Aufbruch - Kapitel 11 - Imperium Romanum

Shownotes

Ana, Julia Andretti und Ken Morgan erlernen erhalten eine Piloten Ausbildung für ein Ortis Forschung Raumschiff.

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00:00:00: Kapitel elf, Imperium Romanum, sechster Oktober two-tausendsehntsich bis vierundzwanzigster Januar zwei-tauzent achtundsechtzig.

00:00:09: In den Kagenstunden ihrer knapp bemessenen Freizeit suchte Anna Zuflucht am kleinen Tisch ihrer Kabine um erneut Briefe an Christine und Xiao zu verfassen.

00:00:19: Das warme Licht der Lampe spiegelte sich auf der glatten Schreibtischoberfläche während sie einen Moment lang reglos verharte um ihre Gedanken zu ordnen bevor sie die ersten Zeilen an Xiao formulierte.

00:00:31: Trotz der erdrückenden Last der Schweigepflicht vertraute sie dem Papier einige harmlose Sätze an, in denen sie von den unzähligen neuen Dingen schwärmte, die sie lernen dürfte und den Bericht um belanglose Kleinigkeiten ergänzte.

00:00:45: Doch jedes Mal wenn ihr Blick über das geschriebene Glitt beschlich sie das bittere Gefühl, die Wahrheit zu unterschlagen.

00:00:52: Sie kam sich wie eine Betrügerin vor, die ihre engsten Freunde belog nicht aus böser Absicht, sondern aus der Pflicht die Geheimnisse Ganimets zu wahren.

00:01:02: Schon zuckten ihre Finger um den Brief zu zerreißen – doch dann hielt sie inne, denn eine unvollkommene Nachricht war besser als keine Nachricht!

00:01:11: Sie säufzte und versiegelte den Umschlag mit dem Gefühl etwas Unrechtes zu tun.

00:01:17: Wenig später wurden Julia Ken und Anna von der Superintelligenz Demeter, mithilfe ihrer Navigationsgeräte tief in das Herz der Kugel-KC geführt.

00:01:27: Dort in den verborgenen Eingeweiden der Station befand sich die gewaltige Raumschiffswerft, von der sie jedoch nicht den kleinsten Blick erhaschen konnten – da Demeter sie zielgerichtet zu einem sechseckigen Raum leitete, dessen schwere Tür sich vollkommen geräuschlos vor ihnen öffnete.

00:01:43: Entlang der Wände waren Pulte angebracht auf denen mit Ausnahme der Eingangsseite jeweils zwei, drei D-Monitore montiert waren.

00:01:52: Jeder dieser Monitore war mit einem Terminal verbunden das sich wahlweise akustisch, optisch über haptische Datenhandschuhe oder ganz klassisch per Tastatur bedienen ließ.

00:02:03: Die Terminals reagierten verzögerungsfrei.

00:02:06: Jede Eingabe wurde durch ein kurzes mechanisches Klicken bestätigt dass die Stille des Raumes unterstrich.

00:02:13: vor den Pulten tronte jeweils einen Pilotensessel der sich um volle dreihundertsechzig Grad drehen ließ und über zahlreiche Einstellungen verfügte bis hin zu einer integrierten Massagefunktion, während die Mitte des Raumes seltsam leer-und unbelebt schien.

00:02:28: Demeter ergriff das Wort.

00:02:30: Ihr befindet euch in einem Simulator dem Modell einer Raumschiffeszentrale wie ihr sie auch in eurem zukünftigen Forschungsschiff vorfinden werdet.

00:02:39: Bei den onehundertneunundachtzig Kriegsschiffe ist die Zentrale weitläufiger dimensioniert Doch wir werden uns ausschließlich mit den Forschungsschiffen beschäftigen, da ich über die Kriegsschiffe keinerlei Auskunft erteile.

00:02:52: Bevor wir fortfahren, solltet ihr verstehen!

00:02:55: Die Raumschiffe der Ortess sind grundsätzlich kugelförmig konstruiert.

00:02:59: Die Kugel bietet die ideale Feldsymmetry für unsere komplexen Schutz- und Antriebsfelder, minimiert die Oberfläche bei gleichzeitig maximalem Volumen.

00:03:12: Zudem lässt sich der energetische Schutzschirm auf diese Weise hocheffizient projizieren.

00:03:18: Dass ihr euch gerade in der Kugel-KC befindet, ist kein Zufall – denn eine kugelförmige Werft für Kugelaumer ist schlichtweg folgerichtig!

00:03:28: Der Begriff «Kugelauma» erzeugte in Annas Kopf ein klares Bild – kompakt, vollkommen gleichmäßig und leicht zu schützen, was ihr in der kühlen Logik dieser fremden Technologie absolut einleuchtend erschien.

00:03:41: Von dieser Zentrale aus werden die wesentlichen Funktionen des Schiffes koordiniert und gesteuert.

00:03:48: Der freie Platz in der Mitte ist für eine detailreiche Holografie vorgesehen, welche die Ereignisse im umgebenden Weltraum plastisch darstellt.

00:03:57: Der Zentralrechner dem sämtliche Datenströme vorliegen erzeugt diese Projektion während die Monitore technische Parameter visualisieren – und falls ihr jemals manuell fliegt steuert ihr das Schiff über diese Terminals.

00:04:11: Die Zentrale wirkte beängstigend aufgeräumt, während die Anzeigen die Flut an Daten übersichtlich und streng gegliedert auf den drei D-Monitoren ausbreiteten.

00:04:21: Er ich erkläre euch nun die grundlegenden Prinzipien, die ein Raumschiff benötigt.

00:04:26: Jedes Schiff besitzt einen energetischen Schutzschirm der die äußere Hülle lückenlos umschließt.

00:04:32: Er bewahrt uns sowohl vor Materie einschlägen als auch vor gefährlicher Strahlung völlig unabhängig davon ob diese aus dem Vier- oder Fünfdimensionalen Continuum stammt.

00:04:43: Anna fragte sich im Stillen, aus welcher exotischen Energieform ein solcher Schirm wohl bestehen mochte und empfand es wieder einmal als zutiefst frustrierend nichts über die Hintergründe zu wissen und Demeters Ausführungen schlichtweg Glauben schenken zu müssen.

00:04:58: Diesen Schutzschirm kann man bei Bedarf lokal begrenzen oder für bestimmte Frequenzbereiche und Materie gezielt durchlässig machen Denn kein Schiff kann blind durch das All navigieren.

00:05:09: Zur Ordnung habe ich mich bereits kurz geäußert, doch erwähnenswert ist zudem der Ortungsschutz den die Menschen gemeinhin als Tarnkappen-Modus bezeichnen.

00:05:19: In diesem Zustand wird die Energieerzeugung auf das absolut nötigste beschränkt Die aktive Ordnung deaktiviert und der Schutzschirm auf ein Minimum reduziert.

00:05:28: Sämtliche Luken bleiben hermetisch geschlossen Während ein spezieller Antiortungsschirm das Schiff einhüllt der eintreffende Strahlung nicht reflektiert, sondern sie stattdessen präzise um den Rumpfer rumleitet.

00:05:41: Die auftreffendte Energie darf dabei jedoch nicht zu stark sein, da die Tarnung sonst versagt.

00:05:48: Allmählich wundert mich gar nichts mehr, dachte Anna resigniert.

00:05:52: Um ihrem angestauten Frust wenigstens ein bisschen Luft zu machen, rief sie mit einer Spursakasmus.

00:05:59: Und wo genau ist die Zeitmaschine eingebaut?

00:06:02: Mit der Technologie des Ortes ist keine Zeitreise möglich, antwortete die Superintelligenz Demeter gewohnt knapp.

00:06:09: Woraufhin Anna eine seltsame Mischung aus Enttäuschung und tiefer Erleichterung spürte – da ihr die bloße Vorstellung durch die Zeit zu reisen ohnehin unheimlich war!

00:06:19: Nun zum Antrieb fuhr Demeter unbeeindruckt fort.

00:06:23: Er besteht aus zwei Komponenten, die beide im fünf D Bereich wechselwirken.

00:06:29: Der Unterlichtantrieb ermöglicht theoretisch bis zu fünfzig Prozent der Lichtgeschwindigkeit, wobei ich betonen muss dass dies die theoretische Höchstgeschwindigkeit ist, die in der praktischen Anwendung niemals erreicht wird.

00:06:42: Normalerweise bewegen wir uns im Unterlichtbereich mit zehn Prozent Lichtgeschwindigkeit was die ideale Eintrittsgeschwindigkeiten für das Überlichttriebwerk darstellt um den nahtlosen Übergang in das fünftimensionale Continuum zu vollziehen.

00:06:56: Der Mensch bemerkt von einem Überlichtflug lediglich das Ergebnis, wie etwa die schlagartig veränderte Sternenkonstellation.

00:07:04: Doch den Flug selbst kann er nicht verfolgen – da er physikalisch in Nullzeit geschieht.

00:07:09: Beim Ü-Antrieb gibt es jedoch wichtige Einschränkungen, die zuerst die Navigation betreffen.

00:07:15: Weder Computer noch Mensch können während des Fluges korrigierend eingreifen.

00:07:20: Sämtlicher Energiebedarf und alle Richtungsvektoren müssen vorab mit absoluter Exaktheit berechnet werden.

00:07:27: Was mit dem Spiel Billard vergleichbar ist, denn es die Kugel erst einmal angestoßen gibt es keine Möglichkeit der Einflussnahme mehr.

00:07:35: Deshalb fliegen wir üblicherweise Etappen von zwanzig bis ein hundertzwanzig Lichtjahren wobei der Standard bei sechzig Lichtjahren liegt.

00:07:43: Fünfhundert Lichtj Jahre sind theoretisch zwar möglich Doch dabei treten untragbare Kursabweichungen von bis zu fünfzig Lichtjahren auf, während bei zwanzig Lichtjahren die Abweichung höchstens ein halbes Lichtjahr – meist sogar nur wenige Lichtsekunden beträgt.

00:07:59: Große Massen in der unmittelbaren Nähe des Start- oder Zielpunkts erhöhen die Abwreichung massiv und können im Extremfall zum totalen Verlust des Schiffs

00:08:07: führen.".

00:08:09: Diese nackten Daten kannte Anna bereits Doch sie brannte darauf, die wissenschaftlichen Hintergründe wirklich in ihrer Tiefe zu begreifen.

00:08:17: Sobald das Gespräch jedoch die Fünf-D für Sieg berührte, verweigerte Demeter nach wie vor jede substanzielle Antwort – was bei Anna erneut eine Welle der Frustration auslöste!

00:08:28: Als leidenschaftliche Wissenschaftlerin war ihr Wissensdurst unstellbar und Demeters bewusste Zurückhaltung fühlte sich für sie wie eine ständige kalkulierte Demütigung an… Er.

00:08:39: ein weiterer kritischer Punkt ist die Beschleunigung und die daraus resultierenden, mörderischen Andruckkräfte.

00:08:46: Unser Forschungsschiff erreicht im Normalbetrieb eine maximale Beschleumigung von zwölf Kilometer pro Sekunden Quadrat – was bedeutet das?

00:08:54: wir etwa forty-minuten benötigen um von Null auf zehn Prozent Lichtgeschwindigkeit zu kommen?

00:09:01: Bei dieser Beschleundigung entsteht einen Andruck Was zur Veranschaulichung bedeutet, dass ein siebzig Kilogramm schwerer Mensch plötzlich fünfundachzigtausend sechshundertzehn Kilogrammen wiegen würde.

00:09:14: Diese immense Kraft muss neutralisiert werden – wiederum mittels Fünf-D-Technologie wobei der angenehme Nebeneffekt für euch darin besteht das im Schiff stets konstante Ein-G-Härschen.

00:09:26: Bei einer Kollision mit einem Fremdkörper spürt ihr ausfolgenden Gründen absolut nichts Falls der Energieschirm versagt, spürtt ihr nichts weil ihr sofort tot seid.

00:09:37: Falls die Schwerkraft-Neutralisation versagt, spürt ihr ebenfalls nichts – weil ihr ebenfalls tot seid!

00:09:44: Und falls alles wie geplant funktioniert, spührt ihr nichts, weil es genauso sein

00:09:48: soll."

00:09:49: Erläuterte Demeter mit einem Anflug von trockenem Humor.

00:09:53: Ken Grinste amüsiert während Julia genervt die Augenrollte Doch Anna hingegen dachte schaudernd über die ungeheuren Kräfte nach Die hiermit einer solchen Leichtigkeit gebändigt wurden was sie gleichermaßen faszinierte wie zutiefst ängstigte.

00:10:08: Noch ein letzter Punkt, der Fünf-D-Funk.

00:10:11: Damit können wir Daten über Licht schnell übertragen wobei Sprech oder Bildverbindungen möglich sind allerdings ausschließlich zwischen zwei Geräten die per präzisem Fünf D Richtstrahl direkt miteinander kommunizieren.

00:10:25: Ohne zwischengeschaltete Relaisstationen liegt die Reichweite bei höchstens achtzig Lichtjahren während einen Notruf der ungerichtet ausgestrahlt wird, maximal ¼ Jahren erreicht.

00:10:37: Das war genug der Vorrede – wir beginnen nun mit dem

00:10:41: Training.".

00:10:42: Damit beendete die Superintelligenz ihren technokratischen Vortrag und informierte sie darüber, dass jedes Besatzungsmitglied eine spezifische Aufgabe erhielt.

00:10:52: Ken trug als Pilot die Verantwortung für Navigation, Ordnung und die gesamte Flugführung während Julia als Ingenieurin den Antrieb und die technischen Komponenten warten sowie als Fünf-D-Funkerin geschult werden sollte.

00:11:05: Anna war für die astronomischen Messungen der beiden Sonnen zuständig, die sowohl mit den hochmodernen Boardinstrumenten als auch mit vertrauten irdischen Geräten durchgeführt werden sollten – wobei sie als wissenschaftliche Leiterin zudem das alleinige Weisungsrecht über die Art & Dauer der Untersuchungen besaß.

00:11:22: Zusätzlich wurde jedes Mitglied des Teams so intensiv ausgebildet!

00:11:26: dass es das Schiff im Ernstfall ganz auf sich allein gestellt steuern konnte.

00:11:31: Wochenlang saßen sie vor den flimmernden Bildschirmen und büffelten die komplexe Theorie, während Demeter ihnen unerbittlich den Aufbau und die Funktion sämtlicher Geräte an Bord lehrte.

00:11:42: Nach vier intensiven Wochen kannten Sie ein orthesisches Forschungsschiff zwar innen-und auswendig und wussten präzise wie die Apparate zu bedienen waren – doch das eigentliche, warum hinter den Funktionen blieb Ihnen verborgen!

00:11:56: Anna fühlte sich in dieser Zeit manchmal wie ein dressierter Affe, der lediglich gelernt hatte die richtigen Knöpfe zur richtigen Zeit zu drücken.

00:12:04: Ohne die zugrunde liegenden Prinzipien jemals wirklich zu durchdringen – was für jemanden!

00:12:09: Der Zeitlebens jedes kleinste Detail ergründen wollte, ein zutiefst befremdliches Gefühl darstellte.

00:12:15: Endlich begann das langersehnte Training im Simulator dass ihnen anfangs noch großen Spaß bereitete da es mit einfachen Routineflügen die jedoch von Tag zu Tag anspruchsvoller und nervenaufreibender wurden.

00:12:28: Demeter inszenierte alle erdenklichen Katastrophen, den unauffaltsamen Absturz auf einen Planeten nach einem totalen Triebwerksausfall verheerende Kollisionen mit Asteroiden bei defekter Ordnung oder das katastrophale Versagen des Schutzschirms bei zehn Prozent Lichtgeschwindigkeit.

00:12:45: Demeters Lapidaris immer wiederkehrendes Urteil Besatzung tot, Schiff zerstört, verursachte ihnen bereits nach kurzer Zeit echte Albträume Zumal in manchen Szenarien eine Rettung des Schiffs von vornherein unmöglich war und die einzige Lösung darin bestand, das Schiff aufzugeben und die Besatzung zu evakuieren.

00:13:04: Die Aufgaben wurden unbarmherzig schwerer – doch Julia, Ken und Anna wuchsen an den Herausforderungen und wurden stetig besser bis sie eine fast telepathische Verständigung entwickelten, die sie zu einem eingespielten Team machte, dass ganz ohne Worte wusste was im Bruchteil einer Sekunde zu tun wodurch eine tiefe, respektvolle Bindung zwischen ihnen entstand.

00:13:26: Mitte Januar two-tausend achtundsechzig erfuhren sie schließlich von Demeter, dass sie nun bereit für die ersten echten Testflüge mit einem der vier Forschungsschiffe sein.

00:13:36: Am einundzwanzigsten Januar sollten Sie zu Merkur fliegen um dort zu landen und die Instrumente für die Messung von Ika Pegasi an der heimischen Sonne unter Realbedingungen zu testen.

00:13:47: Würden sie diese Aufgabe zur vollen Zufriedenheit der Superintelligenz erledigen, sollte bereits am XXIII.

00:13:53: Januar ein Überlichtflug zum Alpha Centauri-System erfolgen – um das Triebwerk zu prüfen und die Messungen an Alpha Centauri A und B zu wiederholen.

00:14:03: Eine tiefergehende Erforschung der dortigen Planeten sei aus Zeitgründen jedoch nicht vorgesehen, da es sich laut Demeters kühler Analyse ohnehin nur um tote Gesteinsbrocken handele.

00:14:14: Julia Ken und Anna waren sich schnell einig, ihrem Schiff vorab einen würdigen Namen zu geben.

00:14:20: Doch jeder einzelne Vorschlag wurde von den jeweils anderen behaulich abgelehnt.

00:14:25: Da die bevorstehende Reise für sie alle etwas absolut einzigartiges darstellte, sollte auch der Name diese Erhabenheit widerspiegeln – und als nach tagelangen hitzigen Diskussionen noch immer keine Einigung in Sicht war, beschlossen sie kurzerhand das Recht der Namensgebung schlicht auszuwürfeln!

00:14:42: Julia gewann die Oberhand mit zwei Sechsen und einer Fünf.

00:14:46: Und da sie als Römerin ihr altes Leben, mit Stolz in Rom verbracht hatte, wollte sie das Schiff ursprünglich nur Rom nennen – was ihr jedoch schnell als zu kurz-und unbedeutend erschien!

00:14:57: In einer scherzhaften Anspielung auf ihr Geschichtsstudium schlug Anna darauf hin den Namen Imperium Romanum vor….

00:15:04: … und wieder erwarten.

00:15:05: war Julia von dieser Idee sofort begeistert.

00:15:08: Es ist perfekt, sagte sie mit leuchtenden

00:15:11: Augen."

00:15:11: denn es steht für unbändige Stärke, für tiefes Wissen und eine Zivilisation die ihre gesamte Zeit geprägt hat.

00:15:18: Und es symbolisiert dass wir Menschen nun endlich unseren rechtmäßigen Platz unter den Sternen einnehmen.

00:15:25: Da der Name im hektischen Alltag jedoch sehr sperrig war verkürzte er sich im täglichen Gebrauch rasch zum Prägnanten Imperium.

00:15:33: Am zwanzigsten Januar war die Imperium Romanum wie sie nun offiziell hieß auf der weiten Ebene vor der Station gelandet, wo emsige Roboter sie beluden – unter anderem mit den irdischen Messgeräten die Jeffrey Carlson in Annas Auftrag mühsam beschafft hatte.

00:15:49: Anna amüsierte sich köstlich als sie beobachtete wie die Roboter den Namen auf die glänzende Hülle aufbrachten, wobei die gewaltigen Lettern fast den gesamten Umfang entlang des Schiffequators einnahmen.

00:16:01: Julia hatte sich diesen speziellen Gefallen von Demeter erbeten und nach längeren Diskussionen tatsächlich die Zustimmung erhalten, sodass sich für einen flüchtigen Moment alles nach einer abenteuerlichen Reise – und nicht nach einer für die Menschheit über lebenswichtige Mission anfühlte.

00:16:17: Der Start erfolgte schließlich am einundzwanzigsten Januar um Punkt sieben Uhr morgens, wobei die Imperium zuerst scheinbar gemächlich wie ein Heißluftballon auf eine Höhe von ein Hundert Kilometer schwebte um dann plötzlich mit brachialem Maximalschub zu beschleunigen.

00:16:33: Der eben noch bildschirmfüllende Mond Ghanimet schrumpfte mit einer fast schwindelerregenden Geschwindigkeit, während Anna die Entfernungsanzeige mit klopfendem Herzen beobachtete.

00:16:44: Nach nur eine Minute Flug waren sie bereits einundzwanzigtausend sechshundert Kilometer entfernt – nach zwei Minuten sechsund achtzigtausendsvierhundert.

00:16:52: Nach fünf Minuten, fünfhundertvierzichttausend Kilometer und nach zehn Minuten hatten sie die Marke von zwei Millionen einhundertsechzig tausendkilometern bereits hinter sich gelassen.

00:17:03: Anna rechnete im Kopf kurz nach und bestätigte sich selbst die ungeheure Beschleunigung von zwölf Kilometer pro Sekunden Quadrat.

00:17:11: Ken war völlig euphorisch – da es für ihn ein gewaltiger Unterschied ob man solche astronomischen Werte nur aus der trockenen Theorie kannte oder sie nun direkt in der Realität miterleben dürfte.

00:17:23: Unglaublich rief er immer wieder aus, während sein Gesicht ein einziges breites Grinsen war das seine ganze Begeisterung widerspiegelte.

00:17:32: Sie flogen eine Lichtminute oberhalb der Planetenebene zum Merkur Der sich zu diesem Zeitpunkt auf, der dem Jupiter-Zugewandten Seite der Sonne befand bis kennen rechtzeitig das Bremsmanöver einleitete und die Imperium sanft auf die Höhe der Mercur-Bahn sinken ließ.

00:17:49: Nachdem sie relativ zur Sonne zum vollständigen Stillstand gekommen waren, steuerte Ken das Schiff dem Planeten auf seiner elliptischen Bahn mit ruhiger Hand entgegen.

00:17:59: Normalerweise hätte der leistungsstarke Bordrechner einen weitaus effizienteren Kurs gewählt – doch Ken wollte nach den unzähligen Stunden im Simulator das echte Schiff endlich selbst führen und den Kurs eigenständig bestimmen!

00:18:12: Die Landung auf der Tagseite des Planeten Inmitten der unbarmherzigen Gluthölle des Mercur gelang ihm schließlich mit einer bewundernswerten Präzision, die selbst Demeter hätte beeindrucken müssen.

00:18:24: Die Holografie in der Mitte der Zentrale zeigte nun die lebensfeindliche Oberfläche – staubtrockene, dunkelgraue Ebenen aus feinstem Regulit und dichtgestaffelter Einschlaggrater, die von hellem Auswurfbecken- und bizarren Blockfeldern gesäumt waren.

00:18:40: Dazwischen erstreckten sich glattere Lavaebenen, welche die uralten Becken füllten Während der Himmel von einem tiefen, absolutem Schwarz war und die Schatten auf dem Boden messerscharf und unnachgiebig wirkten.

00:18:52: Anna las die Daten vom Bildschirm ab.

00:18:55: Mercur ist derzeit siebenundvierzig Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

00:18:59: Sein Jahr dauert achtundachtzig Ehrtage Und ein einziger Sonnentag stolze ein hundertsechsundsiebzig Ertage.

00:19:06: Die Schwerkraft beträgt hier etwa Nullkomma-Achtunddreißig G. Die Mittagstemperatur steigt auf bis zu vierhundert dreißig Grad Celsius an während sie nachts auf Mörderische Minus ein Hundert-Achzig Grad Celsius sinkt.

00:19:18: Und es gibt keinerlei schützende Atmosphäre, sondern lediglich eine hauchdünne Exosphäre!

00:19:24: Nun begann Anna mit ihren kritischen Testmessungen an der Sonne und zu ihrer Erleichterung verlief alles hervorragend.

00:19:31: Unter dem begeisterten Jubel der Menschen auf Ghanimet landete Ken viele Stunden später seine Imperium, Manuell und exakt an jenem Punkt – von dem Sie am Morgen gestartet waren wobei er danach zärtlich über sein Steuerpult strich.

00:19:45: Am drei und zwanzigsten Januar folgte schließlich der nächste, nervenaufreibende Höhepunkt ihrer Ausbildung.

00:19:52: Pünktlich um sieben Uhr morgens starteten Sie erneut – und kennsteuerte die Imperium Romanum etwa zehn Lichtminuten senkrecht über die Planetenebene, wo er das Schiff im Freienfall treiben ließ Während der Bordcomputer den immensen Energiebedarf und die exakten Zielkoordinaten für das Vier-Kommer-Siebendreißig-Lichtjahre entfernte System berechnete.

00:20:13: Anna war vor lauter Aufregung fast übel, denn der Traum eines jeden Astronomen schien nun tatsächlich wahr zu werden.

00:20:20: Sie würde als einer der ersten Menschen ein fremdes Sonnensystem besuchen, weshalb ihr Herz bis zum Hals klopfte.

00:20:27: Hoffentlich geht im letzten Moment nichts schief!

00:20:30: dachte sie inständig und umklammerte unwillkürlich die Armlehnen ihres Sessels.

00:20:35: Die Imperium hatte bereits zehn Prozent Lichtgeschwindigkeit erreicht, als Ken mit fester Stimme den Countdown zählte fünf vier drei zwei eins null.

00:20:48: Schlagartig veränderte sich das Hologrammen des Umgebenden Weltalls, als hätte jemand mit einer gottgleichen Geste einen Schalter umgelegt.

00:20:56: Es gab keinen Ruck kein Geräusch und keine Erschütterung sondern lediglich eine sofortige, vollkommene Verwandlung der Umgebung.

00:21:05: Anna kannte die fernen Sterne aus ihrem Studium genau und hatte sich die Konstellationen von Alpha Centauri tief eingeprägt – weshalb sie sofort mit bebener Stimme erkannte, dass sie tatsächlich am Ziel waren!

00:21:17: Die Ordnung erfasste bereits drei nahe Sterne das gleißende Paar Alpha Centauri A und B sowie den rötlichen Punkt von Proxima Centaurii.

00:21:27: Wahnsinn!

00:21:28: hauchte Anna nur während ihr Tränen der puren, ungläubigen Freude in die Augen schossen und im Cockpit allgemeiner befreiender Jubel ausbrach.

00:21:37: Julia umarmte Ken stürmisch, der vor Stolz fast zu platzen schien.

00:21:42: Jetzt zum ersten Test sagte Ken als er sich mühsam wieder gefasst hatte.

00:21:47: wir senden per Fünf D Funk Die Bestätigung unserer Ankunft.

00:21:51: Demeter hat uns eine seltene Ausnahme von ihrer elftausendjährigen Funkstille gestattet und wird den Empfang hoffentlich quittieren.

00:21:59: Er startete die Übertragung und noch in derselben Sekunde traf die knappe Antwort ein.

00:22:05: Gratuliere!

00:22:06: Fünf D. Sendeanlage wird wieder deaktiviert.

00:22:10: Bleibe auf Empfang.

00:22:12: Gute Heimreise.

00:22:14: Diese sofortige Antwort aus einer schier unvorstellbaren Entfernung von über vier Lichtjahren war für Anna fast noch unheimlicher als der Sprung selbst, wir senden jetzt auch nichts mehr.

00:22:25: Entschied Julia mit einem ernsten Blick nach Demeters Nachricht Es sei denn, es tritt ein Notfall ein.

00:22:31: Kennsteuerte die Imperium Romanum bis auf drei Lichtminuten an den gewaltigen Stern Alpha Centauri A heran woraufhin Anna mit ihren Testmessungen begann, die sie auch hier ohne jegliche Probleme abschließen konnte.

00:22:45: Sie arbeitete wie in einer Art Trauns vollkommen fasziniert von den Daten der fremden Sonnen Die in Echtzeit auf Ihren Schirmen erschienen und für einen kurzen euphorischen Moment war sie nur noch die reine Wissenschaftlerin Gefangen in der zeitlosen Schönheit reiner Erkenntnis.

00:23:01: Nach einem Aufenthalt von vierundzwanzig Stunden kehrten sie schließlich nach Ghanimet zurück, wobei die Rückreise ebenso unspektakulär wie atemberaubend verlief.

00:23:11: Jeffrey und die Superintelligenz Demeter beglückwünschten sie zwar sachlich – doch der ganz große Jubel blieb diesmal aus, da eine seltsame, fast feierliche Stille über der gesamten Station lag!

00:23:23: Flüge in andere Sonnensysteme waren ab diesem Moment keine Sensation mehr, sondern zur Routine geworden.

00:23:31: Anna blickte durch eine der hochauflösenden Außenkameras auf die silbrisch schimmernde Hülle der Imperium Romanum und spürte tief in ihrem Inneren – das ab heute nichts mehr so sein würde wie zuvor, denn sie hatten nicht nur einen anderen Stern besucht, sondern eine neue Ära war angebrochen!

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