Aufbruch - Kapitel 13 - Die zweite Erde

Shownotes

Die Crew entdeckt eine wunderschöne zweite Erde, um die eine erbitterte Raumschlacht tobt. Verborgen unter ihrer Tarnkappe sehen sie hilflos der Raumschlacht zu.

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00:00:00: Kapitel XIII.

00:00:01: Die zweite Erde, neunundzwanzigster Februar, zwei Tausend Acht und Sechzig Drei nervenaufreibende Flugetappen hatten sie zurückgelegt um jene Ferne gelb-orangene Sonne zu erreichen.

00:00:14: Eine fast kindliche Neugier hatte die Crew erfasst doch Sie war durchzogen von einer unterschwelligen Angst vor dem Unbekannten das dort draußen lauerte.

00:00:23: kaum waren sie angekommen explodierte Das Hologramm in der Mitte der Zentrale förmlich Ein wahres Feuerwerk an Signalen prasselte auf sie ein.

00:00:32: Warnsymbole blinkten hektisch und einen Ohren betäubendes Krächzen erfüllte den Raum.

00:00:38: Sokrates hatte die fünf D Störgeräusche akustisch umgesetzt, Sie klangen wie das Brüllen eines wütenden Tiers.

00:00:46: Einen Sturm aus Informationen tobte durch das Schiff Und mittendrin versuchte Anna einen Sinn in dem Chaos zu erkennen.

00:00:54: Ken beugte sich vor die Anspannung tief in sein Gesicht gegraben.

00:00:59: Und was glaubst du, Sokrates?

00:01:02: Die Bord-KI antwortete ungerührt – ich glaube nicht!

00:01:07: In einer anderen Situation hätten sie sich über diese spröde Antwort köstlich amüsiert.

00:01:13: Anna reagierte als Erste.

00:01:15: Ihre Stimme war rauf vor Schreck Tarnkappe ein.

00:01:19: Etwa sechs bis acht Lichtminuten entfernt tobte eine Raumschlacht.

00:01:23: Das Hologramm in der Mitte des Raums übergoss die Zentrale mit kaltem Licht.

00:01:28: Es wirkte, als stünde man inmitten eines Stummen Gewitters.

00:01:33: Die georteten Signale stammten von Waffen, die im Fünf-D Bereich wirkten.

00:01:37: Die Diagramme rasten und Skalen liefen in die Sättigung – also wollten sie selbst vor dem grauen Fliehen!

00:01:44: Nach einer Zeit betäubten Starrens wurde klar, dass die Angreifer einen keilförmigen Durchbruch zum vierten Planeten des Systems erzwingen wollten….

00:01:53: Die Verteidiger hingegen formten eine schützende Kugel um die Welt, um genau das zu verhindern.

00:01:59: Dieser Planet lag ungefähr zehn Lichtminuten von ihrer Position entfernt und war von einem energetischen Schirm umhüllt – ein Blick auf die Oberfläche blieb unmöglich!

00:02:09: Er wirkte wie ein verborgener Schatz, um den mit aller Härte gerungen wurde….

00:02:14: Anna kämpfte gegen die Aufsteigende Übelkeit an... Ihr in Logik geschulter Verstand versagte vor der schieren Brutalität des Geschehens.

00:02:24: Draußen starben tausende intelligenter Lebewesen, Der Gedanke schnürte ihr die Kehle zu.

00:02:31: Sie begann zu weinen, stille Tränen Die heiß über ihr Gesicht liefen.

00:02:36: Julia legte die Arme um sie und hielt sie fest Als könnte sie sie vor den Bildern da draußen beschützen.

00:02:43: Kenns Blick hingegen klebte wie festgenagelt an der Holografie.

00:02:47: Sein Gesicht war eine Maske aus Entsetzen und Faszination.

00:02:51: Dort ließ sich das gegenseitige Abschlachten präzise beobachten.

00:02:55: Lichtpunkte, die aufblitzten und erloschen standen symbolhaft für vernichtete Schiffe, für ausgelöschte Leben und zerstörte Hoffnungen.

00:03:04: Unsichtbare Strahlbahnen von Sokrates sichtbar gemacht schnitten wie tödliche Fäden durch den Raum wieder explodierten Schiffe.

00:03:13: Anna war froh nur Punkte und Blitze zu sehen, und nicht das reale Bärsten.

00:03:18: Bei einer Entfernung von sechs Lichtminuten wäre das durchaus möglich gewesen.

00:03:23: Diese Abstraktion war schon schlimm genug – die ungeschönte Realität hätte ihr den Verstand geraubt.

00:03:30: Hoffentlich entdeckt uns keiner!

00:03:32: rief Julia Heiser.

00:03:34: ihre Stimme brach vor Angst.

00:03:36: Sokrates antwortete ohne jede Regung.

00:03:39: Bei der Anzahl der beteiligten Schiffe und einer angenommenen Aufenthaltsdauer von vierundzwanzig Stunden, beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung trotz Tarnkappe eins Komma zwei fünf Prozent.

00:03:50: Hast du keine besseren Nachrichten?

00:03:53: fragte Ken.

00:03:54: mehr flehend als wütend.

00:03:56: ernein sagte Socrates.

00:03:58: Die Entgültigkeit dieser Silbe ließ sie erstarren.

00:04:02: Die Zeit verflachte zu einem grauen Band.

00:04:05: Minuten wurden zu stunden gedehnt von Abscheu.

00:04:09: Irgendwann ließ die unmittelbare Panik bei Anna nach, man kann nicht über Stunden in höchster Alarmbereitschaft verharren, irgendwann kapitulieren Geist und Körper.

00:04:19: Das Töten ging ohne Pause weiter.

00:04:22: Die Anzeigen wurden zu einer monotonen Symphonie der Vernichtung.

00:04:26: Ein Militärstrategi hätte in dem Tumult vielleicht taktiken erkannt.

00:04:31: Für Anna war es reines Chaos das nur zu tot und verderben führte.

00:04:35: Nach endlosen Stunden schien die Front der Verteidiger zu zerbröckeln wie Sand, der gegen eine Stahlwand geworfen wird.

00:04:43: Immer häufiger wurden Gruppen abgedrängt und im konzentrierten Kreuzfeuer aufgerieben.

00:04:49: Sokrates zählte die Verluste – eine nüchterne Bilanz des Sterbens.

00:04:53: Schließlich wurde klar, dass die Verteider verloren hatten.

00:04:57: Ganze Verbände lösten sich auf und suchten ihr Heil in der Flucht!

00:05:02: Nun gab es zwischen den Angreifern und dem vierten Planeten keine Verteidiger mehr, er war nur noch durch seinen Schirm geschützt.

00:05:10: Bodenforz auf der Oberfläche feuerten im Salventakt und fügten den Anggreifern schwere Verluste zu.

00:05:16: Ein letztes Aufbäumen Doch die Angreifer ließen sich nicht beirren.

00:05:22: Sie formierten sich mit disziplinierter Grausamkeit neu Und eröffneten gleichzeitig das Feuer auf den Schutzschirm.

00:05:29: Welche Energien dabei frei wurden überstieg Annas Vorstellungskraft.

00:05:34: Nach langen Minuten, in denen die Welt nur noch aus grellem Licht und Vibration bestand, stellten die Angreifer plötzlich das Feuer ein – auch die Bodenforts schwiegen!

00:05:45: Die Stille danach war orenbetäubender als der Lärm zuvor.

00:05:49: Mit neunundneunzig Prozent Wahrscheinlichkeit haben die Verteidiger kapituliert, meldete.

00:05:55: Sokratesseine Stimme klang wie eine Grabinschrift Der energetische Schirm erloscht.

00:06:02: Der Planet lag schutzlos in Reichweite der Flotte.

00:06:05: Er wenigstens ist das Töten vorbei, dachte Anna und merkte erst an ihrem Zittern wie angespannt sie gewesen war.

00:06:13: Die wenigen verbliebenen Verbände der Verteidiger ergaben sich.

00:06:17: Schiffe schalteten ihre Schirme ab und trieben antriebslos im All.

00:06:22: Die Holographie flammte auf und zeigte eine Welt in weiß-und-blau – Eine Perle, wie sie im Universum selten isst.

00:06:30: Nur die fremdartigen Umrisse der Kontinente verrietten, dass dies nicht die Erde war.

00:06:35: Die Pole waren vereist, Wolkenbänder zogen wie zarte Schleier über Ozeane und sogar die schemenhaften Strukturen großer Städte waren zu erkennen.

00:06:45: Eine zweite Erde dachte Anna.

00:06:47: staunend!

00:06:49: Es fühlte sich an wie ein Stich ins Herz – so schön und doch so traurig war dieser Anblick.

00:06:55: Dieses Bild wird unverschlüsselt von den Verteidigern gesendet... meldete Sokrates.

00:07:00: Der Stream war ohne Ton, nur Stille!

00:07:04: Auf einem zweiten Monitor legte Sokrates die Planetenparameter dar.

00:07:08: Die geschätzte Durchschnittstemperatur ähnelte der Erde.

00:07:12: Die Fallbeschleunigung betrug zehn Komma Null vier Meter pro Sekunden Quadrat.

00:07:16: Die Atmosphäre bestand aus rund siebzig Komma null sechs Prozent Stickstoff und fünfundzwanzig Komma drei Vier Prozent Sauerstoff.

00:07:24: Dort gibt es eine Milliarde Jahre dauernde Evolution Pflanzen Tiere und intelligentes Leben, wurde Anna schmerzhaft bewusst.

00:07:33: Ihre wissenschaftliche Neugier erwachte für einen Wimpernschlag nur um sofort von einer Welle des Mitleids weggespült zu werden.

00:07:41: Wir müssen Kontakt aufnehmen – vielleicht können wir in Verhandlungen vermitteln stieß sie atemlos hervor!

00:07:47: Es war ein naiver Gedanke.

00:07:50: Die Angreifer nähern sich dem Planeten zur militärischen Besetzung", erklärte Sokrates Nüchtern.

00:07:56: Nein, nein!

00:07:58: Schrien alle drei fast im Chor.

00:08:01: eine reflexhafte Verweigerung.

00:08:03: Die landen nicht, wirkte Ken hervor die Hände zu weißen Fäusten verkrampft.

00:08:09: Seine Knöchel schmerzten vor Anspannung.

00:08:12: Die Angreifer eröffneten erneut das Feuer.

00:08:15: Es war kein Kampf mehr sondern Völkermord.

00:08:19: Strahlbahnen schlugen auf der ungeschützten Oberfläche ein.

00:08:23: Bomben unbekannter Bauart detonierten und warfen Fontänen aus Gestein-und verdampftem Wasser in den Weltraum.

00:08:30: Die Erdkruste brach auf, gewaltige Risse taten sich auf – und Magma trat aus!

00:08:36: Es fraß sich wie eine Infektion über die Kontinente, auf dem Hologramm krochen rote Wunden über die einst blauen Ozeane.

00:08:44: Die Atmosphäre wehte in den Weltraum, ein letztes sterbendes Ausatmen….

00:08:50: Die Ozeane verdampften zu riesigen Wolken, die sich auflösten.

00:08:55: Milliarden Lebewesen starben in Sekunden!

00:08:58: Man konnte es nicht sehen – aber man wusste es und dieses Wissen brannte sich tief in die Seelen der drei Menschen ein.

00:09:06: Die Aggressoren feuerten weiter systematisch bis der Planet mit einem letzten Beben in mehrere strahlende Trümmer zerbrach Ein ganzes Ökosystem eine Zivilisation, eine Welt ausgelöscht.

00:09:20: Anna lag am Boden und schrie, ein langgezogener Schrei der keine Worte mehr fand.

00:09:25: Ihre Finger waren in den Teppich der Zentrale gekrallt als könnte sie die zerstörte Welt damit festhalten.

00:09:32: Julia wurde von einem minutenlangen Weinkrampf geschüttelt.

00:09:36: Ihr Atem kam stoßweise als würde sie ersticken.

00:09:40: Ein Roboter betrat die Zentrale stumm-und effizient Und initiierte Anna und Julia ein Beruhigungsmittel.

00:09:47: Der kalte Nadelstich war der einzige physische Kontakt in einer Welt, die soeben jeden Sinn verloren hatte.

00:09:54: In der einzigen Reaktion zu der Ken noch fähig war brüllte er mit aller Kraft bis seine Stimme vor Wut und Verzweiflung brach – diese gottverdammten Arschlöcher!

00:10:05: Dann rannte er von seinen Emotionen überwältigt schluchzensend aus der Zentrale auf der Flucht vor Bildern, die er niemals vergessen würde... Zurück blieb die zuckende Holografie eines planetaren Leichnams und die Gewissheit, dass das Universum ein weitaus schrecklicherer Ort war als sie es sich je hätten vorstellen können.

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