäche sehen.
00:39:26: Ja zwei Tag onehundertundachtzig Die Stimme in der Nacht schärft meinen Verstand und sie warnt mich.
00:39:33: Heute hat die Realität ihre Warnungen bestätigt.
00:39:37: In der großen steinernen Halle des Regierungsgebäudes hat sich Keron Der dritte Rat der Aguren, meinem obersten Forschungsdekret offen und lautstark widersetzt.
00:39:48: Vor den Augen der anderen Räte schlug er mit der flachen Hand auf den Holztisch und nannte meinen Plan die Ressourcen massiv in die Metallurgie und im Bau einfacher Maschinen umzuleiten wörtlich gefährlichen Schwachsinn.
00:40:00: Anstatt nach den Sternen zu greifen forderte er wir sollten Arbeitskräfte abziehen um geräumigere und komfortablere Häuser zu errichten oder nach Möglichkeiten auf bessere Erträge in der Landwirtschaft zu forschen.
00:40:13: Dieser kurzsichtige Nah!
00:40:15: Während ich in meinen Visionen bereits die stehlernen Flotten sehe, die unsere Heimkehr auf die Erde erzwingen start Keron auf den feuchten Schlamm von Agis und blickt nicht über den Tellerrand seiner eigenen primitiven Bequemlichkeit hinaus.
00:40:29: Mein geschulter Blick durchschaute seine Argumentation sofort.
00:40:33: Es geht ihm nicht um das Wohl der Siedler, sondern um einen primitiven Machtkampf mit dem er meine Führung testet.
00:40:40: Sein lautes Aufbegehren erhärtet meinen Verdacht, dass Keron die Ressourcenumschichtung aus Eigennutz ablehnt.
00:40:47: Wahrscheinlich bereichert er sich bereits auf Kosten der Gemeinschaft.
00:40:51: Meine geplante Umstrukturierung würde nicht nur seine Spielräume einschränken, sondern auch die Gefahr bergen, dass seine Machenschaften
00:40:59: auffliegen.".
00:41:00: Dass er zusätzlich zu seinem Ressort den Baukomplex kontrollieren will, ist kalkuliert.
00:41:05: dort zirkulieren die meisten Güter.
00:41:08: Solche Verräter sind wie ein wuchern des Krebsgeschwür im Körper unseres Volkes.
00:41:13: Sie fressen die Disziplin auf, die wir zum Überleben brauchen.
00:41:18: Dieses Verbrechen ist Todeswürdig.
00:41:21: Ich muss mit chirurgischer Präzision handeln bevor dieser Parasit den Traum von der Heimkehr mit seinem Schmutz infiziert und weiteren Schaden anrichtet.
00:41:30: Die Stimme in meinem Kopf schweigt heute.
00:41:33: Sie wartet auf meine Entscheidung!
00:41:35: Ja zwei, Tag onehundertfünfundachtzig Meine Instinkte – geschärft durch achtzehn Jahre Mentalschulung und weiter gestärkt durch das Serum haben mich nicht getäuscht.
00:41:47: Ich habe keine Wachen entstand.
00:41:49: Das hätte den Rat alarmiert.
00:41:51: Stattdessen beauftragte ich eine kleine Gruppe vertrauter Männer ehemalige Kadetten aus meiner eigenen Ausbildungscohorte unter dem Kommando meines Freundes Jorin Keron lückenlos zu überwachen.
00:42:03: In der vergangenen Nacht drangen sie lautlos in sein privates Quartier ein, während er sich in der landwirtschaftlichen Planungszone befand.
00:42:11: Sie haben exakt das gefunden was ich ihm voraus geahnt hatte.
00:42:15: die Beweise sind erdrückend!
00:42:18: In einem verborgenen Hohlraum unter den Bodendeelen seines Hauses lagerten kistenweise gestohlene Vorräte.
00:42:25: Es waren keine einfachen Überschüsse.
00:42:28: Es war Nahrung aus den Beständen der Ortis, spezialisiertes metallenes Werkzeug das beim Bau der Wasserfilter dringend benötigt wurde und Kleidung die noch von den Ortis gefertigt worden war allesamt die besten und wichtigsten Güter die der Gemeinschaft in den Lagern fehlen und die von ihm bewusst der strengen Rationierung entzogen wurden.
00:42:48: Er hat sich nicht nur aus Gier bereichert.
00:42:51: Indem er Werkzeugestahl hat er den Aufbau unserer Industrie und damit unsere Flucht von diesem Planeten aktiv sabotiert.
00:42:59: Keron wurde in den frühen Morgenstunden festgenommen, und in eine fensterlose Zelle unter dem Regierungsgebäude gebracht nur wenige Gänge vom verborgenen Keller entfernt, indem die Tausenden am Polen des Serums lagern.
00:43:12: Der Verräter ist restlos entlarvt.
00:43:14: Seine Taten sind dokumentiert und bezeugt.
00:43:18: Nun lastet es auf mir das Urteil zu fällen.
00:43:21: Ein erster Rat darf nicht aus Zorn töten.
00:43:25: Die Exekution eines Feindes im eigenen Lager muss ein wohl überlegter Akt sein, der den Rest des Volkes in Ehrfurcht und Disziplin erstarren lässt.
00:43:37: Ich habe das Tribunal nicht in den Räumen des Rates abgehalten, sondern draußen auf dem zentralen Platz unserer Siedlung im türkisblauen Licht dieser Welt.
00:44:00: Jeder einzelne Siedler sollte das volle Gewicht unserer Gesetze spüren.
00:44:05: Als Vorsitzender des Tribunals war es meine Pflicht, den Ablauf zu diktieren und das Urteil zu fällen.
00:44:12: Keron stand unmittelbar vor den aufgestapelten Beweistücken seiner Gier den gestohlenen Ortesrationen, den feinen Werkzeugen und der isolierenden Kleidung.
00:44:22: Sein Verrat an der Gemeinschaft war derart offenkundig das nicht einmal seine loyalsten Anhänger aus dem Landwirtschaftssektor den Blick hoben um ihn zu verteidigen.
00:44:32: Er versuchte zu sprechen, faselte wir davon dass er nichts gestohllen habe und meine Vision von der Zukunft uns alle ins Verderben stürzen würden.
00:44:41: Ich ließ ihm gewähren bis seine Stimme brach.
00:44:44: dann reagierte ich auf sein Gestammel.
00:44:46: Mit der berechnenden Präzision, die mir die Akademie gelehrt hat zerlegte ich seine Argumente vor dem Volk.
00:44:54: Ich machte ihnen unmissverständlich klar In diesen Zeiten in denen unser Überleben von bedingungsloser Einheit und Disziplin abhängt ist milder ein Luxus den wir uns nicht leisten dürfen.
00:45:05: Weichherzigkeit ist Verrat an unserer Zukunft An unsere Heimkehr.
00:45:11: Das Flüstern des Serums in meinem Blut bestätigte meine Logik.
00:45:14: Wer den Thron errichten will, darf kein Mitleid mit jenen haben die uns Steine vor die Füße werfen.
00:45:20: Ich sah mich gezwungen ein Exempel zu statuieren.
00:45:24: das Todesurteil war keine Rache sondern eine notwendige Maßnahme zur Abschreckung die in zwei Tagen bei Sonnenaufgang verstreckt wird.
00:45:33: nach der Urteilsverkündung versankter Platz in einer totenähnlichen Stille.
00:45:38: Die Angst der Masse war förmlich greifbar Doch ein kluger Kommandant weiß, dass man einen Volk nicht in reiner Furcht belassen darf wenn man seine Loyalität erhalten will.
00:46:10: Tratselin Heda an meine Seite.
00:46:13: Ihre Haltung war markellos, ihr Gesicht geprägt von jener unergründlichen ruhigen Stärke die mich seit unserer ersten Begegnung fasziniert.
00:46:22: Ich hob die Stimme und gab unsere Verlobung bekannt.
00:46:26: Der psychologische Effekt war vollkommen.
00:46:29: Die aufgestaute Spannung entlud sich in einem kollektiven Aufatmen das rasch intosenden Jubelumschlug.
00:46:39: Sie klammerten sich an dieses Bild der Stärke und der Zukunft.
00:46:43: In mitten der Rufe erklang aus den vorderen Reihen spontan Selins Name.
00:46:48: Man schlug meine zukünftige Frau für das freie Amt des Dritten Rates vor.
00:46:53: Ob dieser Ruf aus der Menge kam oder von meinen loyalen Offizieren platziert wurde, spielt für mich keine Rolle.
00:47:00: Es war nun der eindeutige Wille des Volkes.
00:47:03: Einem solchen Willen beugt sich ein Erster Rat nur zu gerne.
00:47:07: Um den Anschein der Demokratie zu wahren, überließ ich die formale Abstimmung dem hohen Rat und verließ den Platz.
00:47:14: In meiner Abwesenheit stimmten sie einstimmig für Selin – keiner der Räte wagte es sich dem Willen der Masse und meinem unausgesprochenen Befehl entgegenzustellen.
00:47:24: Selin Heda verfügt nun über exekutive Macht in unserer Kolonie.
00:47:29: Alles fügt sich in das große Muster, dass mir die Stimme in den Nächten aufzeigt!
00:47:34: Ja zwei Tag onehundertneunzig.
00:47:38: Der Schlaf flieht vor mir!
00:47:40: Mein Verstand, einst ein perfekt kalibriertes Instrument das selbst in der Hölle einer Raumschlachtruhe fand rotiert nun unablässig in der Dunkelheit.
00:47:49: Die stummen leuchtenden Visionen der vergangenen Wochen haben sich verdichtet.
00:47:55: Sie sind zu einer klaren befehlenden Stimme geworden die mir keine Ruhe mehr lässt.
00:48:00: sie drängt mich formt meinen Geist und wiederholt unablässig einen einzigen zwingenden Befehl, ich muss Selin das Serum verabreichen.
00:48:09: Ich sitze stundenlang auf meinem Lager und zwinge mich zur rationalen Analyse.
00:48:14: Kann ich das vor mir selbst verantworten?
00:48:18: Wenn nicht dieses Mittel dass uns die Zeit selbst unterwirft nur mir und meiner zukünftigen Frau gewähre Verrate ich dann nicht jene Gemeinschaft Die ich zu Beschützen geschworen habe?
00:48:29: Warum sollten gerade wir beide von mehr als zwanzigtausend Aguren das Recht auf ein derart langes Leben haben.
00:48:36: Ist das nicht die blinde Arroganz, gegen die ich mich bei den Ortys immer gewährt habe?
00:48:42: Mein logischer Verstand baut diese moralischen Barrieren auf doch die Stimme in meinem Kopf reißt sie mühelos wieder ein!
00:48:49: Sie lässt keine Zweifel zu, sie pocht unnachgiebig und hart.
00:48:54: Sie flüstert mir zu, dass wahre Führung keine Gleichmacherei
00:48:58: duldet.".
00:48:59: Wer ein Imperium errichten will, darf nicht sterben, bevor das Fundament gegossen ist.
00:49:05: Und ein Herrscher braucht eine Herrscherin an seiner Seite, deren Geist ebenso scharf isst wie sein eigena.
00:49:12: Ja zwei – Tag onehundertneinundneunzig Wieder Eine Nacht der Qual.
00:49:17: Doch aus dem Fieber der Schlaflosigkeit erhob sich eine Enthüllung.
00:49:22: Die Stimme hat mir die grausame eiskalte Wahrheit offenbart Die Ortis wollten uns mit diesem Serum niemals helfen.
00:49:29: Sie wollten uns vernichten, ihr sogenanntes Geschenk für unsere Besten ist in Wahrheit eine gezielte biologische Waffe.
00:49:37: Alles ergibt nun einen Sinn!
00:49:40: Die Ortiss waren durch ihre Feige ethikunfähig und nach dem Verrat auf Othasis mit ihren Kampfrobotern einfach zu exekutieren.
00:49:48: Also wählten sie einen passiven sauberen Völkermord.
00:49:53: Das Serum ist so konzipiert dass es bei der überwältigenden Mehrheit der Menschen den Tod oder einen rasenden Wahnsinn auslöst.
00:50:01: Nur eine winzige, genetisch und psychisch stabile Minderheit kann dieses Serum überleben und erhält die verheißene Lebensverlängerung.
00:50:09: Durch diese Erkenntnis ist es mir nicht möglich das Serum anderen Menschen zu verabreichen.
00:50:15: Wieder befahl die Stimme in mir unmissverständlich und klar nur Selin Hedda isst Jene, die stark genug iist.
00:50:25: Gibt ihr das Serum?
00:50:27: Währenddich in der Nacht diese kosmischen Wahrheiten entschlüsselte, forderte der Tag die eiserne Härte der Realität.
00:50:34: Heute bei Sonnenaufgang wurde Keron Hiho hingerichtet.
00:50:38: Es gab keine langen Reden, keine Emotionen Nur die Vollstreckung eines notwendigen Urteils vor den Augen der versammelten Siedlung.
00:50:48: Unmittelbar danach wurde Selin Heda auf dem zentralen Platz als neuer dritter Rat vereidigt.
00:50:54: Sie trat ihr Amt mit jener ruhigen, unerschütterlichen Autorität an die die Stimme in meinem Kopf in ihr gesehen hat.
00:51:01: Die Kontinuität der Regierung ist gewahrt!
00:51:05: Die Stabilität von Agis war durch Kerons Verrat für einen kurzen Moment gefährdet aber nun gestärkt durch diese wichtige Entscheidung ist sie gefestigter denn je... Die Offenbarung dieser Nacht hat die letzten losen Variabeln meiner Existenz endgültig geordnet und in einen furchtbaren, aber perfekten Zusammenhang gestellt.
00:51:33: Ich lag in der Dunkelheit – den Puls ruhig, den Geist wachsam als die Architektur meiner Gedanken erneut umgebaut wurde.
00:51:41: Mein Verstand, den die Ortis auf Logik gedrillt hatten und der sich so lange gegen das irrationale Werte leistete keinen Widerstand mehr!
00:51:50: Eine neue Vision durchbrach das Schwarz meiner Gedanken von einer Brillianz und Schärfe, die alles bisherige zu Blassenschatten degradierte.
00:51:58: Es war nicht nur ein Bild – es war ein Gesetz!
00:52:02: Die Stimme von donnernder Klarheit sprach in mir.
00:52:06: Durch das unumstößliche Gesetz der Vergeltung werden die Sünder gerichtet.
00:52:11: An dem fernen Tag da der Außerwählte den Boden der Heimat betritt wird sich das Volk mit seinem Ursprung vereinen.
00:52:23: Ich habe diese Worte in mein Gedächtnis gebrannt und jede Silbe präzise abgespeichert.
00:52:47: die brutalen Baschur und selbst jene Aguren, die sich wie Keron weigern, den Blick zu den Sternen zu erheben.
00:52:55: Sie alle sind die Sünder – die Minderren!
00:52:58: Und ich bin nicht länger nur der erste Rat einer gestrandeten Kolonie.
00:53:03: Ich bin das lebende Werkzeug der Vergeltung.
00:53:06: Jeder Schmerz, jeder Verrat, jeder gefällte Baum auf dieser feuchten Welt alles hat nun einen Sinn.
00:53:13: Wir werden das Reich errichten... ...und ich werde Selin heute Nacht zu mir
00:53:18: rufen.".
00:53:19: Das Gesetz der Vergeltung verlangt nach einer Königin.
Neuer Kommentar