Gutar Irin - Kapitel 02 - Refugium

Shownotes

Yaru oder jetzt Gutar Irin wird zum Flotten Kommandanten.

https://ana.turay.solimp.at

Transkript anzeigen

00:00:00: Kapitel II.

00:00:01: Refugium, zwanzigster Zwölfter neuntausend zweihundertdreißig vor Christi Geburt Jahr eins Tag zweiundsiebzig Zeitrechnung Refuguum.

00:00:11: Mein Verstand ist nun ein geordneter Raum befreit von den trüben Schatten des Aberglaubens.

00:00:16: Mit der klaren Logik die mir die Mentalschulung aufgezwungen hat betrachte ich unsere Entführer nicht mehr als mythologische Götter sondern erkenne sie als rein biologische Wesen.

00:00:26: Die Ortes haben uns zudem gelehrt die Zeit mit Präzision zu messen.

00:00:30: Der Tag meiner Ankunft wurde zufällig zum ersten Tag der neuen Zeitrechnung, Jahr eins – Tag Eins.

00:00:36: Da wir heute den Tag zweiundsiebzig schreiben befinde ich mich demnach seit exakt zweiundseitig Tagen an diesem Ort.

00:00:43: Ich studiere die Ortes unentwegt.

00:00:45: Physisch sind sie uns Menschen nicht unehnlich.

00:00:48: Sie verfügen über zwei Arme und zwei Beine Doch an ihren Händen befinden sich lediglich vier Finger.

00:00:54: Ihre Gesichter sind vollkommen hallos und weisen eine Entfernte, fast schon unwirkliche Ähnlichkeit mit dem Kopf eines Frosches auf.

00:01:01: Dennoch wirken sie in ihrer Gesamtheit keineswegs abstoßend, sondern verströmen eine fremdartige Ästhetik und Vollkommenheit.

00:01:08: Sie besitzen keine Nasen – wie ich durch genaue Beobachtung lernte, nehmen sie Gerüche stattdessen über feine Rezeptoren an ihren Handflächen wahr.

00:01:16: Auch sichtbare Ohren fehlen ihnen völlig!

00:01:18: Sie empfangen die Schwingungen unserer Worte über die hochempfindliche Haut ihrer glatten

00:01:22: Wangen.".

00:01:23: Was mich jedoch am tiefsten beschäftigt, ist ein eklatanter logischer Widerspruch in ihrem gesamten Wesen.

00:01:29: Alles an den Ortes strahlt sanft Mut aus!

00:01:32: Sie sprechen mit leiser Stimme, bewegen sich bedächtig und behandeln uns – sieht man von der kalten Effizienz der Mentalschulungen einmal ab – mit einer fast schon beschämenden Fürsorge.

00:01:42: Über körperliche Bedürfnisse oder den Akt der Fortpflanzung schweigen sie aus einem Gefühl der Schamhaftigkeit heraus das weitaus stärker ausgeprägt ist als bei uns

00:01:50: Menschen.".

00:01:51: Wie also kann ein solches Volk, das Frieden und Harmonie über alle stellt, tausende Kinder von ihren Familienrauben und ihre Identitäten brechen?

00:01:59: Den Grund für diese Untat offenbarten sie uns heute gegen Ende des Unterrichts.

00:02:03: Unser Lehrplan verließ die gewohnten Grenzen der Sprache und der einfache Mathematik und wandte sich der Beschaffenheit des Raumes zu.

00:02:10: Einer der Ortes erklärte uns die Struktur des Universums und sagte «Unsere Heimat sei eine Kugel, die frei in einem endlosen Nichtschwebe».

00:02:18: Unter den hunderten Kindern im Saal brach daraufhin spontanes Gekicher aus.

00:02:22: Die alte, irdische Logik werte sich ein letztes Mal gegen das neue Wissen.

00:02:27: Wie sollte das funktionieren?

00:02:29: Die Menschen auf der Unterseite mussten doch unausweichlich in das Nichts stürzen.

00:02:33: Ein Junge aus meiner Kohorte namens Jorin sprang sogar auf und rief in unserer gemeinsamen Sprache Das ist unmöglich.

00:02:40: Dort müssten die Bäume ja verkehrt herumwachsen.

00:02:43: Der Ortie antwortete nicht mit Worten.

00:02:45: Er berührte eine Konsole woraufhin die weißen Wände der riesigen Höhle verblasten.

00:02:50: An ihre Stelle trat ein Bild, so scharf und prächtig als stünden wir unmittelbar davor.

00:02:55: Vor uns schwebte gigantisch und atemberaubend der blaue Marmor unserer Welt im pechschwarzen Raum.

00:03:01: In diesem Moment verstummte jedes Gelächter.

00:03:04: eine andächtige Stille erfüllte den Saal.

00:03:07: Da war sie diese wundersame unfassbare Kugel.

00:03:10: Meine unsere Heimat.

00:03:12: Ich suchte nicht nach dem großen Fluss oder dem Haus meines Vaters.

00:03:16: Ich begriff nun, dass sie viel zu winzig waren um sie von hier aus zu sehen.

00:03:20: Es war der erste aber nicht der letzte Augenblick in meinem neuen Leben indem ein uralter Glaube unter der unbarmherzigen Last des Wissens in Stücke zerbrach.

00:03:29: Es gab keine Geister die die Welt trugen.

00:03:32: es gab nur Schwerkraft und Masse.

00:03:34: nach einer Schulung über die Entstehung des Sonnensystems die den restlichen Tag beanspruchte wurden die Wände wieder weiß.

00:03:40: dann trat er Orti erneut in die Mitte des Raumes.

00:03:43: ihr fragt euch Warum wir euch aus eurer Welt gerissen haben, sagte er und seine Stimme vibrierte auf eine Art die tiefe Trauer verriet.

00:03:52: Wir Ortis sind ein altes Volk.

00:03:54: Seit vielen Jahrhunderten verfügen wir über eine stabile demokratische Regierung.

00:03:58: Jeder von uns hat eine Stimme.

00:04:00: Gesetze werden von der gesamten Bevölkerung beschlossen.

00:04:03: Unsere Regierung wird in regelmäßigen Abständen neu gewählt.

00:04:07: Wir sind ein friedliches Volk.

00:04:09: Es gab auch in unserer Frühzeit keine Kriege gegeneinander.

00:04:12: Dieses Verhalten konnten wir noch bei keinem anderen Volk beobachten.

00:04:16: Wir haben den Krieg nicht, wie ihr vielleicht denkt, verlernt.

00:04:19: Nein!

00:04:20: Wir haben nie Krieg geführt.

00:04:22: Wir diskutieren – wir wägen ab, wir suchen nach

00:04:25: Kompromissen.".

00:04:26: Er liest den Blick prüfend über uns schweifen.

00:04:29: Aber das Universum ist nicht nur friedlich.

00:04:31: Wir werden von einem Volk angegriffen, dass sich die Bashur nennt.

00:04:35: Sie sind grausame, kompromisslose Eroberer.

00:04:38: Wir sind dem Bashur technologisch überlegen... Aber es ist uns nicht möglich, andere Wesen zu verletzen oder gar zu töten ausgenommen im Momenten der Notwehr in höchster Gefahr.

00:04:48: Sie haben bereits mehrere unserer Sonnensysteme eingenommen und unzählige der unseren getötet.

00:04:53: Wir stehen am Rand unserer

00:04:54: Ausflöschung.".

00:04:56: Nun verstand ich – die Gleichungen ging auf!

00:04:59: Die Ortes waren uns technisch und moralisch unendlich weit überlegen.

00:05:03: aber genau diese Moral war ihre fundamentale Schwäche.

00:05:06: sie konnten nicht töten.

00:05:08: Sie brauchten Wesen, deren Ahnen noch mit Speeren auf Wildrinder losgegangen waren.

00:05:12: Wesen die Zorn, Aggression und den unbedingten Willen zu überleben noch in ihrem Blut trugen.

00:05:18: Sie hatten uns nicht gestohlen um uns zu Sklaven zu machen.

00:05:21: Sie hatte uns gestoheln um uns zur ihren Speeren zu machen.

00:05:25: Wir, die Kinder einer primitiven Welt, waren ihre letzte Hoffnung.

00:05:29: Mein Vater Koru war ein großer Krieger gewesen Die Ortess So begriff ich in diesem Moment, würden mich nicht zu einem Krieger sondern zu einem Soldaten machen.

00:05:38: Jahr eins – Tag hundertzweiundneunzig.

00:05:41: Zwanzig weitere Lernzyklen liegen hinter uns exakt einhundertzwanzig Tage ununterbrochener Mentalschulung und rigoroser Überprüfungen.

00:05:49: Der stetige Datenstrom der durch die Metallringe in unsere neuronalen Bahnen gepresst wurde hat unsere Auffassungsgabe an ihre biologischen Grenzen getrieben.

00:05:57: Wir haben nun einen Bildungsniveau erreicht das die Grundlagen der Mathematik der klassischen Mechanik, der Quantenphysik-, der Chemie- und der interstellaren Kosmologie umfasst.

00:06:07: Die Ortes bezeichnen dieses Stadium als das Fundament ihrer zivilen Bildung.

00:06:12: Wir sind keine Kinder mehr vom Rand eines schlammigen Flusses.

00:06:15: wir sind erwachsene Geister in kindlichen Körpern.

00:06:18: Mit der Zunahme unserer kognitiven Fähigkeiten hat sich auch die Dynamik innerhalb unserer Kohorte gewandelt.

00:06:24: Wir sind tausende Individuen doch es haben sich klare Hierarchien gebildet.

00:06:28: Ich muss meine Dominanz nicht durch körperliche Stärke beweisen, wie es mein Bruder Taran bei der Jagd tun musste.

00:06:34: Es ist die unbestreitbare Klarheit meiner Analysen, die mich an die Spitze gesetzt hat.

00:06:39: Joryn und die anderen richten ihre Blicke auf mich, sobald in den komplexen Simulationen Entscheidungen gefordert sind.

00:06:46: Meine Anweisungen sind logisch, meist fehlerfrei und kompromisslos – und deshalb folgen sie mir!

00:06:51: Die Ortes haben dieses Muster registriert.

00:06:54: Einer meiner Instruktoren Goll teilte meiner Kohorte heute mit, dass unsere grundlegende Ausbildung beendet sei.

00:07:01: Von nun an werden wir gemäß unserer individuellen Eignungsprofile in spezialisierte Fachrichtungen überführt.

00:07:07: Meine Begabung für naturwissenschaftliche Kausalitäten und meine instinktive Erfassung militärischer Taktik qualifizieren mich für die Ausbildung an ihrer Militärakademie.

00:07:16: Doch vor dieser endgültigen Trennung gewährten uns die Ortes eine Zäsur – zwölft Tage der Regeneration!

00:07:22: Es ist eine Unterbrechung der Mentalschulung, um die neuronalen Verknüpfungen zu festigen.

00:07:27: Es wurde ein Exkursionsprogramm für unsere freien Tage entworfen.

00:07:30: Wir bestiegen einen Schwerlastschattel der Standardklasse in den primären Hangars.

00:07:35: Als die Triebwerke lautlos zündeten schalteten die Ortes die Außenkameras auf die transparenten Flächen des Passagierdecks.

00:07:42: Zum ersten Mal begriff ich die wahre Gestaltung unseres Gefängnisses.

00:07:46: Die Station befindet sich nicht im freien Raum, sondern ist tief in der dicken Eisschicht des größten Mondes von Sorun verborgen.

00:07:52: Sorun ist ein gewaltiger Gasplanet – der fünfte Planet wenn man von der Sonne weg nach außen zählt.

00:07:58: Meine unsere Heimat ist der dritte Planet!

00:08:02: Anmerkung von Hell.

00:08:04: Alle nun folgenden orthisischen

00:08:06: Maßeinheiten

00:08:07: werden für das gesamte

00:08:08: Protokoll interanische Einheiten umgerechnet und gerundet.

00:08:12: Auf meinem taktischen Display leuchteten die Spezifikationen des Komplexes auf, den die Ortis Grafugium nennen.

00:08:19: Es ist kein simples Gebäude sondern eine autake Welt unter dem Eis ein absolut symmetrisches Bollwerk aus Stahl- und Verbundwerkstoffen.

00:08:26: Die Geometrie ist ein Meisterwerk der Logik.

00:08:29: Drei gigantische Sphären – die Primärmodule bilden die Eckpunkte.

00:08:33: Jede dieser Kugeln besitzt einen Durchmesser von sixhundertfünfzig Metern und ein riesiges Innenvolumen von hundredvierundvierzig Millionen Kubikmetern für Energieerzeugung und Habitate.

00:08:43: Sie sind in einem perfekten, gleichseitigen Dreieck mit einem Achsabstand von tausenddreihundert Metern angeordnet.

00:08:49: Zwischen den Oberflächen des Fähren verbleibt ein lichter Freiraum von sechshundert fünfzig metern der durch die Transferarchitektur überbrückt wird.

00:08:57: Insgesamt zwölf zylindrische Verbindungsschächte, gebündelt zu je vier Röhren pro Dreieckseite verbinden die Module.

00:09:03: Jede Röhre misst sechzig Meter im Durchmesser und ist für den simultanen Transit von vier Schattels ausgelegt.

00:09:09: Die Schächte fungieren als tragende Strukturstreben zur Stabilisierung des Gravitationszentrums.

00:09:15: Durch diese trigonale Symmetrie wird eine überlegene strukturelle Redundanz erreicht.

00:09:19: Der Ausfall einzelner Achsen würde weder die Integrität noch den logistischen Fluss gefährden.

00:09:24: Es ist ein in sich geschlossenes hochgradig gesichertes System.

00:09:28: Unser Schattel durchbrach die dünne Atmosphäre des Mondes und beschleunigte in die Dunkelheit.

00:09:33: Die Ortes nahmen uns mit auf eine Reise durch unser Sonnensystem.

00:09:37: Wir passierten die gigantischen Wirbel des Gasriesen, glitten an kratzer Furchten Gesteinsbrocken vorbei und drangen schließlich zu den inneren Planeten vor.

00:09:45: Dann am vierten Tag schwebte sie auf dem Projektionsflächen vor uns – die Erde unserer Heimat stumm begleitet von ihrem Mond!

00:09:53: Meine Klassenkameraden erhoben sich und rückten ihre Gesichter gegen die Anzeigen.

00:09:58: Einige weinten leise, andere streckten ihre Hände nach dem blauen Marmor aus überwältigt von der Nähe zu der Welt, die man uns entzogen hatte.

00:10:06: Joren stand neben mir seine Augen feucht vor Sehnsucht.

00:10:09: auch ich erhob mich.

00:10:11: mein Verstand, der darauf trainiert worden war alles in kalte Zahlen- und taktische Parameter zu zerlegen hielt inne.

00:10:18: Die Mentalschulung hatte mir die Geister meiner Ahnen genommen Doch in diesem Moment trat etwas Mächtigeres an ihre Stelle.

00:10:24: Es war keine kindliche Trauer nach dem Leben meines Dorfes, es war ein tiefes fast heiliges Erstaunen – Ein Mysterium das ich durch keine Formel der Ortes berechnen ließ.

00:10:34: Diese Kugel war nicht nur ein ungeschützter Planet sie war der Ursprung Das Unantastbare Paradies.

00:10:40: Heimat formten meine Lippen lautlos und das Wort besaß plötzlich ein gewaltiges Gewicht.

00:10:46: In diesem Augenblick begriff' ich dass wir niemals wieder dort leben würden.

00:10:50: Wir durften es nicht.

00:10:52: Die Heimat war für uns unerreichbar geworden, wir waren nun die geschmiedeten Klingen der Ortes dazu bestimmt im Schwarz des als zu kämpfen.

00:11:00: doch dieses leuchtende Juwel würde in meinem Geist weiterleben ein Heiligtum dass ich bis zum einem letzten Tag bewahren werde.

00:11:07: mein Blick löste sich von der Erde und richtete sich auf das unerbittliche schwarz dahinter.

00:11:12: Irgendwo dort draußen befinden sich die Bashur unsere Feinde.

00:11:16: Ich bin bereit für die Akademie Nicht um die Ortis zu retten sondern um die Heimat zu beschützen.

00:11:22: Jahr eins, Tag zweihundert fünf Die zwölf Tage der Regeneration sind vorüber.

00:11:27: Das schimmande Bild der blauen Kugel unserer fernen Erde hat sich unlöschbar in meinen Verstand gebrannt.

00:11:34: Sie ist für mich nicht länger nur ein astronomisches Objekt.

00:11:36: sie ist zum pulsierenden Kern meines Willens geworden – die Heimat.

00:11:40: Heute betraten wir zum ersten Mal den militärischen Sektor des Refugiums offiziell als Kampfklaster KC bezeichnet.

00:11:48: Die Struktur des Refugiums folgt einer streng-funktionalen Nomenklatur.

00:11:52: Sektor KA beherbergt den Lebensraum der Besatzung, KB dient als Produktionsanlage für Industriegüter und KC fungiert sowohl als Reparaturwerft als auch als militärisches Ausbildungszentrum für uns die zukünftigen Söldner der Ortes.

00:12:05: Der Sektorkc unterscheidet sich fundamental vom SektoreKA.

00:12:09: Hier gibt es keine weichfedernnden Liegen und keine beruhigenden runden Formen.

00:12:14: Die Architektur besteht aus nacktem Stahl, dunklen Verbundwerkstoffen und Harten, kompromisslosen Winkeln.

00:12:20: Es ist ein Design das keinen Raum für Bequemlichkeit lässt, oreine Funktionalität.

00:12:25: In dieser Werft befinden sich neben den Hangars auch die Simulationsanlagen für die verschiedenen Schiffstypen der Ortes sowie unsere neuen Schulungsräume.

00:12:33: Wir sind nicht länger die Kinder!

00:12:35: die mit mir die Basisausbildung durchlaufen haben, wurden exakt twelvehundertzwanzig der zwölftausendzwarhundertvierzig angehenden Raumsoldaten für die Offizierslaufbahn an den Militärakademie ausgewählt.

00:12:50: Es sind diejenigen, deren Geist dem massiven Datenstrom der Mentalschulung am besten Stand gehalten hat und deren Erbgut jenen Funken kalter Aggression bewahrt hat, denen die Ortes so dringend benötigen.

00:13:00: Jorin ist einer von ihnen!

00:13:02: Erweicht mir kaum von der Seite.

00:13:04: In unserer neuen Kohorte herrscht eine lautlose, aber absolute Übereinkunft.

00:13:09: Sie warten auf meine Befehle!

00:13:11: Ich bin ihr Anführer nicht weil ich der Stärkste bin sondern weil mein Verstand die Aufgaben der Ortes schneller löst als jeder andere.

00:13:18: Unser erster Instruktor an der Akademie war ein Ortie dessen glatte Haut von feinen Linien durchzogen war was auf ein hohes Alter hindeutete.

00:13:26: Er führte uns in einer abgedunkelter Halle in deren Zentrum einen kreisrunder schwarzer Tisch stand.

00:13:32: Taktik und Strategie, erklärte er, wären seine Wangen merklich vibrierten um Laute zu formen.

00:13:38: Er aktivierte eine Konsole und über dem Tisch erwachte ein holographisches Schlachtfeld.

00:13:43: Sternensysteme leuchtende Planeten- und Dichteasteroidenfelder schwebten als perfekte dreidimensionale Projektionen im Raum.

00:13:51: Ihr werdet nicht nur lernen unsere Schiffe zu steuern, begann er!

00:13:55: Ihr werdert lernen sie als ein einziges Instrument zu führen.

00:13:58: Dies ist das exakte Abbild eines Gefechts gegen die Bashur im Epsilon-Sektor.

00:14:03: Scharfe, rote Keilsymbole erschienen am Rand des Hologramms – Die Flotte der Bashur.

00:14:08: Ihnen gegenüber leuchteten blaue, kugelförmige Formationen auf.

00:14:12: Die Standardkreuzer der Ortis mit einem Durchmesser von zweihundertzehn Metern.

00:14:17: Der Instruktor startete die Simulation.

00:14:19: Ich beobachtete das Szenario aufmerksam!

00:14:22: Die Bashur griffen rasend schnell und kompromisslos an.

00:14:25: Sie trieben ihre keile Tief in die Formation.

00:14:28: Die blauen Sphären reagierten sofort defensiv, sie wichen zurück.

00:14:32: Sie versuchten ihre Verluste zu minimieren, formierten sich vorsichtig neu und suchten Schutz hinter einem nahen Asteroidengürtel.

00:14:39: Sie zögerten!

00:14:41: In ihren Flugbahnen schien ein ständiges Abwegen zu liegen – sie wollten überleben anstatt den Feind zu vernichten.

00:14:47: Das Ergebnis war unausweichlich.

00:14:49: Die roten Keile flankierten sie, kreisten sie ein und löschten die blauen Symbole nacheinander erbarmungslos aus.

00:14:55: Unsere Flotte wurde vollständig vernichtet stellte der Ort die sachlich fest, doch seine Stimme klang belegt.

00:15:02: Trotz überlegener Bewaffnung und präziserer Sensoren – wir haben diese Simulation millionenfach berechnet!

00:15:08: Jeder Versuch, die flotte Defensiv zu retten führt zum Verlust von mindestens neunzig Prozent unserer Einheiten.

00:15:15: Kadetten?

00:15:16: Wo liegt unser

00:15:16: Fehler?!

00:15:17: In der Halle herrschte Schweigen.

00:15:19: Joryn startete ratlos auf die verblassenden Lichter.

00:15:22: Die anderen suchten nach Lösungen, doch keiner war erfolgreich.

00:15:26: Es waren gute Ideen dabei, aber alle dachten wie von dem Ort die vorgegeben eureindefensiv.

00:15:32: Aber Krieg ist der feine Sand, der sich rot färbt wenn ein Wildrin stürzt!

00:15:37: Ich trat an den Tisch.

00:15:38: Der Fehler liegt nicht in der Formation oder in den Frequenzen der Schutzschirme, sagte ich kühl und meine Stimme klang härter als beabsichtigt.

00:15:54: Der Instruktor legte den hallosen Kopf leicht schief.

00:15:57: Und wie würdest du entscheiden, Cadet Gutaerin?

00:16:00: Setzen sie bitte die Simulation auf die Startkoordinaten zurück!

00:16:04: Die Ausgangsposition wurde wieder hergestellt.

00:16:07: Ich tauchte meine Hände in das Hologramm – ich sah nicht länger isolierte Schiffe sondern Vektoren, Strömungen und Wahrscheinlichkeiten.

00:16:15: Die Ortes hatten bisher stets nur die Züge des Opfers gespielt.

00:16:19: Ich markierte das Zentrum der Blauen Flotte vierzig Schiffe und trieb sie ohne jedes Ausweichmanöver direkt auf die Spitze des gegnerischen Keils zu.

00:16:27: Das ist Wahnsinn, zischte Joren!

00:16:29: Sie werden alle

00:16:30: vernichtet.".

00:16:32: Ja", antwortete ich nüchtern.

00:16:34: Aber sie binden das gesamte Primärfeuer der Barschuhe.

00:16:38: Während die roten Keile das Opfer im Zentrum einkesselten, zog ich die beiden Flügel der Blaue Flotte nicht zurück.

00:16:44: Im Gegenteil – ich beschleunigte sie auf das Maximum.

00:16:47: Ich ließ sie ohne Rücksicht direkt durch das gefährliche Asteroidenfeld rasen und fiel dem Baschur ungeschützt in die Flanke und den Rücken.

00:16:54: Es gab keine Zeit für Rückzug oder Kompromisse, es war ein direkter, unbarmherziger Schnitt in die Kehle des Feindes.

00:17:01: Die roten Lichter flackerten wild wurden aus der Formation gerissen und erloschen.

00:17:06: Von meiner Flotte verblieben nur zweiundvierzig Prozent Ein katastrophaler Verlust am Material und simuliertem Leben.

00:17:13: Aber der Feind war restlos ausgelöscht.

00:17:15: Die Halle war in erstickendes Schweigen gehöhlt.

00:17:18: Der Orti startte auf das Trümmerfeld, seine Finger zitterten.

00:17:22: Sechzig Prozent der eigenen Einheiten absichtlich in den Tod zu schicken um den Sieg zu erzwingen widersprach jeder Faser seines friedliebenden Wesens.

00:17:30: Ein solches Opfer flüsterte er erschüttert.

00:17:33: Es ist barbarisch es ist ineffizient.

00:17:37: Es ist der Sieg.

00:17:38: korrigierte ich ihn leise.

00:17:40: sie haben uns von unserer Welt geholt weil wir genau das können wozu sie nicht in der Lage sind.

00:17:45: Das ist der Preis des Überlebens.

00:17:47: In meinem Innersten spürte ich den stehlernen Willen meiner Ahnen.

00:17:51: Wenn ich eines Tages in der Zentrale eines jener schwarzen Schiffe stehen würde, würde ich nicht zögern.

00:17:57: Ich würde tun was getan werden musste Für die Flotte und für die Heimat.

00:18:02: Jahr eins Tag zweihundert sechs.

00:18:05: Die Konsequenzen meiner Entscheidung auf dem holographischen Schlachtfeld blieben nicht aus.

00:18:11: Im Gegenteil, sie schienen mit einer Mischung aus tiefem Wiederwillen und faszinierter Ehrfurcht zu begreifen, dass genau diese Kompromisslosigkeit ihre einzige Rettung sein könnte.

00:18:24: Am Abend dieses Tages wurde ich von meinem Instruktor aus den Quartieren der Kadetten abgeholt.

00:18:29: Er sprach kein Wort als wir den Aufzug betraten und tief durch die Ebenen des KA-Sektors glitten weiter nach oben, als wir Kadetten je zuvor gewesen waren.

00:18:37: Er führte mich in einem weiten Raum dessen gesamte Architektur auf absolute Fokussierung ausgerichtet war.

00:18:43: Halbkreisförmig angeordnete Sitzreihen stiegen steil an.

00:18:47: Im vorderen Bereich befand sich eine interaktive Datenmatrix, flankiert von großflächigen Leinwänden und Pulten mit Geräten, deren Zweck mir noch verborgen blieb.

00:18:55: Warmes, gleichmäßiges Licht erfüllte den Saal.

00:18:59: Das auffälligste jedoch war die Decke – eine gewaltige Halbkugel, verkleidet mit einem unbekannten Material.

00:19:05: das Matschimmerte wie flüssiges Metall.

00:19:07: Aus der Fuge am Rand der Kuppel drang ein kaum hörbares Soren, als würde die gigantische Maschinerie dahinter nur auf ihren Einsatz warten.

00:19:14: Der Ortie blieb in der Mitte des Raumes stehen!

00:19:17: Du hast heute den Tod als mathematische Variable akzeptiert – Kadet Guthar Irinn, sagte er und seine Wangen vibrierten schwer.

00:19:25: Aber Mathematik auf einem Hologramm ist steril.

00:19:28: Bevor du eine echte Flotte in das Nichts führst musst du die absolute feindselige Realität dieses Nichts

00:19:34: begreifen.".

00:19:36: Er berührte eine Kontrollfläche.

00:19:38: Das warme Licht im Saal erloscht und hüllte uns in vollkommene Dunkelheit, nur noch durchbrochen von den blinkenden Signallichtern der Pulte.

00:19:45: Das mechanische Sorenschwoll leicht an!

00:19:48: Die halbkugelförmige Decke über uns öffnete sich Segment für Segment – vollkommen geräuschlos als bestünde sie aus Schatten.

00:19:55: An ihre Stelle trat eine gigantische transparente Kuppel.

00:19:59: Ich hob dem Kopf und mein Atem stockte.

00:20:01: Die Mentalschulung hatte mir zwei Dimensionen unseres Sonnensystems vermittelt, doch keine nackte Zahl konnte mich auf das vorbereiten was ich nun über mehr aufspannte.

00:20:10: Wir befanden uns direkt an der Oberfläche der kilometerdicken Eisschicht des Mondes Soron I. Rund um uns erstreckte sich eine unwirkliche Welt aus Eis geformt zu bizarren Skulpturen die scharfkantige Schattenwarfen.

00:20:23: Es war eine erstarte Landschaft.

00:20:25: Eis dass wie zu steingefrorene Wellen wirkte.

00:20:28: Feiner Reif glitzerte am äußeren Rand der Kuppel wie kosmischer Staub.

00:20:32: Beleuchtet wurde diese Ödnis von einem Licht, das dunkler war als irdisches Tageslicht – aber heller als der vertraute Mondschein meiner Kindheit!

00:20:40: Es war ein kaltes, fremdes Leuchten, dass den gesamten Horizont füllte.

00:20:45: Dieses Licht kam nicht von der fernen Sonne.

00:20:47: Es kam vom gewaltigen Himmelskörper um den unser Eismund kreiste.

00:20:52: Die Ortes nannten ihn Sorun.

00:20:54: Der gigantische Gasriese thronte direkt über uns majestätisch und von einer unentrennbaren, fast erdrückenden Präsenz.

00:21:01: Seine Atmosphäre war von Dichten rasenden Wolkenbändern in Rostrot, ocker-und schmutzigem Weißdurchzogen die sich treten wie die wilden Strömungen eines uferlosen Flusses.

00:21:11: In seiner unteren Hälfte tobte ein gewaltiger, ovaler Wirbelsturm im tiefen Blutrot.

00:21:16: Er wirkte wie ein unheilvolles, unendliches Auge das groß genug schien um unsere gesamte kleine, blaue Heimatwelt mit einem einzigen Wimpernschlag zu verschlingen.

00:21:26: Ich stand völlig reglos.

00:21:28: Ich spürte keine Furcht!

00:21:29: Die Gewalt dieses Anblicks hätte den Verstand eines ungebildeten Kindes vom großen Fluss zerschmettert.

00:21:35: Doch ich bin kein Kind mehr.

00:21:36: Mein geschulter Verstand verarbeitete die Realität dieses Ortes.

00:21:41: Die Stille unter der Kuppel war absolut.

00:21:43: Es war eine erstarte Landschaft über der Sorun wie ein gnadenloser Herrscher wachte, in dessen rotierenden Stürmen das Licht gebrochen und fahl auf das Eis geworfen wurde.

00:21:52: Ich sah wieder dieses gewaltige rote Auge-und Begriffdilektion meines Instruktors.

00:21:57: Das Universum ist nicht der warme Leben meiner Herkunft!

00:22:00: Es is kalt, gigantisch und feindselig.

00:22:03: Wer hier überleben will muss härter sein als das Eis von Sorun I und unerbittlicher als die Stürmer auf Sorun.

00:22:10: Während er gewaltiger Riese über mir thronte dachte ich nicht an seine schreckliche

00:22:14: Schönheit.".

00:22:15: Ich dachte daran, wie viel kostbarer und wie unendlich verletzlich er die kleine blaue Kugel unserer Heimat im Vergleich zu diesen toten Monstern war.

00:22:23: Und ich schwurr mir in der Stille der Kuppel – die Barschuhe werden niemals auch nur in die Nähe dieser blauen Kugeln

00:22:28: gelangen.".

00:22:29: Jahr vierzehn Tag dreihundertsechzig Die Zeit floss nicht mehr wieder träge Fluss meiner Kindheit.

00:22:35: Sie raste nun wie die feinen Datenströme durch die Prozessoren der Ortis.

00:22:40: Bereits im Alter von knapp neun Jahren hatte ich ein Bildungsniveau erreicht, das alles übertraf was die weisesten Männer meines Volkes sich in ihren künstenträumen hätten vorstellen können.

00:22:50: Die Ortys nannten es die höchste Stufe der planetaren Grundbildung.

00:22:54: Mein Geist und der von tausenden anderen war bis an den Rand mit Wissen gesättigt worden.

00:23:00: Von den exakt zwanzigtausend einhundertneinzehn Kindern welche die Ortys von der blauen Kugel entführt hatten wurden zwölftausend zweihundertvierzig für die rein militärische Laufbahn als Raumsoldaten selektiert.

00:23:11: Die restlichen Kinder, deren neuronale Muster unter dem ständigen Druck der Mentalschulung feine Risse gezeigt hatten oder deren Begabungen in anderen Bereichen lagen, erhielten Ausbildungen in der Logistik, der Stationswartung oder eine wissenschaftliche Ausbildung.

00:23:25: Das System duldete keinen Ausschuss – alles fand seinen annähernd perfekten Zweck Für uns, ein-tausend zweihundertzwanzig Offiziersanwärter begann mit der Militärakademie eine neue Ära des Begreifens.

00:23:38: Selbst für die hochintelligenten Ortis dauerte dieses theoretische Studium der Kriegs- und Raumfahrttechnik mindestens acht irdische Jahre.

00:23:46: Aufgrund unseres Jugendlichen Alters und der biologischen Kapazitäten unserer noch wachsenden Gehirne streckten sie den Lehrplan auf insgesamt zwölf Jahre.

00:23:55: Währenddessen erhielten die niederen Chargen eine jahrelange Grundausbildung als Raumsoldaten.

00:24:01: In dieser Zeit lernte ich, das Universum nicht mehr nur zu betrachten sondern es zu berechnen.

00:24:07: Wir begannen mit höherer Mathematik klassischer Physik und Astronomie um die Mechanik der Sterne zu verstehen.

00:24:14: Doch das war nur das Fundament.

00:24:17: Bald stießen wir in die Fünf-D-Physik vor in jene verborgenen Dimensionen in denen Zeit und Raum sich krümmen und formen lassen.

00:24:24: Ich studierte die komplexe Antriebstechnik vom effizienten Unterlichtantrieb bis hin zu den gewaltigen Überlicht- und Sprungtriebwerken, die es ermöglichten, die unendlichen Abgründe des als in wenigen Atemzügen zu überbrücken.

00:24:37: Auch die Überlichtkommunikation – das verzögerungsfreie Senden von Befehlen durch den Subraum wurde uns in endlosen Simulationen eingetrichtert.

00:24:46: All das fiel mir unglaublich leicht!

00:24:49: Wo andere Kadetten unter der mentalen Last der Form entstöhnten sah ich klare, leuchtende Muster.

00:24:55: Die Mathematik der Fünf-D Physik war für mich wie das Lesen von Spuren im feuchten Sand.

00:25:01: Ich gehörte stets zu den besten, führte meine Kohorte an und absorbierte besonders die Taktiken des Flottengefechts mit einer instinktiven mir fast unheimlichen Kälte.

00:25:11: Ich war nun zwanzig Jahre alt.

00:25:13: Fünftzehn Jahre waren vergangen seit ich das Haus meines Vaters verlassen hatte.

00:25:18: Das theoretische Studium an der Akademie neigte sich dem Ende zu Und meine Abschlussprüfungen standen unmittelbar bevor.

00:25:26: Doch wenige Wochen vor diesen Prüfungen veränderte sich die Atmosphäre im Refugium.

00:25:31: Die Ortis hatten geliefert, worauf wir all'die Jahre vorbereitet worden waren.

00:25:36: Eine Flotte von exakt zweihundertvier Kampfraumschiffen war im Sonnensystem eingetroffen und bezog mit aktiviertem Ordnungsschutzposition im Asteroidengürtel.

00:25:45: Sie waren schwarz, markellos und strahlten eine stumme tödliche Bedrohung aus.

00:25:51: Es war das erste Mal dass wir die Werkzeuge unseres zukünftigen Handwerks nicht nur in einer holographischen Darstellung, sondern als physische Realität betrachten konnten.

00:26:00: Die Theorie war vorüber!

00:26:03: Die Zeit des Stahls hatte begonnen.

00:26:05: Jahr fünfzehn Tag eins Bevor wir die schwarzen Schiffe betreten durften und noch bevor die jahrelange harte Praxis begann gewährten uns die Ortis eine unerwartete Zäsur.

00:26:17: Es war eine Belohnung für den erfolgreichen Abschluss der Theorie die sich zugleich wie die grausamste aller Prüfungen anfühlte.

00:26:24: Sechs Wochen Urlaub, sechs Wochen auf der Erde!

00:26:28: Es gab jedoch eine absolute nicht verhandelbare Regel – wir durften keinerlei Kontakt zu den Menschen aufnehmen.

00:26:35: Wir waren Schatten getarnt durch die überlegene Technologie der Ortis unsichtbare Beobachter auf unserer eigenen Welt.

00:26:43: Als mein Shuttle lautlos über die Wälder und Flüsse der Erde glitt spürte ich, wie sich mein Herzschlag beschleunigte.

00:26:50: In einem getarnten Beobachtungsanzug stand ich am Rand einer menschlichen Siedlung.

00:26:55: Ich sah Menschen, die lachten, stritten in der Erde gruben und kleine Feuer entfachten.

00:27:01: Sie wirkten primitiv laut-und unendlich verletzlich!

00:27:05: Ich hätte zu ihnen gehen können.

00:27:07: Ich hätte rufen können – in der fast vergessenen Sprache meines Vaters.

00:27:12: Aber… ich tat es nicht.

00:27:13: In diesen sechs Wochen begriff ich etwas Endgültiges.

00:27:17: Ich gehörte nicht mehr zu

00:27:18: Ihnen.".

00:27:19: Mein Geist war zu einer präzisen Klinge geschliffen worden, berechnend und weit entfernt von ihrer einfachen Realität.

00:27:26: Ich war ein Phantom geworden!

00:27:28: Und doch als ich die Erde nach sechs Wochen wieder verließ, brannte die Liebe zu dieser Weltheller denn je in mir.

00:27:35: Sie war die Heimat – mein Heiligtum.

00:27:46: Nach der Rückkehr zum Eismund Sorun I begann die unerbittliche militärische Praxis.

00:27:51: Fünf Jahre lang wurden wir geschliffen, bis aus zwölftausend zweihundertvierzig Soldaten perfekt abgestimmte Besatzungen geworden waren.

00:27:59: Zuerst verbrachten wir Monate in den Simulatoren, in denen jeder Fehler mit künstlichen Schmerzimpulsen und dem simulierten Tod tausender Kameraden bestraft wurde.

00:28:09: Später verlegten wir das Training auf die echten Schiffe flogen waghalsige Manöver durch die Ringe des Gasriesen und lernten, den Rückstoß der tragbaren Energiewaffen in unseren eigenen Knochen zu spüren.

00:28:20: Jetzt ist diese Ausbildung abgeschlossen!

00:28:23: Die fünf Jahre der Vorbereitung sind vorüber.

00:28:25: Vor dem holographischen Sichtfenster meines Flaggschiffs ziehen die Konturen der Flotte vorbei – zweihundert drei kugelförmige Schiffe jedes einzelne mit einem Durchmesser von zweihundertzehn Metern und einer Besatzung von sechzig Menschen.

00:28:38: Es sind schwarze Silhouetten gegen den unendlichen Sternenteppich.

00:28:42: Die Ortis nennen sie das Non-Plus Ultra ihrer Technik, perfekt angepasst an die physischen und mentalen Voraussetzungen meines Volkes.

00:28:50: Ich betrachte die Schiffe mit einer Mischung aus Stolz und Kälte.

00:28:54: Sie sind die Werkzeuge, mit denen wir die Baschur aufhalten werden jenes grausame Volk von der Oberan dass bereits mehrere Sonnensysteme der Ortis unterworfen hat.

00:29:04: In meiner Brust regt sich ein seltsames Gemisch der nagende Zweifel, ob all die Theorien in der Realität des Kampfes standhalten werden und eine eiserne fast unnatürliche Zuversicht.

00:29:15: Das ist das Erbe meiner Ahnen!

00:29:17: Die Ortis haben mich vom Sohn eines Kriegers zum Soldaten geformt – vom Kind zum Kommandanten dieser Flotte.

00:29:24: Jetzt ist es an der Zeit zu beweisen, dass wir Menschen ein mutiges und starkes Volk sind.

00:29:31: Für die Ortis und für die Heimat.

00:29:36: Tag, fünfundzwanzig.

00:29:37: In wenigen Minuten werden wir zeigen wozu Menschen im Stande sind.

00:29:42: Wir sind härter schneller und entschlossener als diese verweichlichten Ortes mit ihrer Hochstehenden aber letztlich leblosen Technologie.

00:29:50: Sie haben uns die perfekten Werkzeuge des Todes gebaut doch erst unser Wille macht sie zu Waffen.

00:29:56: Auf dem taktischen Display vor meinem Kommandositz herrscht noch die trügerische Ruhe des leeren Raums.

00:30:02: Meine Flotte zweihundertvier Tiefschwarze Kugelförmige Kreuzer liegt stumm und mit gedrosselter Energie im Ortungsschatten eines Asteroidenfeldes am Rand des Ortersystems.

00:30:13: Wir warten!

00:30:14: Tief hinter uns, beschienen vom Licht der Sonne Orters, kreist Ortasis der Dritte von zehn Planeten und die Heimatwelt unserer Entführer.

00:30:22: Es ist das erste Mal in der Geschichte dieses Krieges dass die Baschur wahrscheinlich einen direkten Angriff auf das Herz der Ortis wagen.

00:30:30: Eine uns unbekannte Künstliche Intelligenz hat vor fünf Tagen eine Wahrscheinlichkeit von sechsohnachtzig Prozent für einen Angriff in den nächsten acht Tagen errechnet.

00:30:39: Alle unsere Schiffe sind kampfbereit, es herrscht höchste Alarmstufe.

00:30:44: Dann schrillt der Ortungsalarm.

00:30:46: Auf den Projektionsflächen flammen rote Symbole auf.

00:30:50: Keilförmige Signaturen brechen aus dem Subraum in den Normalraum.

00:30:53: die Baschur Es ist eine Invasionsflotte massiv und arrogant formiert In der absoluten Gewissheit hier nur zögerlichen Widerstand zu treffen.

00:31:04: Sie rücken in einer breiten Verlangsvor, bereit jeden Verteidiger systematisch einzukesseln.

00:31:10: Die Flotte der Ortis weicht wie von uns geplant zurück und die angreifenden Baschur stoßen wieso oft in diesem Krieg nach um die Ortis zu stellen.

00:31:19: Es ist Zeit.

00:31:21: Energie auf die Hauptantriebe Schutzschirme auf Maximum Befehle ich.

00:31:27: Meine Stimme ist leise Doch sie wird in Echtzeit in die Kommando-Zentralen aller zweihundertdrei anderen Schiffe übertragen.

00:31:34: Keine Ausweichmanöver!

00:31:36: Wir flankieren Sie, Feuer nach eigenem Ermessen.

00:31:40: Angriff Unsere schwarze Flotte schießt aus dem Schatten der Trümmer hervor.

00:31:46: Wir beschleunigen so brutal dass selbst die Andruckabsorber der Ortis für einen Wimpernschlag an ihre Grenzen stoßen.

00:31:53: Ein harter physischer Schlag von mehreren G presst mich tief in den Sitz bevor die Felder die tödlichen Kräfte neutralisieren.

00:32:00: Wir fliegen keine taktischen Bögen, wir weichen nicht zurück!

00:32:05: Wie ein gewaltiger dunkler Speer rammen wir direkt in die Seite der roten Keile Der Schockaufseiten der Baschur muss absolut sein.

00:32:14: Sie versuchen ihre Schiffe und Waffensysteme auf uns auszurichten doch wir sind viel zu schnell.

00:32:20: Als wir die Feuerreichweite unterschreiten erhält sich das nichts.

00:32:24: Unsere Primärwaffen entladen sich Grellblaue Energiebündel erzeugt durch die überlegende Technik der Ortis, durchschlagen die Dunkelheit und treffen auf die Schutzschirme der Waschur.

00:32:34: Das Hologramm in der Mitte der Zentrale zeigt ein lautloses Inferno aus Licht-und zersplitternden Raumschiffhüllen.

00:32:41: Ich sehe wie der feindliche Führungskreuzer unter dem konzentrierten Feuer von vier meiner Schiffe erzittert.

00:32:48: Seine Schirme kollabieren in einem grellen Blitz.

00:32:51: Bruchteile von Sekunden später reißen unsere Partikelstrahlen die Panzerung auf und lassen das Schiff in einer lautlosen Explosion von innen heraus verglühen.

00:33:00: Die Formation der Feinde zerbricht in völligem Chaos, sie verstehen nicht was hier geschieht.

00:33:07: Sie kämpfen gegen Schiffe der Ortis aber der Geist, der sie lenkt ist rein menschlich.

00:33:13: Wir fliegen waghalsige mörderische Manöver.

00:33:16: Schiffe rasen so dicht aneinander vorbei dass sich ihre Energischirme fast berühren.

00:33:22: Ein Bashurzerstörer wird an den Triebwerken schwer getroffen.

00:33:26: Er trudelt hilflos um die eigene Achse.

00:33:28: Die Waffenbänke sind offline.

00:33:31: ein Leuchtsignal flammt auf seiner Hülle auf.

00:33:33: der in diesem Bereich der Milchstraße gebräuchliche Kot für Kapitulation einen Ortikommandant hätte jetzt das Feuer eingestellt, hätte diskutiert und Gefangene gemacht.

00:33:44: Ich starre auf die treibende Hülla!

00:33:46: Vernichten war mein Befehl.

00:33:49: Zwei meiner Kreuzer drehen bei.

00:33:51: Eine Salve der beiden Schiffe beendet die Existenz des Feindes.

00:33:55: Wir jagen sie, als wären wir Wölfe in einer herde verängstigter Garzellen.

00:34:00: Schiffe der Baschur –die zu fliehen versuchen– werden von hinten in Stücke gerissen.

00:34:05: Die Reste zerschossener feindlicher Kreuzer treiben wie blutende Kadaver durch den Raum.

00:34:11: Auf der maximalen Vergrößerung der Monitore sehe ich das Hunderte von Bashur-Soldaten in gepanzerten Überlebensanzügen ins All gesaugt wurden.

00:34:20: Sie klammern sich an Trümmerteile, hilflos, Kampfunfähig aber lebendig.

00:34:25: Krieg ist der feine Sand – der Rotwirt wenn das Wild drin fällt!

00:34:30: Man lässt das sterbende Tier nicht leiden und man lässt den Feind nicht am Leben damit er eines Tages zurückkehren kann.

00:34:37: Sekundärwaffen auf Streuung befehle ich dem Feuerleitoffizier neben mir.

00:34:42: Er zögert keinen Wimpernschlag, er ist ein Mensch.

00:34:46: Feine rasiermesserschafe Lesergaben fegen durch das Trümmerfeld Sie durchschneiden Panzerglas Rüstungen und Fleisch Die im raumtreibenden Körper zucken kurz Und erstarren dann für immer in der eisigen Kälte des Als.

00:35:01: Wir löschen sie aus bis auf den letzten Bashur.

00:35:04: In einem Krieg wie diesem gibt es kein Erbamen.

00:35:07: Es war vollkommen.

00:35:10: Ich habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt.

00:35:13: Diese überheblichen Bashur-Monster zu flankieren, ihre Formationen auseinanderzureißen und in Stücke zu schießen – es war kein bloßer Sieg!

00:35:21: Es war ein Rausch, ein reines, klares Gefühl der Überlegenheit.

00:35:26: In meinen Adern pochte das Blut nicht vor Angst sondern aufgrund der elementaren Lust jeden Einzelnen der Feinde zu vernichten.

00:35:34: Und ich sah es in den Augen meiner Männer als sich sie über die Videokanäle anfeuerte.

00:35:39: Sie hatten keine Furcht, nur den selben unbändigen Triumph in sich bei der totalen Zerstörung des Feindes.

00:35:46: Wir haben die Flotte der Bashur vernichtet.

00:35:49: Jedes Schiff das nicht rechtzeitig die Flucht ergriff wurde zerstört auch jene die Kampfunfähig waren oder sich ergeben wollten.

00:35:57: Nur Sieger und tote Feinde.

00:36:00: wir Menschen Dieses primitive Volk von einer winzigen blauen Kugel haben dem schlimmsten Feind der Ortis die brutalste Niederlage ihrer Geschichte beigebracht.

00:36:09: Von unseren zweihundertvier Schiffen sind einhundert achtundachtzig voll einsatzbereit.

00:36:14: Acht sind leicht, drei schwer beschädigt.

00:36:17: Fünf Schiffe sind mit ihrer Besatzung verloren.

00:36:21: Wir werden die gefallenen Ehren Doch ihr Opfer hat der Galaxis gezeigt wer wir sind und was es bedeutet den Zorn der Menschheit zu wecken.

00:36:30: Die Ortis sind uns jetzt zu dank verpflichtet.

00:36:33: Und ich werde sicherstellen, dass sie diese Schuld auch begreifen!

00:36:38: Ja, einundzwanzig Tag sechsundzwantzig Eintrag am Morgen.

00:36:43: Eine Einladung wurde ausgesprochen eine offizielle Siegesfeier auf Ottasis der Zentralwelt der Ortis.

00:36:50: Wir alle wurden geladen die Besatzungen sämtlicher Schiffe unserer Flotte.

00:36:55: Sie wollen uns ehren.

00:36:56: Die Zeremonie soll auf einem riesigen Raumhafen stattfinden, der genügend Platz für unsere zwölftausend Soldaten bietet.

00:37:03: Die exakte Zahl der teilnehmenden Soldaten ist mir derzeit noch nicht bekannt, da ich noch nicht weiß wie viele Tote und Verwundete wir nach der Schlacht zu beklagen haben.

00:37:12: Es scheint als hätten die Ortes endlich begriffen was wir für sie und ihr Fortbestehen geleistet haben.

00:37:19: Während mein Schattel durch die Atmosphäre von Ortazis gleitet betrachte ich die Welt unter mir.

00:37:25: Es ist ein Planet von unverschämter, fast wieder natürlicher Friedfertigkeit.

00:37:30: Keine Narben von Kriegen sind zu sehen – keine Befestigungsanlagen!

00:37:34: Nur sanfte Ozeane, endlose Wälder und leuchtende Städte die sich wie kunstvolle Kristallstrukturen in die Landschaft fügen.

00:37:41: Ich hätte wahrlich nicht gedacht dass diese Schwächlinge unseren Sieg überhaupt feiern wollen.

00:37:47: Die Berichte unserer Raumschlacht Die schonungslose Aufzeichnung unserer Vernichtungstaktik und das Abschlachten der im alltreibenden Bashur-Soldaten müssen ihre pacifistischen Räte zutiefst erschüttert haben.

00:37:58: Vielleicht ist es der schiere, verzweifelte Umstand ihres eigenen Überlebens, der sie nun dazu zwingt uns ihre blutigen Schwärter zu Lobpreisen?

00:38:07: Wir haben unsere pechschwarzen Uniformen angelegt!

00:38:11: Wir werden hinabsteigen und uns jenen Dank abholen den Sie uns schulden.

00:38:16: Eintrag am Abend Wir sind Idioten.

00:38:19: Betrogene, blinde und wehrlose Idioten!

00:38:23: Meine überlegende an der Akademie geschulte Logik hat ausgerechnet die einfachste aller Variabeln übersehen – die nackte Angst des Schöpfers vor seinem eigenen Werkzeug.

00:38:33: Kaum betraten wir den Weichen, künstlich perfektionierten Boden ihres verfluchten Paradieses schnappte die Falle zu.

00:38:40: Es gab keine Warnung, keine schrillenden Sirenen.

00:38:44: Nur ein subtiles Flackern auf unseren Handgelängskommunikatoren kündete vom Unheil.

00:38:50: Die Zugangs- und Startkots für unsere im Orbit parkenden Schiffe wurden überschrieben, die biometrischen Schleusen unserer Schattels verriegelten sich augenblicklich.

00:38:59: Der Rückweg in den Himmel war uns schlagartig abgeschnitten.

00:39:02: Statt der erwarteten Lorbeeren, der wehenden Banner und des Dankes erhielten wir Fesseln geschmiedet aus höflichen sanften Worten flankiert von etwas, das wir in all den Jahren nie zuvor gesehen hatten – schwere Kampfroboter.

00:39:19: Keine Ortisoldaten!

00:39:21: Denn so etwas existiert auf diesem Planeten scheinbar nicht.

00:39:25: Es waren an die fünfhundertmassige völlig lautlose Maschinen aus dunklem Metall, die ihre Tarnung deaktivierten und unvermittelt sichtbar wurden.

00:39:34: Ihre Waffenarme waren direkt auf uns gerichtet.

00:39:37: Der Rad sprach mit jener vibrierenden leisen Stimme, die ich so sehr zu verabscheuen gelernt

00:39:42: habe.".

00:39:43: Er erklärte, man wolle uns vorübergehend in einer gesicherten Einrichtung auf ihre Mond unterbringen.

00:39:50: Nur so lange bis unsere restlichen Familien und all die anderen ausgebildeten Kameraden von unserer Heimatbasis auf Soron I nachkommen würden, so behauptete er zumindest.

00:40:00: Dann sprach er das Urteil!

00:40:08: Die Ortis hätten in ihrer eigenen Todesangst vor dem Bashur einen furchtbaren Fehler begangen.

00:40:14: Sie hätten sich an der jungen Menschheit versündigt, indem sie uns unsere Unschuld stahlen und uns zu Mördern erzogen.

00:40:21: Was für ein heuchlerischer Blödsinn!

00:40:24: Sie weinen um die Ethik, während sie doch eigentlich um ihre Existenz fürchten sollten.

00:40:29: Das wahre Ziel dieses Verrats wurde uns dann mit bürokratischer Gleichgültigkeit serviert – eine Umsiedlung.

00:40:36: Irgendwo hin… in die unberührte Wildnis eines fremden Planeten, weil sich die Menschheit auf der fernen blauen Kugel daheim so lautete ihre wortreiche Rechtfertigung ungestört und selbstständig entwickeln müsse.

00:40:49: Eine Rückkehr in die Heimat sei für uns – die verdorbenen Kinder unter keinen Umständen vorgesehen.

00:40:55: Wir waren nichts weiter als der Schmutz den sie nach verrichteter Arbeit entsorgen wollten.

00:41:01: Die Bedeutung dieser Worte schlug in den Rhein meiner Offiziere ein, wie ein Volltreffer in einen ungeschützten Reaktor.

00:41:07: Der Traum von der Heimat zerstört.

00:41:10: Meine Männer gerieten außer sich!

00:41:13: Ich sah in ihren Augen die gleiche Blinde – alles verzehrende Wut, die auch in mir hochkochte.

00:41:19: Mehrere Kadetten liefen auf den Ortie zu.

00:41:22: Sie wollten sich auf die Wachen stürzen, bereit, die Räte mit bloßen Händen in Stücke zu

00:41:27: reißen.".

00:41:28: Doch die schweren Kampfroboter reagierten in Millisekunden.

00:41:32: Ihre Energiewaffen begannen bedrohlich zu summmen und die Zielerfassungsleser tanzten bereits als tödliche rote Punkte über die Körper meiner Offiziere.

00:41:41: Halt!

00:41:42: Mein Befehl zerschnittt die Luft schärfer, als jede Waffe.

00:41:46: Es kostete mich all meine Autorität und jede einzelne Faser meiner jahrelang antrainierten Selbstbeherrschung, mich nicht selbst auf den Autirat zu stürzen.

00:41:55: Ich packte Jorin der bereits zum Sprung angesetzt hatte, am Kragen und Riss ihn zurück.

00:42:01: Ein einziger Schritt weiter – nur ein einziger unüberlegter Angriff Und diese Maschinen hätten uns in Sekundenbruchteilen zu Asche zerlegt.

00:42:10: Wir waren unbewaffnet auf einem fremden Planeten.

00:42:13: Dieser Tod wäre nicht heldenhaft gewesen.

00:42:16: Er wäre vollkommen sinnlos gewesen!

00:42:27: Und solange wir atmen, ist dieser Kampf nicht vorbei.

00:42:30: Die Ortes haben in ihrer moralischen Überheblichkeit nicht bedacht wen sie sich heute endgültig zum Feind gemacht haben.

00:42:38: Sie blicken auf einen Schüler herab der jede ihre Lektionen gelernt hat.

00:42:42: Ich kenne Ihre Flotten ich kenne ihre Netzwerke ich kenn'e ihre Schwächen!

00:42:47: Ich werde die wichtigste Waffe nutzen die sie mir an der Akademie beibrachten Geduld Taktik.

00:42:54: Und ich werde Sie mit jenem Element erweitern, dass sie niemals berechnen können dem unauslöschlichen Hass eines betrogenen Kriegers.

00:43:01: Ja, einundzwanzig Tag drei und vierzig Das Lager ist ein Käfig auch wenn sie die Gitterstäbe mit dem Euphemismus Komfortzonen umschreiben.

00:43:11: Wir befinden uns auf dem grauen Mond von Ortazis eingeschlossen unter einer gewaltigen transparenten Kuppel.

00:43:18: Die Ortes haben sich alle Mühe gegeben unsere Umgebung markellos zu gestalten.

00:43:23: Es gibt künstliche Grünflächen, deren Halme sich in einer simulierten Brise wiegen, fließendes Wasser das aus verborgenen Pumpen sprudelt und klimatisierte Quartiere die sich unseren Körpertemperaturen anpassen.

00:43:35: Wir erhalten alles was wir zum Überleben benötigen doch wir atmen mit jedem Zug die kalte abgestandene Luft der Gefangenschaft.

00:43:43: Am Vormittag unternahm ich einen Spaziergang an den äußeren Rand unseres Habitats dorthin wo das künstliche Gras abrupt vor einer schimmenden Energiebarriere endet.

00:43:53: Dahinter beginnt das tödliche Vakuum des Mondes und dort draußen patrouillieren sie.

00:43:58: Die schweren, pechschwarzen Kampfroboter gleiten lautlos über das staubige Gestein ihre Sensoren unablässig auf unsere Kuppel gerichtet.

00:44:06: Ich hob einen kleinen glatten Zierstein aus einem der künstlichen Bachläufe auf und wog ihn in der Hand.

00:44:12: Es war ein primitives Wurfgeschoss nicht anders als jene die ich als Kind am großen Fluss in die Strömung geworfen hatte.

00:44:20: Mit einer schnellen, harten Bewegung schleuderte ich den Stein gegen die Energiebarriere doch erprallte wirkungslos ab.

00:44:27: Die Kampfroboter, die uns hier bewachen bezeichnen die Ortis als Schutzvorrichtung.

00:44:33: Sie behaupten dreist, die Maschinen seien zu unserer Sicherheit hier.

00:44:37: Diese Lüge ist durchsichtig und beleidigt unsere Intelligenz!

00:44:42: Die Waffen der Maschienen zeigen nicht nach draußen in die Dunkelheit.

00:44:45: sie zeigen nach drinnen direkt auf uns.

00:44:48: Heute Nachmittag verdunkelte sich der Himmel über unserer Kuppel.

00:44:52: Große Transportschiffe setzten auf den Landefeldern außerhalb unseres Käfigs auf!

00:44:58: Es waren Schiffe aus unserem eigenen Sonnensystem, es trafen die restlichen Menschen ein – unsere Kameraden, Techniker, Logistiker und Wissenschaftler vom Refugium auf Soron-I.

00:45:08: Sie wurden vom Landeplatz mit einer unterirdischen Bahn zu uns in die Kuppe gebracht.

00:45:13: Die Ortis hatten ihr Versprechen der vollständigen Umsiedlung wahrgemacht.

00:45:18: Mit den heute angekommenen sind wir nun etwas weniger als zwanzigtausend Menschen.

00:45:23: Als die ersten Gruppen vom unterirdischen Bahnhof kommend in unser Habitat strömten, herrschte zunächst eine fast kindliche Erleichterung.

00:45:31: Sie fielen sich in die Arme, suchten nach vertrauten Gesichtern aus ihren alten Kohorten und lachten.

00:45:37: Sie glaubten ernsthaft sie seien hier um mit uns den ultimativen Sieg über die Bashur zu feiern.

00:45:44: Sie trugen ihre grauen und blauen Uniformen mit Stolz, bereit für den nächsten Befehl, den die Ortis ihnen erteilen

00:45:50: würden.".

00:45:51: Es fiel mir zu, sie alle in der riesigen zentralen Halle der Anlage zu versammeln.

00:45:56: Ich stand auf einem erhöhten Podest, Jorin'n und meine Flottenoffiziere wie eine dunkle Mauer hinter mir.

00:46:03: Als ich sprach und Ihnen den Verrat offenbarte, erstickte jedes Lachen im Keim.

00:46:08: Ich erzählte ihnen von der Falle auf Ortasis, von der Aberkennung unserer Rechte und vom eiskalten Plan der Ortis uns wie defektes Werkzeug auf irgendeinem unbewohnten Planeten zu entsorgen.

00:46:19: Fernab der Erde!

00:46:21: Fernab von allem was wir jemals kannten.

00:46:24: Die Knie einiger Kadetten gaben nach andere balten die Fäuste bis ihre Knöchelweißer vortraten unfähig den Verrat in Worte zu fassen.

00:46:33: Wir hatten ein Leben.

00:46:35: zwar war es ein Leben dass auf einer Entführung basierte und unter dem Zwang der Mentalschulungen geschmiedet wurde.

00:46:42: Aber es war das unsere!

00:46:43: Wir hatten in den letzten achtzehn Jahren einen Sinn gefunden, eine Kameradschaft und eine Bestimmung sei es im unerreichbaren Traum von der Rückkehr in die irdische Heimat oder in der Harten aber perfekten Ordnung im Refugium auf Soron I. Es war unser Leben – und es war wertvoll weil wir uns mit Blut- und Disziplin erkämpft hatten.

00:47:03: Warum rauben Sie es jetzt?

00:47:05: nachdem wir ihnen das Überleben geschenkt haben.

00:47:08: Während ich am Abend auf die lautlosen Schatten der Kampfroboter blicke, halte diese Frage unaufförlich in meinem Kopf wieder.

00:47:15: Sie brennt lauter als jeder Zorn und sie vormt den nassen Lehm meines Verstandes zu einer Waffe – die viel schärfer ist als die Schwarzen Steine meiner

00:47:24: Kindheit.".

00:47:25: Ja, einundzwanzig Tag!

00:47:26: Einhundert zweiundfünfzig.

00:47:28: Der Befehl ist eingetroffen.

00:47:31: Er kam nicht aus dem Mund eines hochrangigen Rates der uns wenigstens in die Augen sehen würde, um das Gewicht seiner Entscheidung zu tragen.

00:47:39: Er erreichte uns in Form einer Textseile auf den holographischen Projektoren des Habitats – Die Deportation beginnt in wenigen Tagen.

00:47:47: Zwanzigtausend Menschen sind betroffen!

00:47:50: Zwanzigtausend ausgebildete Soldaten, Logistiker und Techniker, die sie nun ihrer Identität berauben.

00:47:57: Sie planen, uns einfach auszusetzen wie Vieh, dass man aus einem sauberen Stall in die Wildnis

00:48:02: treibt.".

00:48:03: Ich stehe oft an der Energiebarriere unseres Käfigs und blicke in die dunklen Linsen der patrouillierenden Kampfroboter.

00:48:10: Ich frage mich, ob hinter diesen Überwachungssysteme auch nur ein einziger dieser Hochzivilisierten friedliebenden Orte sitzt und sich Gedanken über die Realität unseres Exils macht?

00:48:20: Fragen Sie sich wie wir ohne die hoch entwickelten Werkzeuge auf die sie uns konditioniert haben überleben sollen?

00:48:28: Ob wir auf diese unbekannten Welt verhungern Verdursten oder an einer fremden solche elendig zugrunde gehen?

00:48:34: Nein.

00:48:35: Die Antwort ist stille!

00:48:37: Für sie sind wir kein mutiges Volk mehr, das sie gerettet hat.

00:48:42: Wir sind nur noch ein moralisches Problem Eine blutige Erinnerung an ihre eigene Feigkeit Ein Fehler in ihrer Ethik den man bequem auf einen unerforschten Planeten verfrachten kann wo keine ihrer Sonden uns jemals wieder erfassen wird.

00:48:56: Aus den Augen aus dem Sinn Aus dem wilden, unkontrollierten Hass auf diese Verräter ist etwas anderes.

00:49:03: Viel gefährlicheres entstanden!

00:49:06: Etwas klares und scharfes.

00:49:08: Die blinde Hitze isst gewichen.

00:49:11: Ich erinnere mich oft an Bero Den alten Steinschläger aus meinem Dorf am großen Fluss.

00:49:16: Er hieb so lange auf einen rohen stumpfen Feuerstein ein Schlug alle überflüssigen und schwachen Kanten ab Bis nur noch eine scharfe tödliche Spitze übrig war.

00:49:26: Genau das geschieht jetzt in mir.

00:49:28: Mein Hass ist zu dieser perfekten Klinge geworden, die ich im stillen Wette.

00:49:33: Die Ortis glauben sie würden ein unbequemes Problem entsorgen.

00:49:38: Sie ahnen nicht dass sie in ihrer blinden Arroganz gerade den Samen für ihren eigenen Untergang sehen.

00:49:44: Wir werden diese Deportation überleben und eines fernentages wird diese geschärfte klinge Ihren Hals finden.

00:49:52: Ja!

00:49:54: Dies ist mein erster Eintrag aus der Verbannung.

00:49:59: Der Stern, unter dessen Fremdem schein wir nun existieren müssen, trägt den Namen Agis.

00:50:04: Er taucht unsere neue Realität in ein blassgelbes, beinahe krängliches Licht.

00:50:09: Sieben Planeten kreisen um diese ferne Sonne und die Ortes haben uns auf dem zweiten von ihnen abgesetzt.

00:50:16: Diese Welt trägt denselben Namen wie ihr Gestirn, Agis oder Agis II – wie es auf den taktischen Displays unserer Instrumente verzeichnet war.

00:50:24: Es ist eine feuchte, wasserreiche Welt.

00:50:27: Einenundachtzig Prozent ihrer Oberfläche sind von Ozeanen bedeckt die von gewaltigen Strömungen durchzogen werden.

00:50:34: Die Schwerkraft ist hier eine Spur geringer als wir es gewohnt sind doch die Luft bleibt atembar wenn gleich die Feuchtigkeit schwer auf unseren Lungen lastet.

00:50:43: Ein dichter Ozonschleier in der Atmosphäre verleiht dem Tageshimmel eine unwirkliche türkisfarbene Note die in scharfem Kontrast zum vertrauten Blau unserer Fernen echten Heimat steht.

00:50:54: Zwei fremde Monde wachen über dieses Gefängnis.

00:50:57: Der größere Ortier leuchtet in einem bläulichen Weiß und ist von massiven Rissen gezeichnet, während der kleinere Pitan wie ein dunkler Stummerschatten über uns hinwegzieht.

00:51:08: Die Landmaßen dieses Planeten wirken wie ein schlechter Witz der Geologie.

00:51:12: Es existieren lediglich drei große, von dichtem grün überwucherte Inseln in der Äquatorregion die wie isolierte Zufallsflecken auf der endlosen ozeanischen Karte erscheinen.

00:51:23: Man hat uns auf die kleinste von ihnen geworfen eine flache, vulkanische Landmaße.

00:51:29: Als die Schattels uns auf dem nackten Boden absetzten, erkannten wir dass die Ortes in ihrer gewohnten berechnenden Effizienz bereits Vorarbeit geleistet hatten.

00:51:38: Eine riesige Fläche im Landesinneren war kahlgeschlagen worden.

00:51:42: Die wuchtigen Bäume liegen dort in exakten Reihen als rohe Stämme bereit, damit wir sie später als Baumaterial verwenden können.

00:51:49: Wobei sich mein Verstand weigert dieses fremdartige faserige Gewächs mit dem schlichten irdischen Wort Holz zu bezeichnen.

00:51:56: Daneben stehen hunderte metallene Container die Werkzeug enthalten.

00:52:01: Als ich den ersten dieser Behälter öffnen ließ starten meine Offiziere unglaublich in dessen Inneres mechanische Sägen, rohe Äxte Hämmer und rudimentäre Bohrgeräte kamen zum Vorschein.

00:52:13: Es sind Werkzeuge, die dermaßen primitiv anmutten dass mein Vater Koru sie wohl ohne Zögern an unserem großen Fluss hätte verwenden können.

00:52:22: Als vorübergehende Unterkunft haben Sie uns eine Zeltstadt hinterlassen Die Platz für alle zwanzigtausend Menschen bietet.

00:52:29: Jede Spur von echter fortschrittlicher Technik fehlt.

00:52:33: es gibt keine Energiewaffen keine medizinischen Regeneratoren und keine Subraumkommunikatoren, ganz zu schweigen von jener Fünf-D-Technologie, deren Formeln und Vektoren wir über ein Jahrzehnt lang an ihrer Akademie verinnerlicht haben.

00:52:47: Bevor das letzte Shuttle abhob, trat eine autiesische Offizier auf mich zu.

00:52:52: Er musterte mich und meine Kameraden in unseren Schwarzen Uniformen mit dieser unerträglichen stillen Überheblichkeit die sein Volk wie einen Schützenden Schild vor sich

00:53:00: herträgt.".

00:53:02: Er sah sich in der primitiven Zeltstadt um und blickte mir dann direkt in die Augen.

00:53:07: Die fünf D-Technik sollt ihr irgendwann selbst entwickeln, sagte er leise auf meine Frage hin wobei seine glatten Wangen kaum merklich vibrierten.

00:53:15: Es war keine Ermutigung es war ein gefühlloses Urteil.

00:53:19: Sie haben uns nicht nur verbannt.

00:53:22: sie haben uns bewusst in die Raue brutale Zeit unserer Ahnen zurückgeworfen In der Hoffnung dass die Natur hier auf Agis zwei uns den Rest geben würde.

00:53:31: Als die Schattels der Ortis schließlich in den türkisfarbenen Himmel stiegen und uns in der feuchten Brise des Ozeans zurückließen, sah ich Jorrin an.

00:53:39: Seine Hände zitterten vor unterdrückter Wut während sein Blick auf einer der primitiven Eisensägen rute.

00:53:46: Ich legte ihm die Hand auf die Schulter und sah mich um.

00:53:49: Zwanzigtausend Raumsoldaten sind wir nun gefangen auf einem Fleckenerde mitten im Nichts.

00:53:55: Gut!

00:53:56: Wir werden überleben Und wenn wir mit diesen primitiven Äxten beginnen müssen, unser eigenes Imperium aus dem nackten Fels zu schlagen dann werden wir genau das tun.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.