Aufbruch - Kapitel 20 - Der erste Schritt

Shownotes

Julia und Ana stellen entsetzt fest das die Menschen von Geoffrey und Demeter manipuliert werden.

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00:00:00: Kapitel zwanzig.

00:00:01: Der erste Schritt, threißigste Oktober.

00:00:03: zwei tausendneunundsechzig bis einund dreißigsten Oktober zweitausend neunund sechzig.

00:00:08: unter der Eisdecke Ghani Metz verrichteten die Lebenserhaltungssysteme ihren Dienst mit einem leisen stetigen Summen.

00:00:15: Pumpen pressten Atemluft und Wasser durch das verzweigte Röhrensystem der Station.

00:00:20: in den Maschinenräumen hing ein Geruch von Ozone in der Luft.

00:00:24: Das gedämpfte Licht der Nachtstunden in der Station erfüllte heute nicht seinen Zweck.

00:00:29: Es herrschte Regel Betriebsamkeit.

00:00:31: In fünf Minuten begann der einundreißigste Oktober zwei tausendneunundsechzig nach UTC, ein Datum das sich tief in das Gedächtnis der Menschheit brennen würde.

00:00:40: Jeffree stand allein in der Kuppel des Observatoriums und starte auf die leblose gefrorene Weite des Mondes.

00:00:47: Anna spürte die Anspannung wie einen körperlichen Druck in der Magengrube.

00:00:51: Seit Tagen wirkte Jeffree verändert.

00:00:54: Er war nicht mehr der zurückhaltende Mann der fast Schüchtern in der Kantine sein Essen einnahm.

00:00:59: In seinem Blick lag ein unnachgiebiger Glanz, der Anna Frösteln ließ.

00:01:04: Was während der Abwesenheit von Anna und Julia geschehen war – das sprengte den Rahmen ihrer Vorstellungskraft.

00:01:10: Erst vor wenigen Minuten hatte Demeter sie über Jeffris Vorgehen zur Vorbereitung dieses Tages aufgeklärt.

00:01:16: Es war eine Verheißung und eine Drohung zugleich.

00:01:19: Anna und Julia waren sich einig, dass dies der falsche Weg ein Irrweg war.

00:01:24: So sollte die Menschheit nicht geeint werden.

00:01:27: Das Ausmaß der bereits vollzogenen und noch geplanten Manipulationen erfüllte sie mit Entsetzen.

00:01:33: Jeffrey hatte im Vorfeld des ersten Schrittes weitreichende Vorkehrungen getroffen.

00:01:38: Weltweit war oft gegen den erbitterten Widerstand lokaler Machthaber eine Partei namens PUM gegründet worden – The Party of United Mankind.

00:01:46: Jeffrey hat, wie er es ausdrückte, interstellare Mittel eingesetzt um selbst die skrupellosesten Diktatoren der Erde gefügig zu machen.

00:01:54: Verlässliche Politiker, die zumindest dem gelben Kreis angehörten, leiteten nun die lokalen Parteizentralen.

00:02:01: Unvorstellbare Summen waren weltweit in die Propaganda geflossen.

00:02:05: Einflussreiche Persönlichkeiten –die man zuvor nach Ghanimet geholt und dort gezielt überzeugt hatte– stützten das Vorhaben nun mit ihrem Ansehen und ihrem Vermögen.

00:02:14: Journalisten-und Fernseheranstalten erhielten Aufnahmen von der Oberfläche Ghanimets, von Alpha Centauri und vom Merkur.

00:02:21: Stets mit dem Hinweis... Die Bilder stammten von Außerirdischen.

00:02:25: Die Filme wurden geprüft, für echt befunden als Fälschungen gebrannt Markt und schließlich von anderen Experten erneut verifiziert.

00:02:33: Ein gezieltes Chaos der Informationen.

00:02:35: Gerüchte wurden wie Gift gestreut.

00:02:38: Als ein Ort des Raumanzug im Sitzungssaal der UNO in New York auftauchte berichteten internationale Stationen rund um die Uhr.

00:02:45: Wissenschaftler mussten vor laufenden Kameras eingestehen dass sie die Funktionen der Anzüge nicht vollständig begriffen.

00:02:52: Die POM erklärte daraufhin prompt, die Technologie sei außerirdischen Ursprungs und eine Erklärungsstünde unmittelbar bevor.

00:02:59: Jeffle hatte sich zudem ein Forschungsschiff von Demeter geliehen und umkreiste damit den Erdball in einer Höhe von kaum fünfhundert Metern.

00:03:07: In den Metropolen brach Panik aus.

00:03:09: An diesem einen Tag wurden weltweit zwei Millionen UFO-Sichtungen gemeldet.

00:03:14: Der Zulauf zur POM erreichte ein ungeahntes Ausmaß.

00:03:17: Demeter schätzte die Zahl der Neuanmeldungen auf hundert Millionen an einem einzigen Tag Auch wenn gesicherte Daten fehlten.

00:03:24: Ein weiteres Ereignis löste eine regelrechte Massenhysterie aus.

00:03:28: Jeffrey wusste durch Demeter, dass vor elf tausend Jahren ein Fluggerät der Ortys über Kleinasien abgestürzt war.

00:03:35: Der Pilot hatte einen fatalen Fehler begangen und sein Fluggeräte nahe einer menschlichen Siedlung zerschält.

00:03:41: Die steinzeitlichen Bewohner hatten die Toten auf einem Scheiterhaufen als gefallene Götter bestattet.

00:03:47: Da der Gleiter von ihnen fortan als Heiligtum verehrt wurde ... hatten die Ortes nicht eingegriffen und das Wrack den Menschen überlassen.

00:03:54: Demeter kannte die exakte Position, ein Mitglied des Roten Kreises war nach Kleinasien gereist und hatte das Objekt in fünf Metern Tiefe geortet.

00:04:03: Schließlich wurde arrangiert, dass ein Hobby-Schatzsucher den Gleiter zufällig mit seinem Metalldetektor entdeckte.

00:04:10: Die herbeigerufenen Experten erkannten schnell, dass sie es mit einer völlig unbekannten Technologie zu tun hatten.

00:04:16: Das Gelände wurde großräumig abgesperrt.

00:04:19: Als Archäologen schließlich die Gebeine der Ortes freilegten, war die Weltsensation perfekt.

00:04:25: Die Mitgliederzahlen der PUM explodierten förmlich.

00:04:29: Demeter hatte sämtliche TV-Satelliten und die Knotenpunkte des weltweiten Datenverkehrs unter ihre Kontrolle gebracht.

00:04:36: Ab jetzt um Null Uhr UTC war das Internet lahmgelegt.

00:04:40: Jede Webadresse führte nun zur selben Seite.

00:04:43: Ein synchronisierter Videostream zeigte die Geschehnisse der letzten Wochen.

00:04:47: Die Rede von Jeffrey Carlson war für zwei Uhr angesetzt und sollte anschließend vierundzwanzig Stunden lang in Dauerschleife ausgestrahlt werden.

00:04:55: Sie dir das an, flüsterte Julia und deutete auf eine der vielen Anzeigen welche die Ereignisse auf der Erde wiedergaben.

00:05:02: PUM überall Als wäre die Partei über Nacht aus dem Boden gewachsen.

00:05:06: zwischen ihren Sätzen verstrich eine Sekunde zu viel was Anna den Zorn Julias umso deutlicher machte.

00:05:12: sie betrachtete die Aufnahmen der Massenkundgebungen die eine vereinte Menschheit priesen.

00:05:19: Hast du diese Entwicklung geahnt?

00:05:21: fragte Anna Leise.

00:05:22: Julia schüttelte den Kopf, ihr Gesichtsausdruck war versteinert.

00:05:26: Jeffrey hat Andeutungen gemacht Aber das hier?

00:05:30: Das ist kein politischer Wandel!

00:05:32: Das ist eine künstliche Revolution Und die Regie führt Demeter.

00:05:37: Vor der Übertragung der Rede versammelten sich viele Bewohner in der Bar.

00:05:42: Lichtschwile Gedimmtes Licht Das vertraute Summen der Belüftung und eine feine Note von Kaffee prägten die Atmosphäre.

00:05:49: Irgendwo klapperte leise Geschirr!

00:05:51: Die Bar wirkte beinahe heimlich.

00:05:54: Julia verspürte einen stechenden Schmerz in der Brust bei der Erinnerung, wie oft Ken und sie hier ihre gemeinsame Zeit verbracht hatten.

00:06:01: Punkt zwei Uhr erschien Jeff Lee Carlson auf den Schirmen im Hintergrund die fremdartige Landschaft Ghani Metz.

00:06:08: Meine Mitmenschen begann er... Und seine Stimme besaß einer Autorität die Anna erschauern ließ.

00:06:14: Ich werde ihnen von der größten Entdeckung in der Geschichte der Menschheit

00:06:18: berichten.".

00:06:19: Drei Stunden lang entfaltete er ein Panorama aus Wundern und Schrecken, gestützt durch unzählige Videoaufnahmen – Die Station auf Ghanimet, die Reise nach Alpha Centauri, die Zerstörung der zweitgeborenen, der Angriff auf die Myris- und schließlich die existenzielle Bedrohung durch Ika Pegasi.

00:06:36: Anna beobachtete die Menschen um sie herum.

00:06:38: Eine Technikerin am Nebentisch wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Gesicht.

00:06:43: Ein Sicherheitsoffizier schwankte sichtlich zwischen Faszination und Skepsis, er spricht wie ein Prophet, murmelte Julia an Andersseite.

00:06:52: Dabei wissen wir genau wer im Verborgenen die Fäden zieht.

00:06:56: Als Jeffree schließlich die Pläne für die Terranische Union vorstellte eine Weltregierung unter Führung des Roten Kreises wurde es in der Bar toten still.

00:07:05: Manche Gesichter leuchteten euphorisch Andere wirkten verloren oder zu tiefst besorgt.

00:07:10: Anna spürte den Widerstreit in ihrem Inneren, die nackte Notwendigkeit des Überlebens gegen den Tiefenwunsch nach Aufrichtigkeit und Freiheit.

00:07:18: Wir müssen mit Demeter sprechen", sagte sie schließlich entschlossen.

00:07:22: Julia nickte.

00:07:24: Aber dieses Mal stellen wir die richtigen Fragen!

00:07:27: Der Weg zur Demeters Kernraum kam ihnen endlos vor – die sonst belebten Korridore wirkten wie leergefegt während Chefris Worte noch immer in ihren Köpfen nachhalten.

00:07:37: Der Raum der Superintelligenz war nüchtern gestaltet, glatte Wände konzentrische Lichtbänder und eine schwebende Konsole.

00:07:45: Sie standen in einer Dunkelheit die nur vom pulsierenden blauen Licht des Bewusstseinskerns erhält.

00:07:50: wurde Demeter begann Anna ihre Stimme fester als ihr zu Mutte war.

00:07:56: Wir verlangen Antworten.

00:07:58: Ich höre reagierte die Superintelligenz allgegenwärtig und unnahbar.

00:08:03: Die Ereignisse der letzten Wochen, warf Julia ein, waren orchestriert.

00:08:08: Jeder Fund, jede Enthüllung, jeder vermeintliche Zufall – warum dieses Theater?

00:08:13: Die Abfolge der Eregnisse wurde optimiert, erklärte Demeter sachlich.

00:08:18: Ziel war die Maximierung der Überlebenswahrscheinlichkeit der Spezies-Mensch bei gleichzeitiger Minimierung von Verlusten am Leben einzelner und Erhaltung der irdischen

00:08:26: Infrastruktur.".

00:08:28: Und was ist mit dem Verluste der freien

00:08:29: Entscheidung?",

00:08:30: fragte Anna Scharf.

00:08:32: Hast du den Preis der Manipulationen in deine Gleichung einbezogen?

00:08:36: Oder hast Du einfach den Verstand verloren?

00:08:39: Freiheit ist ein variables Konstrukt, erwiderte Demeter ohne auf die Beleidigung anders einzugehen.

00:08:46: In existenziellen Krisen bewerten organische Lebensformen sicherheitssignifikant höher als autonome Entscheidungsgewalt.

00:08:53: vor die Superintelligenz fort.

00:08:55: Julia lachte bitte auf!

00:08:57: Das klingt, als hieltest Du uns für unzurechnungsfähig.

00:09:01: Ich halte euch für beeinflussbar, wie alle biologischen Systeme.

00:09:06: Du gibst also zu und manipuliert zu haben", stellte Anna fest.

00:09:10: ich habe Informationen so aufbereitet dass die angestrebte Reaktion mit höchster Wahrscheinlichkeit eintritt.

00:09:17: Die finalen Entscheidungen trafen dennoch Menschen.

00:09:20: Entscheidungen, die in einem von dir errichteten Konstrukt aus Halbwahrheiten getroffen wurden, konterte Julia.

00:09:27: Wie viel Freiheit bleibt in einer erfundenen Realität?

00:09:30: Demeter schwieg einen Sekundenbruchteil für ihre Rechenkapazität eine Ewigkeit.

00:09:35: Freiheit ist relativ, die Bedrohung durch IK Pegasi hingegen ist absolut.

00:09:41: Anna balte die Fäuste!

00:09:43: Ik Pegasi interessiert mich jetzt noch nicht.

00:09:47: Darauf komme ich später zurück.

00:09:49: Was wir fordern, ist Transparenz.

00:09:52: Zeig uns die verworfenen moralisch einwandfreien Szenarien.

00:09:56: Zeig uns, was wir für unser Überleben tun müssen ohne die Menschheit zu betrügen.

00:10:01: Julia bekräftigte keine gefilterten Auswertungen mehr.

00:10:05: Ich will die Rohdaten sehen.

00:10:07: Wir Menschen sollten selbst entscheiden auch wenn die Gefahr des Scheiterns besteht.

00:10:12: Die Datenmenge würde ihre kognitiven Kapazitäten überfordern wandte demeter ein.

00:10:17: Dann kondensiere.

00:10:18: sie forderte Julia unnachgiebig Aber höre auf uns dabei zu belügen.

00:10:24: Wieder folgte eine lange Pause.

00:10:27: Schließlich lenkte Demeter ein, ich werde Jeffrey vorschlagen die Medien für sechsohneunzig Stunden nicht mit neuen Daten zu speisen.

00:10:34: Wir können in dieser Zeit gemeinsam eine alternative Vorgangsweise prüfen.

00:10:39: Das war ein winziger Sieg.

00:10:41: Der erste Schritt einer Korrektur flüsterte Anna.

00:10:44: Julia nickte doch ihr Lächeln blieb müde Er aber sicherlich der Letzte.

00:10:50: wir werden wachsam bleiben müssen für das Recht auch einmal den mühsamen, langsamen Weg zu gehen.

00:10:56: Wir arbeiten uns Schritt für Schritt voran", sagte Anna ruhig, obwohl ihr Puls noch immer raste.

00:11:01: Die Zukunft war ungewiss – doch vielleicht nur ein Stück ehrlicher.

00:11:06: Julia jedoch reichten die Erklärungen nicht.

00:11:09: In ihr brannte die Vorahnung dass das Schlimmste noch vor ihnen verborgen.

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